Die Legenden vom Heiligen Martin

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Warum ziehen wir am 11. November eigentlich durch die Straßen und bringen mit unseren Laternen Licht ins herbstliche Dunkel?
Wer war eigentlich dieser Martin? Dieser Mann, dem wir noch heute, viele hundert Jahre, nachdem er lebte und wirkte, mit unseren Bräuchen gedenken?
Und was machte ihn zu dem Heiligen, dessen Geschichte Kindern so präsent ist wie die von kaum einem anderem?
Da war doch was mit einem Schwert und einem Mantel. Einem Bettler, der in Eiseskälte fror…

Sie möchten die Geschichte vom Heiligen Martin Ihren Kindern erzählen?
Wir haben sie dafür in eigenen und leicht verständlichen Worten im Folgenden einmal zusammengefasst. Und dabei durften natürlich die zwei wohl populärsten Legenden, die sich um ihn ranken, nicht fehlen!

(Und wer sie gelesen hat, für den sollte die Beantwortung unserer Quizfragen rund ums Thema „Sankt Martin“ ein Klacks sein…)

Wir wünschen viel Spaß damit und Groß und Klein einen wunderschönen, stimmungsvollen Martinsumzug!

Fast 1.700 Jahre…

… ist es nun her. Da erblickte ein Junge als Kind eines römischen Offiziers im heutigen Ungarn das Licht der Welt. Er sollte fortan den Namen Martin tragen.

Wie alle Kinder wurde natürlich auch Martin älter und größer.
Und so war er schon fast zu einem jungen Mann heran gewachsen, als er schließlich selbstSoldat wurde. Er selbst wollte dies nicht.
Es war zu dieser Zeit aber einfach so, dass der Sohn eines Soldaten ebenfalls Soldat werden musste.

So kam Martin bereits als Jugendlicher mit 15 Jahren zum römischen Militär.
Mit der Waffe gegen andere Menschen zu kämpfen, Blut fließen zu sehen oder gar zu töten? Das missfiel dem christlich erzogenen Martin jedoch ganz und gar!

Immer friedliebend und hilfsbereit war er doch schließlich, gutherzig, bescheiden und stets auf der Seite der Armen, Kranken und Schwachen.

Kurzum: Martin fühlte sich einfach nie richtig wohl als Soldat und konnte und wollte auch kein Geheimnis daraus machen!
Seine Kameraden beim Militär wussten ihn trotzdem oder gerade deswegen jedoch sehr zu schätzen und mochten seine freundliche Art.

Martin teilt den Mantel

Einige Jahre später sandte man Martin – nun bereits junger Offizier – nach Frankreich.

Es war an einem Wintertag und es war bitterkalt, als Martin auf seinem Pferd durch ein Stadttor ritt. Vorbei ritt an einem armen Bettler, der ihn um Hilfe bat.
Martin hielt an und überlegte. Er hatte kein Geld dabei, das er dem Bettler hätte geben können. Nur sein Pferd unter sich, sein Schwert und die Kleidung, die er am Leib trug. Wie sollte er dem armen Mann bloß helfen?

Kurzerhand zog Martin seinen Mantel aus, um den Fremden damit zu wärmen. Doch ganz ohne Mantel konnte auch er selbst es in dieser Kälte nicht lange aushalten!
Also nahm er sein Schwert und teilte den Mantel in zwei Teile. Die eine Hälfte legte er um den frierenden Mann, der dort am Boden saß.
Und bevor dieser glauben konnte, was ihm Gutes widerfahren war, war Martin bereits auf seinem Pferd davon geritten. Nicht einmal für dessen großzügige Hilfe konnte sich der Bettler noch bedanken.

Martin hat einen Traum und ändert sein Leben

Als Martin sich am Abend nach dieser Begegnung schlafen gelegt hatte, erschien Jesus ihm in seinem Traum.

Martin beschloss daraufhin, sich endlich taufen zu lassen und das Militär bei nächster Gelegenheit zu verlassen.
Nachdem ihm dies schließlich gelungen war, führte er das bescheidene Leben eines Mönchs und gründete schließlich sogar ein Kloster.

Die Geschichten von Martins Bescheidenheit, Großzügigkeit und seinem weichen Herz verbreiteten sich schnell unter den Menschen.
Als Jahre später dann der Bischof von Tours starb, waren sich viele einig: Martin sollte sein Nachfolger werden!
Doch Martin fühlte sich nicht würdig genug für dieses hohe Amt. Er  war regelrecht verzweifelt darüber, dass er diese wichtige Aufgabe künftig übernehmen sollte. Und die Vorstellung, fortan ein bequemes Leben im Wohlstand führen zu können, lockte ihn keineswegs.

Martin wird Bischof von Tours

Seine Mitmenschen ließen jedoch nicht locker! Sie suchten ihn überall, so dass Martin nur einen Ausweg sah: Er musste sich verstecken. Sein Weg führte ihn schließlich in einen Stall voller Gänse.
Die wachsamen Tiere aber waren so erstaunt über den Eindringling in ihrem Stall, dass sie in lautes Geschnatter ausbrachen.
Aufmerksam geworden durch das Rufen der Gänse kamen die Menschen in den Stall und fanden dort Martin.
So weihte man ihn schließlich doch im Jahre 372 nach Christus zum Bischof von Tours.

Martin, ein bescheidener Bischof

Dies war eine große Ehre, die ihm damit zuteil geworden war. Diese änderte jedoch nichts daran, dass Martin weiterhin bescheiden lebte. Wie zuvor kümmerte er sich um die Menschen um ihn herum und verzichtete auf Reichtümer und Vorteile.

Martin reiste viel, war missionarisch tätig und er vollbrachte wundersame Heilungen.
Er setzte sich mit all seiner Kraft für die ein, die unter Armut, Krankheit und Ungerechtigkeit litten. Und er erreichte die Herzen der Menschen mit seinen Worten und Taten.

Sich selbst mit Zeichen von Reichtum zu schmücken und andere damit beeindrucken zu wollen? Das war nicht Martins Art! Er teilte stattdessen mit den Armen.
Anstatt wegzusehen und die Augen vor den Nöten im Volk zu verschließen, handelte er! Und gab den Menschen, was ihnen fehlte.

Andere hohe Würdenträger in der Kirche und reiche Adelige sahen es ungern, dass ein Bischof lebte wie ein armer Mönch. Ihnen missfiel, dass Martin sich derart ärmlich kleidete anstatt seine Bischofswürde durch vornehme Kleidung und kostbare Insignien zu zeigen.
Das Volk liebte und verehrte Martin jedoch.

So ist es nicht verwunderlich, dass nach seinem Tod am 8. November im Jahre 397 viele Menschen zu seiner Beerdigung kamen. Über 80 Jahre alt war Martin geworden!
Der Tag seiner Beisetzung – der 11. November – wurde zu seinem Gedenktag.

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