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Zwillinge? Zwei Kinder, viele Fragen! (Fortsetzung)

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  1. Wie organisiert man Kinderarztbesuche mit Zwillingen?
  2. „Müssen“, „dürfen“, „sollten“ durch gleiche Kleidung weithin als „Doppelpack“ erkennbar sein?
  3. Und wie steht es mit Hobbys? Bedeutet Zwillingsdasein in diesem Punkt, stets gleiche Wege zu beschreiten? Weil es für die Eltern eben auch so ungemein praktisch ist?
  4. Oder ist es gut und richtig, wenn Zwillinge mit verschiedenen Interessen auch völlig unterschiedlichen Freizeitbeschäftigungen nachgehen?

Das sind drei Fragen, mit denen wir uns vorgestern hier beschäftigt haben.

Sicherlich wirft der Alltag mit Zwillingen naturgemäß im Laufe der Jahre noch weitere Fragen auf. Sicherlich weit mehr als die drei, um die es heute hier noch geht. Aber die Folgenden stehen sicherlich exemplarisch für viele Überlegungen, die einem als Zwillingseltern früher oder später begegnen.

Wie schaut es aus bei Zwillingen in Sachen…

…gleicher Freundeskreis?

Vermutlich ist dies weniger ein Thema, wenn man ein Zwillingspärchen – also ein Junge und ein Mädchen – hat. Denn auch wenn es natürlich schon in jungen Jahren Freundschaften zwischen Jungs und Mädchen gibt. Spätestens im Kindergartenalter gilt „Gleich und gleich gesellt sich gern!“. Mädchen haben meist mehr Freundinnen. Jungs haben üblicherweise eher Freunde.

Aber ob die Zwillinge nun zwei Jungs, zwei Mädchen oder „von beidem eins“ sind. Eltern sind ohnehin meist außen vor, wenn Kinder Freundschaften schließen. Natürlich kann man gewünschte Freundschaften ein wenig forcieren, indem man aktiv Verabredungen einfädelt. Besser ist jedoch, man lässt den Dingen ihren Lauf! Jedes Kind sollte sich seine Freunde selbst aussuchen. Auch wenn bei Zwillingen ein deckungsgleicher Freundeskreis natürlich schon enorm praktisch ist. Angefangen bei Geburtstagseinladungen bis hin zu Verabredungen im Alltag.

Unterschiedliche Freundeskreise bedeuten schließlich auch: Ein Kind bekommt eine Geburtstagseinladung. Das andere nicht. Aber das sind kleine Enttäuschungen, mit denen wohl jeder leben muss. Ob Zwilling oder nicht.

Daher: Haben die Kinder dieselben Freunde? Kommen sie zusammen in einer Clique bestens zurecht? Prima!

Haben sie unterschiedliche Freunde – und sind damit glücklich und zufrieden? Ebenfalls prima! Denn das bedeutet auch mal „Trennung“ voneinander. Das heißt, verschiedenes zu erleben, sich nicht immer als Teil eines „Doppelpacks“ zu fühlen. Und: Sich abends etwas zu erzählen zu haben! Etwas, das der andere vielleicht noch nicht weiß, nicht kennt, nicht miterlebt hat.

…dieselbe Kindergartengruppe – und später Schulklasse?

In diesem Punkt steht man mit seiner Entscheidung zum Glück nicht alleine da, falls sie schwerfallen sollte. Viele Erzieher(innen), Lehrer(innen), Grundschulrektor(inn)en verfügen über große Erfahrungsschätze aus ihren zahlreichen Berufsjahren. Sie haben in dieser Hinsicht schon einiges erlebt, können beispielhaft Vor- und Nachteile aufzählen, was die ideale Lösung sein könnte.

Entscheidend sind aber natürlich immer die Charaktere der Kinder. Sind die Zwillinge unzertrennlich? Fühlen sie sich getrennt unglücklich? Wollen beide in eine Gruppe, eine Klasse? Dann sollte nichts dagegen sprechen!

Oder ist ein Kind dominanter? Übernimmt praktisch immer das Kommando? Spricht stets für beide? Dann könnte es dem anderen gut tun, dies auch mal selbst übernehmen zu müssen. Mal aus dem Schatten des anderen heraus zu treten. Und sich in seiner Gruppe, seiner Klasse vor einer neuen, unbekannten Gruppe behaupten zu müssen.

Man sollte sich vor einer endgültigen Entscheidung jedoch auch der praktischen Aspekte bewusst sein. Zwei Gruppen, zwei Klassen? Das bedeutet zwei Elternabende, unterschiedliche Stundenpläne, unterschiedliche Termine für Klassenarbeiten, Ausflüge, Weihnachtsfeiern etc. . Gibt es da noch weitere Geschwisterkinder, „knubbelt“ es sich schnell gehörig im Kalender.

Geschenke – vor allem größere – bekommen Kinder zu Weihnachten und zum Geburtstag. Und vielleicht zum Nikolaus, zum Namenstag, zu Ostern oder anderen Anlässen. Und wie oft im Alltag stellt sich vielleicht auch da die Frage nach einer „gerechten“ Verteilung.

Was ist gerecht? Wenn jeder bekommt, was er sich wünscht? Auch wenn die Summen dafür markant voneinander abweichen? Wenn jeder Geschenke im gleichen Wert bekommt? Auch wenn dann einer vielleicht fünf Päckchen zum Auspacken hat – und der andere nur eines? Die Erfahrung zeigt: Oft regeln sich solche Fragen von ganz allein. Lassen Sie jedes Kind erst einmal seine Wünsche äußern, seinen Wunschzettel schreiben. Und dann kann man mal weitersehen.

Eventuell können sich die Kinder immer noch untereinander absprechen, wenn Anzahl und Wert der Geschenke markant voneinander abweichen. Die gleiche Anzahl an Geschenken dürfte für die meisten Kinder jedoch kein Kriterium sein, sofern deren Inhalt sie glücklich stimmt! Ebenso ist materielle Wert in der Regel uninteressant.

Wichtig ist letztlich, dass am Ende jeder zufrieden ist. Und das ist auch bei Zwillingen natürlich dann der Fall, wenn Wunschzettelwünsche in Erfüllung gegangen sind. Egal, ob der Bruder oder die Schwester mehr, größere, teurere Dinge bekommen hat!

Bildquelle: © bigstock.com/ Fotografie-NRW

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