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Die Sommerfrage schlechthin: „Kann ich ein Eis?“

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Vielen Eltern dürfte diese (in der Tat grammatikalisch nicht ganz korrekte…), bei warmen Temperaturen häufig vorgetragene -Bitte sehr bekannt vorkommen.

Kaum lacht die Sonne, „T-Shirt und kurze Hose“ lautet der „Dresscode“, überkommt die Kleinen akut die Sehnsucht nach Abkühlung.
Gerne im Wasser von Planschbecken oder Rasensprenger.
Fast noch lieber in Form von Vanille-, Schoko- oder Erdbeereis in Waffel oder Becher.

Zu Hause hält der Eisschrank dann hoffentlich die Lieblingssorte bereit.
Unterwegs wird man in Innenstädten nicht lange suchen müssen, bis eine Eisdiele auf dem Weg liegt.
Ist dies nicht der Fall, gibt es bestimmt einen Supermarkt oder Kiosk, der die eiskalte Erfrischung im Repertoire hat.

Auch bei beliebten Ausflugszielen gilt anscheinend selbstverständlich: Wo sich Familien mit Kindern tummeln, gibt es Eis zu kaufen!
Ob Zoo, Freizeitpark, Spaßbad oder Minigolfanlage – dass die Frage nach Wassereis oder Hörnchen aus der Truhe hier größte Aussicht auf Erfolg verspricht, wissen schon die Kleinsten!

Doch „muss“ man diesem mit großen Augen und flehendem Blick geäußerten Wunsch immer nachkommen?
Oder „darf“ man dieser Bitte auch mal eine freundliche, aber bestimmte Absage erteilen?
Wohl wissend, dass man sich als Eltern sehr unbeliebt macht?
Und in Anbetracht dessen, dass in solchen Momenten garantiert kein anderes Kind in Sichtweite ohne Eis in der Hand herumläuft?

Die kleinen Freuden des Lebens…

Aus dem Bauch heraus meint das Mutterherz: Sagen Sie doch nicht gleich „Nein!“.
So ein köstliches Eis an einem heißen Tag ist per se doch erst einmal eine feine Sache. Nicht nur für Kinder.
Verklebte Münder in glücklichen Gesichtern, Flecken auf dem T-Shirt, die vom zerlaufenen Wassereis mit Cola-Geschmack zeugen, und Schoko-Finger, die ganz, ganz dringend frischen Wassers bedürfen, gehören doch so selbstverständlich zum Sommer wie Rasenmähergeräusch und Grillgeruch.

Ein kleines Eis – als eher seltener Genuss im Alltag – ist ein kleiner Luxus! Einer, der nicht die Welt kostet, dafür aber unbezahlbare Kindheitserinnerungen an wunderbare Ferientage hinterlässt.

…und ihre „Nebenwirkungen“

„Sagen Sie nicht gleich „Nein!“,“ heißt jedoch nicht, dass der Bitte automatisch immer und sofort ein „Ja“ folgen muss.
Es gibt schließlich viele gute Gründe, die gegen den schnellen, eiskalten Snack auf der Hand sprechen. Gründe, die Kinder auch in jungen Jahren durchaus schon verstehen können und akzeptieren sollten.

  • Beim Gehen lässt sich weniger gut genießen.
    Ganz besonders dann, wenn Eile geboten ist, weil eine Einkaufsliste in der Fußgängerzone abzuarbeiten ist oder der Bus bald kommt.
  • Unmittelbar nach dem Eis in der Innenstadt steht der Nachhauseweg mit Bus, Bahn oder im eigenen Auto an?
    Sehr ordentlichen Kindern mag man den Genuss im Hörnchen zuvor noch gönnen. Bei anderen sind klebrige Finger, fleckige Shirts und schokoladige Gesichter quasi vorprogrammiert. Und jene möchte man – zu Recht! – in diesem Zustand weder ins eigene Auto noch in öffentliche Verkehrsmittel setzen.
  • An heißen Tagen sorgen die Kugeln von der Eisdiele oft mehr für Stress und Hektik als für wahren Genuss.
    Werden die einst kompakten Bällchen im Nu zu fließenden Bächen, geht es los mit elterlichen Ermahnungen.
    Hektisch werden Taschentücher aus Handtaschen gekramt. Es wird ohne sichtbaren Erfolg in Gesichtern herum gewischt. Und im schlimmsten Fall ergießt sich der Inhalt der Waffel in all der Aufregung endgültig auf die Pflastersteine. Was dann folgt, sind Frust und Tränen.
  • Zu Hause wartet das Mittagessen?
    Wer da vorher noch ein Eis verdrückt, wird für Kartoffeln, Gemüse und Co. nicht mehr viel Platz im Bauch haben.

Wie immer im gilt es also, gute Kompromisse zu finden und Absprachen zu treffen.

So wird das Eis zum Genuss

Heute ein Eis oder nicht? Wer diese Frage frühzeitig klärt, muss später nicht (oder zumindest hoffentlich weniger…) mit dem Nachwuchs diskutieren:

  • Besprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Kind, ob ein Eis in der Stadt nach dem Kauf neuer Anziehsachen oder nach dem Besorgen aller Schulsachen fürs neue Schuljahr „drin“ ist – oder eben mal nicht.
    Wenn nicht, ist die Aussicht auf ein Eis daheim aus dem Gefrierschrank, nach der Rückkehr in aller Ruhe auf dem Balkon genossen, doch ein wunderbare Alternative! Und die mitunter deutlich günstigere obendrein.
  • Wenn Eis: Planen Sie beim Stadtbummel von vornherein genügend Zeit für einen Zwischenstopp in der Eisdiele ein!
    So können Sie sich setzen, ausruhen, genüsslich am Tisch essen und trinken. Und es ist kein Beinbruch, wenn es an einem Hochbetrieb-Tag länger dauert, bis die Bestellung aufgenommen und bearbeitet ist.
    Positiv außerdem: Während Sie die Rechnung begleichen, kann der Nachwuchs die Waschgelegenheit nutzen. Und nach so einer Shopping-Auszeit können alle sauber, erholt und gestärkt den Weg durch Kaufhäuser und Schuhgeschäfte fortsetzen.
  • Soll es ein Eis „auf die Hand werden“ in Becher oder Hörnchen, suchen Sie sich ein schönes Plätzchen zum Sitzen.
    An einem plätschernden Brunnen, unter einem schattenspendenden Baum oder auf einer Parkbank: Alles ist besser als im Gehen zu essen. Und mit feuchten Tüchern in der Tasche sind Sie bestens gewappnet, um anschließend alle Spuren von Händen, Gesicht und das Gröbste von Klamotten zu beseitigen.

Bildquelle: © bigstockfoto.com/Yastremska

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