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Wie reagieren auf das nicht so gute Zeugnis?

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Alljährlich gibt es zwei Tage im Schuljahr, auf die manche Kinder sich richtig freuen, denen andere hingegen sorgenvoll entgegenblicken. Zeugnistage! Einmal vor den Sommerferien. Und einmal im tiefsten Winter, wenn das erste Halbjahr des Schuljahres zuende geht. Mal mag das dabei mehr, mal weniger Überraschungen im Gepäck haben. Hier mag die Freude groß sein, wenn es doch noch knapp für die „Eins“, „Zwei“ oder „Drei“ gereicht hat. Dort hingegen der Frust groß, weil die Quittung für nicht ausreichende Leistung in einem Fach „Fünf“ oder gar „Sechs“ lautet. Wie auch immer: In aller Regel ist das Zeugnis nicht nur für Kinder und Jugendliche von Interesse. Auch Eltern sitzen gespannt daheim und wollen sehen, wie es um die aktuellen Noten des Nachwuchs‘ bestellt ist.

Und wenn diese alles andere als berauschend sind?
Dann ist es immerhin tröstlich, dass das zweite Halbjahr als zweite Chance bevorsteht, das Ruder bis zur Versetzung herumzureißen! Daher sollte die Stimmung daheim nicht allzu sehr leiden!

Zumal das Kind sprichwörtlich nun ohnehin in den Brunnen gefallen ist. Und selbst die größte Standpauke an diesem Zeugnis nichts mehr ändern wird!

1. Ein bisschen mehr Gelassenheit…?

An dieser Stelle noch mal der Hinweis auf unseren Artikel passend dazu zum neuen Jahr. Kurz und gut: Vermutlich ärgert sich das Kind selbst schon genug, wenn sein Zeugnis zu wünschen übrig lässt. Vorwürfe seitens der Eltern braucht es da häufig nicht zusätzlich. Und ganz ehrlich: Wenn Schimpfen schon das Schuljahr über wenig Eindruck machte, wird es nun auch keine Wirkung zeigen.

Mehr als Eltern, die schimpfen, brauchen Kinder Eltern, die helfen und aufmuntern!
Bieten Sie Ihrem Kind an, sich selbst mehr Zeit zu nehmen. Mehr an seiner Seite zu sein beim Vokabelnlernen, beim Üben für Klassenarbeiten, bei den Hausaufgaben.

Sagen Sie ihm, dass es sich jederzeit melden soll, wenn es noch Fragen hat, Hilfe braucht, etwas nicht verstanden hat. Sicherlich können Eltern nicht immer und in allen Fächern die richtigen Antworten parat haben. Aber einen Versuch ist es wert. Und zu zweit geht eben doch vieles leichter als allein.

2. Vergleiche mit anderen Kindern? Bitte nicht!

Besonders bitter ist es für ein Kind, wenn seine Leistungen deutlich hinter denen der Geschwister her hinken. Auch die Leistungen stets besserer – wenn womöglich auch fleißigerer – Freunde anzuführen, ist nicht nett. Wichtiger als sich stets an anderen zu orientieren ist schließlich, eigene Ziele anzustreben. Bessere Leistungen erzielen zu wollen für das eigene gute Gefühl!

Natürlich können Sie Ihr Kind aber zusätzlich motivieren, an seinen Noten zu arbeiten. Stellen Sie dafür kleine Belohnungen für kleine Etappensiege in Aussicht. Diese sollten natürlich so gewählt sein, dass sie bei Erfolg Freude bereiten und anspornen. Andererseits aber so, dass es bei Nichtgelingen keinen riesigen Frust bedeutet, wenn es trotz aller Mühe nicht geklappt hat.

3. Konsequenzen? Mit Bedacht formulieren

Ganz ehrlich: Auch Eltern sind nur Menschen. Und als solche dürfen diese auch mal richtig sauer sein, wenn Anlass dazu gegeben ist. Mit Recht ist die Laune im Keller, wenn man sich monatelang ansah, wie das Kind uneinsichtig alle guten Ratschläge ignorierte. Wie es durch Unlust bis Faulheit weit unter seinen schulischen Möglichkeiten blieb. Atmen Sie dennoch durch, machen Sie einen Spaziergang, überschlafen Sie eine Nacht. Und bringen Sie das Thema erst dann erneut zur Sprache. Denn im Affekt neigt man schließlich dazu, Sanktionen anzudrohen, die man ohnehin nicht einhält.

Sachlich ohne Wut im Bauch lassen sich hingegen Konsequenzen verkünden, die sinnvoll und realistisch sind. Eingeschränkte Onlinezeit? Ja, aber kein Handyentzug ab sofort und für immer und ewig! Mehr Zeit für Hausaufgaben und Lernen? Sicher, aber nicht auf Kosten aller Hobbys und Treffen mit Freunden! Von nun an regelmäßige Vokabelabfrage? Ein guter Vorsatz, aber dies täglich beizubehalten ist für alle Beteiligten eine Herausforderung.

4. Wie kann es bald bergauf gehen?

Ob hinauf zum Berggipfel oder in Richtung besserer Note: Wenn es bergauf gehen soll, braucht es ein Ziel. Und Anstrengung! Aber was braucht es, um tatsächlich konzentrierter lernen zu können? Mehr Zeit, mehr Ruhe, mehr Unterstützung?

Wie würde dem Kind das Lernen mehr Freude machen? Eine gute Frage, bei der sich jedoch alle bewusst sein müssen: Pauken bedeutet naturgemäß nicht immer reinen Spaß! Manchmal ist es eben auch echte Plackerei – und diese kann man kaum versüßen. Aber: Sachbücher, Lernspiele, Apps, Hörbücher und mehr können natürlich durchaus das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Zu guter Letzt ist es nie verkehrt darüber nachzudenken, sich Hilfe ins Boot zu holen.
Wer könnte das Kind beim Lernen unterstützen, ihm bei den Hausaufgaben helfen? Der Opa, der so geduldig erklären kann und so viel weiß? Ein erfahrener Nachhilfelehrer, der nicht in die familiäre Situation involviert ist und viel Sachkenntnis mitbringt? Ältere Schüler, die selbst noch gut im Schulstoff sind und wissen, wo die Tücken stecken? Und die natürlich die richtigen Lösungswege kennen. Die Hausaufgabenbetreuung in der Schule, die routiniert ist und eine ansprechende Arbeitsatmosphäre unter Gleichaltrigen bietet? Andere Hilfsangebote seitens der Schule?

Es ist keine Schande, Hilfe zu suchen und anzunehmen!
Fragen Sie im Zweifelsfall die Klassen- oder Fachlehrer Ihres Kindes, wo diese einen guten Lösungsansatz sehen.

Bildquelle: © bigstock.com/ olly2

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