Eine Checkliste für werdende Eltern: Kriterien beim Kinderwagenkauf

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Wenn sich ein Baby ankündigt, steht man als werdende Eltern vor der Qual der Wahl angesichts der riesigen Auswahl erhältlicher Kinderwagen.

Bevor man sich auf die Suche begibt, ist es gut, von den Erfahrungen anderer Eltern zu profitieren:
Welche Modelle haben sich als besonders robust, haltbar, alltagstauglich oder auch als unpraktisch und enttäuschend erwiesen?
In Elternforen im Internet und natürlich auch im eigenen Bekannten- und Familienkreis bekommt man oft nützliche Tipps und Anregungen aus erster Hand. Gibt es kleine Kinder im Umfeld, kann man vielleicht sogar einmal einen Wagen samt Kind „Probe schieben“.
Findet man so „seinen“ Kinderwagen, ist beim Kauf nur noch das gewünschte Design auszuwählen – aber bei der großen Auswahl stellt die „Qual der Wahl“ hoffentlich das geringste Problem dar.

Noch keine Vorstellung, was der künftige Kinderwagen können und bieten soll? Kein Modell im persönlichen Umfeld, das den eigenen Vorstellungen und Anforderungen nahe kommt?
In diesem Fall ist der nächste Babymarkt eine gute Anlaufstelle.
Im Katalog sehen viele Modelle verlockend aus. Was den eigenen Bedürfnissen an Schiebekomfort, Material und sonstigen Eigenschaften gerecht wird, lässt sich jedoch nur durch Fühlen und Testen in natura heraus finden.

Hier ein kleiner Fragenkatalog, der zusammen mit qualifizierter Beratung bei der Wahl des „richtigen“ Kinderwagens hoffentlich hilfreich sein kann:

  • Großstadttauglich oder „Durch Wald und Feld“?

Joggen auch mit Kinderwagen, täglich und bei jedem Wetter „offroad“ z. B. mit dem Familienhund unterwegs? Oder hauptsächlich auf ebenen, befestigten Wegen in der City?
Für jeden Anspruch gibt es den passenden Kinderwagen.
Zum Bummeln in der Stadt oder bei häufiger Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind ein geringes Gewicht, gute Wendigkeit und ein großer, leicht zugänglicher Einkaufskorb von Vorteil, in dem auch mal ein Paket Windeln oder eine Palette Babygläschen ihren Platz finden.
Auf unebenen Feldwegen, aber auch bei schlaglochreichen Strecken und Kopfsteinpflaster in der Stadt bewähren sich eine gute Federung, große, robuste Reifen und eine allgemein große Stabilität des Kinderwagens.

  • Oft mit dem Auto unterwegs?

Wird der Kinderwagen voraussichtlich des Öfteren mit dem Familienauto transportiert, auf jeden Fall die Kofferraummaße bestimmen, notieren und mit den Maßen des zusammengeklappten Kinderwagens vergleichen, damit es beim ersten Einladeversuch keine bösen Überraschungen gibt!
Falls möglich, den Wagen einmal probehalber zusammenlegen und einladen, denn je nach Kofferraum wird trotz ausreichender Maße das Einladen zum Geduldsspiel und zur Millimeterarbeit.
Auch das Gewicht spielt natürlich eine wichtige Rolle, wenn der Kinderwagen oft ins Auto und wieder hinaus gehievt werden muss!

  • Wo „parkt“ der Kinderwagen daheim?

Prima, wenn man zu Hause eine Garage hat oder einen großen, ebenerdigen Flur in der Wohnung zum Abstellen, wenn der Kinderwagen gerade nicht im Einsatz ist.

Wenn dies nicht der Fall ist:
– Müssen einige Stufen überwunden werden, ist es ideal, wenn der Kinderwagen über eine gute Federung und ein geringes Eigengewicht verfügt.
„Parkt“ der Kinderwagen im Hausflur vor der Wohnungstür, sollte eine einfach herauszunehmende Tragetasche nicht fehlen, damit das Baby nach einem Spaziergang nicht beim Herausheben geweckt werden muss, wenn es unterwegs eingeschlafen ist.
Verbleibt der Wagen unten im Hausflur, beispielsweise unter der Kellertreppe, sollte er sich einfach zusammen klappen lassen und ebenfalls über eine herausnehmbare Tragetasche verfügen.
Befindet sich ein Aufzug im Haus, der tagtäglich benutzt wird, sollten die Maße des Kinderwagens mit denen des Lifts verglichen werden – in Breite und Länge, schließlich müssen Mama oder Papa und eventuelle Geschwister auch noch ausreichend Platz neben oder hinter dem Wagen finden!

  • Für alle Fälle gerüstet?

Auch wenn beim Kauf die Sonne lacht, sollte nicht vergessen werden, dass das Jahr auch ungemütlichere Tage bereit hält.
Gibt es zu dem Kinderwagen passendes Zubehör wie Sommer- und Winterfußsack, Insektenschutz, Winddecke, Sonnenschirm und Regenplane, ist man für jede Wetterlage gerüstet, hat optisch alles „aus einem Guss“ und muss sich später beispielsweise nicht über einen nicht exakt passenden Regenschutz ärgern.
Besonders, wenn man sich für ein Modell aus der letzten Kollektion entscheidet, sollte man ggf. sicher stellen, dass passendes Zubehör noch erhältlich ist!

Ebenfalls überlegenswert: Sind kleine Geschwister geplant oder größere schon da, ist es günstig, wenn eine „Mitfahrgelegenheit“ in Form eines Rollbretts zum Mitnehmen des größeren Kindes angebracht werden kann!

  • Extravagant oder zeitlos?

Die Auswahl an Kinderwagen lässt heutzutage praktisch keine Wünsche offen.
Ob schlicht und klassisch, modisch gemustert oder in der Lieblingsfarbe ist nahezu alles erhältlich, was gefällt.

Kündigt sich ein kleines Mädchen ist, ist ein Kinderwagen in Farbtönen wie Rosa und Pink vielleicht verlockend. Sind mehrere Kinder geplant, für die der Kinderwagen genutzt werden soll, sind diese Farben sicherlich nicht mehr gefragt, wenn das zweite Kind ein Junge wird!
Praktisch gedacht: Wird der Kinderwagen für das letzte oder einzige Kind gekauft und soll nach der Kleinkindzeit wieder verkauft werden, vergrößert ein eher schlichtes Modell sicherlich den Kreis potentieller Käufer.

  • Neu oder gebraucht?

Ein neuer Kinderwagen samt Zubehör ist ein recht großer Kostenfaktor in der Erstausstattung. Vielleicht kommt auch ein gebrauchter Kinderwagen in Frage?

Rechtzeitiges Umschauen ist in diesem Fall nicht verkehrt, da gut erhaltene Kinderwagen begehrt sind und man mitunter eine lange Suche einkalkulieren muss, um das passende Stück zu finden.
Vielleicht gibt es das ein oder andere „Schwarze Brett“, an dem sich ein Suchaushang lohnt: In der nahe gelegenen Kinderarztpraxis, in Kindergärten, Turnhallen, Pfarrheimen?
Auch der Besuch von Kinderflohmärkten und das regelmäßige Studieren von Zeitungsinseraten kann sich lohnen.

  • Praktisch und sicher?

Egal, ob die Wahl letzten Endes auf einen Kombiwagen, einen Jogger oder einen Shopper mit Babyaufsatz fällt. Diesen Fragen sollte jeder potentielle Kinderwagen, zusätzlich zu den bereits oben genannten Auswahlkriterien – standhalten:

Handhabung und Alltagstauglichkeit:
– Lässt sich der Kinderwagen schnell und einfach zusammen klappen?
– Lässt sich der Schieber mit wenigen Handgriffen auf verschiedene Körpergrößen einstellen und der Wagen sich trotzdem noch gut schieben, ohne dass es im Beinraum zu eng wird?
– Lassen sich alle Stoffteile einfach abziehen und bei Bedarf waschen?
– Lässt sich das Verdeck einfach und geräuscharm verstellen und weit genug als Schutz vor Wind und Sonne schließen?

Komfort für Kind und Eltern:
– Ist der Wagen gut gefedert?
-Ist die Liegefläche groß genug, dass er dem Baby lange Platz bietet?
– Lässt sich der Wagen später zum Sportwagen umbauen?
– Bietet der Kinderwagen genug Schutz bei starkem Wind, Kälte, intensivem Sonnenschein und gegen Insekten?
– Ist die Liegefläche rückenfreundlich, nicht zu weich und kann nahezu stufenlos auf jede Position zwischen ganz flach und senkrecht verstellt werden?
– Verfügt der Wagen über eine verstellbare Fußstütze?

Sicherheit:
– Verhindert eine Sicherheitsvorrichtung versehentliches Zusammenklappen des Wagens?
– Verfügt der Wagen über das GS-Siegel?
– Ist der Wagen kippsicher und auch sonst frei von Gefahrenstellen, an denen z. B. Finger geklemmt werden können?
– Ist der Wagen auch im Dunkeln gut sichtbar, beispielsweise durch reflektierende Stoffe und andere Elemente?
– Kann das Kind mit Gurten gegen das Herausfallen gesichert werden?
– Verfügt der Wagen über verlässliche Bremsen (Feststellbremse unten und ggf. eine zusätzliche Handbremse am Schieber)?

Dies alles sind wichtige Kriterien, aber wie immer erhebt diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit!
Wenn in obiger Aufzählung ein bedeutender Aspekt beim Kinderwagenkauf vergessen wurde, freuen wir uns wie immer über entsprechende Anregungen und Kritik!

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