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Der „Aufschieberitis“ entschlossen entgegen treten!

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„Mach ich morgen!“ „Hat doch noch Zeit!“ „Ja, da kümmer ich ich mich später drum!“

Kommt Ihnen das bekannt vor? Fallen solche Sätze öfter in Ihrer Familie? Und besonders gern aus den Mündern Ihrer Kinder? Dann sind sie nicht allein mit diesem Phänomen! Ob es darum geht, nur mal eben die Schuhe vom Flurboden in den Schuhschrank zu räumen. Oder ob es ein größeres Schulprojekt in Angriff zu nehmen gilt: Manche Kinder haben das Aufschieben anscheinend perfektioniert.

Und wenn sie der Aufforderung „Sofort!“ freiwillig und umgehend folgen, dann muss es schon um etwas Tolles gehen.
Den Fernseher anmachen beispielsweise. Sich ein Stück Kuchen nehmen. Oder ins Kino gehen.

Ist die berühmte „Aufschieberitis“ dabei vielleicht tatsächlich „nur“ eine lästige Angewohnheit?
Vermutlich ja. Aber zum Glück auch eine, die man sich auch wieder abgewöhnen können sollte.

Nur: Wie gelingt das?
Ein Patentrezept haben wir leider nicht im Angebot. Aber hoffentlich fünf wertvolle Denkanstöße.

1. Mit gutem Beispiel voran…

Wie sooft spielt die Vorbildfunktion der Eltern eine tragende Rolle. Beobachten Sie sich doch einmal selbst, wie Sie es mit Kleinigkeiten handhaben. Liegen Briefe oft tagelang ungeöffnet herum? Quillt der Korb mit dem Altglas gerne mal über? Türmen sich bezahlte Rechnungen auf dem Schreibtisch, die man schon längst abheften wollte? Oder vertrösten Sie gar selbst Ihre Kinder oft auf später ohne wirkliche Not, dies zu tun?

„Ich guck mir die Klassenarbeit später an.“ „Ich füll den Rückmeldezettel für die Schule morgen aus.“ „Um das Geburtstagsgeschenk für deinen Freund kümmer ich mich schon noch rechtzeitig.“

Oft könnte man in solchen Sätzen das „später“, „morgen“, „noch rechtzeitig“ doch durch ein „jetzt“ ersetzen? Und damit beim Nachwuchs sicherlich ordentlichen Eindruck schinden!

2. Alle Termine auf einen Blick

„Morgen hab ich kein Mathe. Dann brauche ich die heute ja nicht zu machen. Morgen ist auch früh genug.“ Das sagt vielleicht der Viertklässler voller Überzeugung. Hat womöglich dabei aber nicht im Blick, dass er am nächsten Tag gar keine Zeit hat. Weil da ein Kindergeburtstag ist. Weil er da seit langem verabredet ist – oder ein Fußballspiel außer der Reihe auf dem Plan steht.

Natürlich sollten Eltern immer die Termine der Kinder im Auge haben. Und im beschriebenen Fall freundlich darauf hinweisen, dass ein zeitlicher Engpass bei den Hausaufgaben zwangsläufig die Folge sein wird.

Mit zunehmendem Alter kann und muss der Nachwuchs aber auch selbst Verantwortung für seine Wochenplanung übernehmen. Ein großer Familienplaner an der Wand mit allen Terminen hilft ihm, die Übersicht zu gewinnen und zu bewahren.

3. Ursachen für die „Aufschieberitis“ hinterfragen

Manchem Kind dürfte die eigene Aufschieberei selbst am meisten gehörig auf den Keks gehen! Immer das schlechte Gewissen, nicht Getanes mit sich herum zu tragen. Stets zu wissen, dass es ja nichts nützt – und man am Ende doch alles erledigen muss.

Fragen Sie Ihr Kind frei heraus jedes Mal, warum es es dennoch so handhabt. Vielleicht fürchtet es Probleme mit der gestellten Hausaufgabe und traut sich die Lösung nicht zu? Dann bieten Sie ihm Ihre Hilfe an.

Was natürlich nicht bedeuten soll, dass Sie die Aufgaben lösen oder das Referat schreiben. Aber vielleicht können Sie den Nachwuchs auf den richtigen Weg „schubsen“? Mit ihm gemeinsam für die Deutschhausaufgabe einen Arbeitsplan aufstellen. Mit ihm zusammen Literatur aussuchen, Material im Internet sammeln, erste Stichpunkte zur Gliederung der Hausarbeit formulieren.

Eventuell können Sie einige Übungsaufgaben kreieren, wenn es in Mathe noch hapert. Hat Ihr Kind dann den Dreh einmal raus, das Prinzip verstanden, dann macht es ihm vielleicht sogar Spaß?

In jedem Fall gilt häufig: Ist der Anfang erst mal gemacht, geht der Rest oft (fast) wie von selbst!

4. Konsequenzen aufführen

Solange die Not nie zu groß wird, die „Aufschieberitis“ nicht „wehtut“, sehen Kinder vermutlich keinen Handlungsbedarf. Verständlicherweise! Hin und wieder ist es aber auch durchaus heilsam, aus Fehlern zu lernen. Fehlt abends die Zeit für den Deutschaufsatz? Fallen dem Kind bereits die Augen zu, weil es lieber spielen wollte und zu spät damit begonnen hat? Dann ziehen Sie einen Schlussstrich unter die Hausaufgaben! Unter diesen Voraussetzungen kommt ohnehin nichts Zufriedenstellendes mehr dabei heraus.

Die (heilsame) Konsequenz dessen? Im schlimmsten Fall fehlen die Hausaufgaben am nächsten Tag eben mal. Und das Kind muss dies selbst der Lehrerin erklären. Die Welt geht davon nicht unter. Aber es zeigt dem Nachwuchs (hoffentlich), dass gute Organisation eben doch eine vernünftige Basis ist. Und dass er sich nicht immer darauf verlassen kann, dass Mama oder Papa als Retter in der Not parat stehen. Beispielsweise, um den Deutschaufsatz noch schnell zu Ende zu diktieren.

5. Raus aus dem Teufelskreis!

Manch ein Kind mag sich ständig im Stress fühlen, weil es permanent einen großen Posten unerledigter Aufgaben vor sich herschiebt. Vielleicht ist es sich dieser Tatsache gar nicht bewusst?

Weisen Sie es explizit darauf hin, dass es sich mit seiner permanenten „Aufschieberitis“ keinen Gefallen tut. Motivieren Sie es immer und immer wieder, daran etwas zu ändern. Ungünstige Angewohnheiten legt man schließlich nicht binnen weniger Tage wieder ab.

Kleine Hilfestellungen dabei?

a. Die berühmte „To-do-Liste“
Sie kann Wunder dabei bewirken, große Arbeitsberge abzutragen. Eine Bestandsaufnahme mag zwar erst einmal frustrierend sein, wenn wirklich viel liegengeblieben ist. Aber: Jedes Kreuzchen hinter einem erledigten Posten führt einen Fortschritt vor Augen. Und das macht Mut, stärkt das Selbstvertrauen, motiviert!

b. Loben und Motivieren
Stellen Sie auch Kleinigkeiten positiv heraus! Loben Sie Ihr Kind ruhig auch mal für winzige Fortschritte über den redensartlichen grünen Klee. Das gibt Ihrem Kind einfach ein gutes Gefühl, dass seine Bemühungen Anerkennung finden. Und dieses Gefühl ist doch immer wieder toll! Egal, wie alt man ist.

Bildquelle: © bigstock.com/ Nadezhda1906

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