Bevor das Kinderzimmer aus allen Nähten zu platzen droht: Den Nachwuchs mit Bedacht beschenken – und andere Tipps gegen überquellende Spielzeug-Regale

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Im Freundeskreis oder in der Verwandtschaft ist ein Baby geboren?
Keinen schöneren Anlass gibt es, lieben Menschen – sprich: den frisch gebackenen Eltern – eine Freude mit einem sorgfältig ausgesuchten Präsent zu bereiten!

Zum einen ist es einfach eine schöne Geste, sich auf diese Weise mit jungen Mamas und Papas zu freuen. Zum anderen stehen diesen mit dem ersten Kind so viele Anschaffungen ins Haus, dass ein wenig finanzielle Entlastung durch einen Beitrag zur Babygarderobe oder ähnliches sicherlich herzlich willkommen ist.

Auch wenn es sich im so zarten Alter noch nichts aus Geschenken macht, gilt üblicherweise auch für das Baby: Kaum auf der Welt, schon so reich beschenkt, mit Spielzeug, Garderobe und anderen schönen Dingen.
Und das ist nur der Anfang einer langen, langen Reihe von Geschenken, die es in seinem Leben – vor allem natürlich in der Kindheit – erwarten.
Geburtstag, Weihnachten, Kindergeburtstag, Ostern, Nikolaus – die Jahre vergehen und Gelegenheiten zum Schenken gibt es in jedem immer aufs Neue viele.

Das Kinderzimmer wird mit der Zeit zum wahren Spiele-Paradies und vielleicht wird es gar nicht lange dauern, bis man sich als Eltern fragt „Wohin bloß mit all den schönen Sachen?“.

Bereits im Kleinkind- oder Kindergartenalter stapeln sich Bücher hier in den Regalen, dort Kassetten neben dem ersten Kassettenrekorder.
Daneben steht das Puppenhaus, auf dem Boden macht sich neben der Kugelbahn die Holzeisenbahn breit. Auf, über oder neben dem Bett drängeln sich die Freunde aus Plüsch.
Und darüber, was sich alles an kleinen und großen Schätzen in Spielzeugkisten tummelt, hat irgendwann niemand mehr so recht den Überblick.

Und schon steht der nächste Geburtstag, das nächste Weihnachtsfest bereits wieder vor der Tür?
Wie schafft man da den Spagat zwischen Schenken einerseits, die Fülle im Kinderzimmer im überschaubaren Rahmen zu halten andererseits?

1 Nicht „irgendwas“ schenken, sondern Herzenswünsche erfüllen
Flattert regelmäßig der nagelneue Spielzeugkatalog ins Haus, bekommen Kinder beim Durchblättern dessen große Augen.
Dies wäre doch schön und jenes wäre toll und das da würde perfekt das bereits Vorhandene ergänzen und jenes hat die beste Freundin auch…

Nicht alles jedoch, was spontan für gut und begehrenswert befunden wird, ist noch der Hit, wenn es aus dem Geschenkpapier ausgepackt wird. Oder verliert nach kurzer Zeit schnell seinen Reiz und wird zum klassischen Staubfänger.
Hören Sie genau hin, wenn ihr Kind Wünsche äußert, sammeln Sie ruhig erst einmal alle, wägen Sie dann jedoch ab, welches Spielzeug oder anderes – vor allem, wenn groß und nicht so günstig – tatsächlich die Chance hat, zum neuen Favoriten im Kinderzimmer zu werden!
So werden Fehlkäufe vermieden, die unnötig Geld kosten und ebenso nutzlos wertvollen Platz im Kinderzimmer beanspruchen.

2 Es muss nicht immer „XL“ sein! Alternativen, die nicht so viel Platz wegnehmen
Große Pakete in hübschem Geschenkpapier mit Schleife drumherum sorgen schon für Glücksgefühle im Bauch, bevor sie endlich ausgepackt werden dürfen. (Im Gegensatz zu kleinen, weichen Päckchen, die üblicherweise bis zu einem gewissen Alter wenig spontanes Interesse beim Kind wecken können, kommt daraus doch oft etwas Langweiliges zum Anziehen zutage…)

Naturgemäß nehmen große Spielzeug-Sets – Ritterburgen, Piratenfestungen, Märchenschlösser – später auch ordentlich Platz im Kinderzimmer ein und lassen sich darüber hinaus dummerweise auch schlecht bis gar nicht stapeln.
Wenn es nicht wirklich viel Platz im Kinderzimmer gibt, schenken Sie große Dinge mit Bedacht, denn natürlich muss auch genügend Raum zum Spielen bleiben.
Auch kleine Dinge – oder solche, die praktisch gar keinen Platz benötigen – können große Freude machen!
Eine CD, eine DVD oder ein Buch aus der Lieblingsreihe statt eines weiteren, voluminösen Stofftiers.
Ein kompaktes Gesellschafts- oder Kartenspiel statt des gleichen oder eines anderen Spiels im Großformat, das im XL-Karton daher kommt. Spielspaß ist schließlich nicht proportional zur Größe der Verpackung!
Und wenn es das beliebte Spielzeug-Set im großen Karton sein muss, sollte sich dessen Zubehör, das idealerweise aus vielen, eher kleinen Einzelteilen besteht, bei Nichtgebrauch wenigstens kompakt in einer Spielzeugkiste verstauen lassen.

3 Auf Bewährtes setzen: Vorhandenes ergänzen statt ständig Neues zu beginnen
Spielzeug-Serien, die regelmäßig mit Neuigkeiten aufwarten, gibt es viele, ebenso wie verschiedene Systeme von Kugelbahnen, Rennbahnen, Eisenbahnen und mehr.
Jedes für sich kann schnell (mindestens) eine ganze Spielzeugkisten füllen.
Sinnvoll ist daher, sich von vornherein auf ein System zu einigen und dies regelmäßig zu ergänzen, anstatt ein bisschen von diesem und ein wenig von jenem zu sammeln.
Dies spart nicht nur Platz bei der Aufbewahrung und macht auch Anderen das Schenken leicht, sondern bedeutet auch endlosen Spielspaß aufgrund unzähliger, immer neuer Aufbauvarianten.
Und ist das Kind irgendwann aus dem Alter für dieses Spielzeug heraus, ist ein umfassendes Set schneller und einfacher weiter verkauft als viele Kleinsammlungen hier und da.

Perfekt ist es natürlich, wenn der allerbeste Freund und regelmäßige Spielkamerad beispielsweise die besagte Eisenbahn sein Eigen nennt. Diese muss dann nicht noch fürs eigene Kind angeschafft werden! Stattdessen ist etwas, das dieser beste Freund nicht hat und das so für das gemeinsame Spiel stets attraktiv bleibt, die vermutlich weitaus bessere Wahl.

4 Gutscheine und Bargeld: Alternative Möglichkeiten, Freude zu verschenken
Keine Frage: Hübsch drapierte Geschenkpäckchen unterm Weihnachtsbaum oder auf dem Geburtstagstisch sind das i-Tüpfelchen einer Feier, verbreiten per se Festlichkeit und lassen Kinderaugen strahlen.
Aber: Auch wenn Omas, Opas, Tanten und andere dem Kind zu einem besonderen Tag eine Freude machen wollen, sollte es nie um das Schenken um des Schenkens willen gehen!

Bevor sich später Spielzeug im Kinderzimmer türmt, das einerseits nicht genutzt wird, das man andererseits auch noch nicht weiter verkaufen oder verschenken mag, weil es eben doch noch so neu ist, sagen Sie allen, die etwas schenken möchten, ganz ehrlich und rechtzeitig im Vorfeld der Feier, dass Ihnen im Moment die wirklich zündenden Ideen fehlen.

Vielleicht sind Gutscheine für gemeinsame Unternehmungen (Zoo, Spaßbad, Freizeitpark, Kino…) oder eine Kleinigkeit (Verbrauchsmaterial wie Bastelsachen, eine Süßigkeit) plus etwas Geld fürs Sparbuch (für eventuell später aufkommende Wünsche oder kostspieligere Anschaffungen wie ein Fahrrad, ansonsten langfristig „fürs Leben“) gerne akzeptierte und in diesem Fall wirklich sinnvolle Alternativen zum x-ten Spielzeug-Set.

5 Spart nicht nur Platz, sondern auch Geld: Tauschen statt kaufen
Wie viel Spielzeug liegt tatsächlich im Kinderzimmer herum, das sich nach dem Auspacken aus dem Geschenkpapier als „Eintagsfliege“ entpuppt hat?

Heiß begehrt, kurz genutzt und danach unter „doch nicht so spannend“ verbucht und irgendwo abgelegt und fast vergessen.
Neues, Anderes, Unbekanntes ist naturgemäß spannender, scheint attraktiver und gar langfristig interessanter. Und das, was andere Kinder haben, per se begehrenswert.
Haben andere Eltern und Kinder kein Problem damit, ermuntern Sie den Nachwuchs, regelmäßig Spielzeug auszutauschen.
Hat Ihr Kind beispielsweise Gefallen an einem Brettspiel gefunden, kann der beste Freund es vielleicht für eine Woche entbehren? Stellt es sich als potentieller Dauerbrenner heraus, kann es immer noch auf die eigene Wunschliste gesetzt werden.
Eine andere Möglichkeit: Bücher, CDs, Spiele und andere Medien können bei öffentlichen Bibliotheken ausgeliehen werden.

6 Behalten oder Aussortieren? Kompromisse finden!
Zum Beispiel: „Wenn etwas Neues, Großes angeschafft werden soll, muss zunächst etwas anderes aussortiert werden.“
Jedes Zimmer hat nun mal nur eine gewisse Kapazität für Schränke, Regale und andere Stellflächen und wenn alles proppenvoll ist, bedeutet dies mehr Frust als Lust beim Spielen.
Kommt das Kind zu dem Schluss, dass das Neue auf dem Wunschzettel es nicht wert, sich von Altem zu trennen, ist dies vielleicht eine gute Gelegenheit, den Wunsch noch einmal auf Herzenswunsch-Qualitäten zu prüfen.

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