Mit offenen Augen durch die Welt: Umweltbewusstsein bereits im Kindesalter fördern

/
/
/
3560 Aufrufe

„Früh übt sich“ – das gilt in vielerlei Hinsicht!
Was früh gelernt wird, das muss man sich später nicht ungleich mühevoller aneignen.
Was früh in Fleisch und Blut übergeht, gelingt vielleicht ein Leben lang leicht und selbstverständlich.

Ob Schwimmen, Radfahren, Lesen oder Schreiben: In jungen Jahren lernt sich einfach vieles wie von selbst und das Interesse für Neues ist in der Regel groß!

Warum nicht die kindliche Neugier und den Eifer, es wie „die Großen“ machen zu wollen, sowie den damit einhergehenden Ehrgeiz nutzen, um Kindern auch anderes für ihr Leben mit auf den Weg zu geben?
Zum Beispiel: Eine gute Portion Umweltbewusstsein und ein gesundes Augenmaß dafür, was an Müll vermeidbar wäre.

Möglichkeiten die sich mühelos in den Alltag einbauen lassen, gibt es viele:

Müll – am besten von vornherein vermeiden!
Brauchen wir das wirklich?
Gibt es im Supermarktregal keinen ähnlichen Artikel, der sinnvoller verpackt ist? Mit Papier statt Kunststoff, mit weniger Folie und Plastik außen herum?
Finden wir das gewünschte Lebensmittel auf dem Wochenmarkt nicht viel umweltschonender oder gar nicht verpackt?
Ist das Spielzeug in der Schokolade oder an der Kinderzeitung wirklich etwas, das unbedingt noch fehlt im Kinderzimmer? Oder landet es beim nächsten Aufräumen (mal wieder) höchstwahrscheinlich im Mülleimer?
Auch wenn es laut der Kinder doch immer nur „so eine Kleinigkeit“ ist: Eltern haben natürlich recht, wenn sie argumentieren, dass es die kleinen Dinge sind, die sich summieren!
Erst im Geldbeutel, später in den – oftmals ohnehin übervollen – Kinderzimmerregalen und schließlich in der Mülltonne.

Sinnvoll überzeugen statt einfach bestimmen
Gehen Sie Diskussionen jedoch nie aus dem Weg, sondern lassen Sie sie zu.
Nur so haben Sie die Chance, auch die Argumente Ihrer Kinder zu erfahren, wenn diese sich einen bestimmten Snack, jenes Getränk, die spezielle Süßigkeit wünschen:
Die anderen Kinder haben immer einen so einen leckeren Saft dabei, den es nur im Trinkpäckchen zu kaufen gibt?
Sie nehmen einzeln verpackte Schokohörnchen oder ihr Brot in Alufolie oder Frühstücksbeutel mit zur Schule und müssen deshalb keine lästige Brotdosen mit in die Pause nehmen?

Ihr Kind bekommt laut eigener Aussage jedoch „… immer nur Wasser oder langweiligen Tee und nie ‚was Cooles!“?
Wenn Ihr Kind Saft mitnehmen möchte und diesen auch bekommen soll, muss dieser ja nicht in der „Eine-Portion-Verpackung“ gekauft und mitgegeben werden.
Eine altersgerechte Trinkflasche oder -kanne tut es ebenso und hält dabei mitunter sogar die gewünschte Trinktemperatur.
Über den Sinn von Schokohörnchen zum Frühstück mag man geteilter Meinung sein, viele andere leckere Dinge zum Frühstück lassen sich aber in jedem Falle umweltfreundlich in der Frühstücksdose zur Schule mitnehmen.

Schaffen Sie dazu ein Bewusstsein bei Ihrem Kind dafür, dass hinter jedem (Wegwerf)Artikel eine Geschichte steckt: Es ist am Ende eben nicht nur „die eine Tüte“ oder „das kleine Stückchen Alufolie“, die weggeworfen werden.
Es wurden zuvor wertvolle Rohstoffe für deren Herstellung benötigt, Wasser und Energie dabei verbraucht. Tüten und Folien müssen wiederum für den Transport und den Verkauf in andere Umverpackungen verpackt werden, alles muss energieintensiv mit dem LKW oder anderen Transportmitteln von A nach B geschafft werden etc.
Vielleicht ist dann auf einmal die Alufolie sehr uncool und die Brotdose hip?

Ebenso lässt es sich in Bezug aufs Autofahren argumentieren:
Es ist natürlich bequem, es geht schnell und für Kinder ist es daher oft die schmackhaftere Alternative zum Radfahren oder zum Fußweg.
Aber: Es geht eben nicht nur um das verbrauchte Benzin, die Abgase und den Straßenlärm!
Je öfter ein Auto gefahren wird, desto schneller muss ein neues gekauft werden, das wiederum muss gebaut und transportiert werden und dafür benötigt man viele Rohstoffe, Energie etc. …

Wenn Müll, dann richtig getrennt!
„Bio“ ist in der Regel einfach: Der Grünschnitt aus dem Garten gehört dazu, ebenso wie der Rasenschnitt, das Kerngehäuse vom Apfel, die Schalen der Kartoffeln, die Gräten vom Fisch, Kaffeesatz und Teebeutel, hart gewordene Brotscheiben, Eierschalen und ähnliches.
Da fällt schon jungen Kindern das Sortieren vom übrigen Abfall leicht. (Bei Zweifelsfällen, was genau in die Biotonne darf und was nicht, ist der zuständige Entsorger der richtige Ansprechpartner!)
Noch „attraktiver“ und anschaulicher ist selbstredend der Komposthaufen im eigenen Garten. Kinder lernen so: Mülltrennen lohnt sich, denn nur so kann aus Weggeworfenem auf wundersame Weise wieder Neues – in diesem Fall Blumenerde – entstehen.

Ebenso werden Kinder liebend gerne zu Detektiven, wenn es um die Fragen geht: „Pfandflasche oder nicht? Und wenn: Einweg- oder Mehrwegflasche?“
Eine Frage, die bei der Vielzahl erhältlicher Getränkeflaschen auch für Erwachsene nicht immer leicht zu beantworten ist.
Begeben Sie sich doch gemeinsam mit Ihrem Kind auf „Spurensuche“ und lassen Sie Ihre Kinder die Flaschen – je nach Ergebnis – in den Pfandautomaten schieben, in den Altglascontainer werfen oder beim gemeinsamen Einkauf im Getränkemarkt abgeben.

Bringen Sie Ihren Kindern früh bei: Manches gehört NIE in den Hausmüll!
Wenn mal versehentlich ein Joghurtbecher oder ein Blatt Papier im Restmüll landet, ist das sicherlich kein Weltuntergang, der Kindern das Interesse und den Spaß am sauberen Mülltrennen verderben sollte.
Keineswegs (aus Bequemlichkeit…) im Kinderzimmerpapierkorb dürfen jedoch landen beispielsweise: Batterien, Akkus, Wecker, Armbanduhren, Taschenrechner, Videospiele, das ausgediente Handy, Energiesparlampen oder auch noch flüssige Reste von Acrylfarben.
Je älter Kinder werden, desto genauer kann man ihnen erklären, was wie weiter verwendet werden kann und dass Wertstoffe (Glas, Papier, Verpackungen, Bioabfälle, Kunststoffe, Metalle, Textilien..) deshalb zu schade für den Restmüll sind!

Auch unterwegs wird „ordentlich“ entsorgt!
Dass die leere Coladose, die Brötchentüte oder das Kaugummipapier nicht auf der Straße landen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Überlegen Sie mit dem Kind gemeinsam jeweils, wie sich Abfall von vornherein am besten vermeiden lässt und – falls dies nicht 100%ig gelingt – wie es angefallene Abfälle wieder mit nach Hause bringen kann, wenn unterwegs mal kein Abfalleimer zu finden war (zum Beispiel beim Wandertag in den Wald).
Eine Bananenschale, eine (niemals ganz) leere Getränkedose oder ähnliches möchte schließlich niemand „einfach“ so zwischen die restliche Ausrüstung in den Wanderrucksack stecken.
Eine einfache, für diesen Zweck wiederverwertbare Plastiktüte als Müllbeutel sollte daher immer mit von der Partie sein!

Papier – mit Bedacht verwenden!
Mit dem berühmten „Schmierpapier“ ist es so eine Sache, die mitunter Konfliktpotential im Familienalltag birgt. Kinder lieben es zu malen und das sollen sie selbstverständlich auch ausleben können!
Aber muss es immer ein nagelneues, weißes Blatt Papier sein, das als Grundlage für ein Kunstwerk dient oder zum Papierflieger gefaltet wird?
Zumindest für Letzteres tut es ein gelesenes Stück Zeitung auch! Wenn für Ersteres schon ein schneeweißer Zeichenblock zum Einsatz kommt oder die berühmten, kleinen „Zettelbox-Zettel“, kann man wenigstens noch die Rückseite nutzen.
Sparsamer und umweltfreundlicher ist es, ausgedientes, einseitig bedrucktes Papier zu sammeln und einen „Schmierpapier-Karton“ anzulegen, aus denen sich die Kinder jederzeit bedienen dürfen.

Muss es immer das edle Geschenkpapier sein, wenn ein Anlass zum Verschenken ansteht? Mitunter teuer gekauft, einmal benutzt und danach ab ins Altpapier?
Schönes Geschenkpapier kann definitiv mehrmals verwendet werden, wenn man ein wenig umsichtig beim Geschenke auspacken vorgeht und nicht mittig den Namen des zu Beschenkenden mit Filzstift aufs Präsent platziert hat.
Zum Verschenken von Kleinigkeiten gibt es sicherlich kreative Alternativen! Schöne Schachteln, alte Kalenderblätter, eine originelle Seite aus einer ausgelesenen Zeitschrift oder einem ausrangierten Buch? Für Geburtstagskinder bietet sich natürlich eine Seite der Tageszeitung ihres Geburtstags an!
Nicht immer leicht ist es, große Kartons zu verpacken. Da sind 1-2 Rollen Geschenkpapier schnell verbraucht. Wenn nicht unbedingt das Rascheln des Geschenkpapiers unverzichtbar bei der Bescherung dazu gehört, kann man ein Präsent auch günstig, schnell und sehr umweltschonend verpacken: Einfach in eine große Decke, eine Tischdecke oder ein Laken einwickeln. Oder in mehrere, um die Spannung zu steigern!

  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Linkedin
  • Pinterest

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

It is main inner container footer text