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Blumenzwiebeln richtig setzen: Jetzt ist die Zeit, für blühende Pracht im kommenden Frühjahr zu sorgen

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Herbstzeit bedeutet einerseits, Abschied zu nehmen von herrlicher Sommervielfalt in Kästen und Beeten. Nun heißt es bald, den Rechen und Gartensäcke heraus zu holen, um gefallenem Laub Herr zu werden, den Rasenmäher langsam einzumotten und den langsam in einen Zustand zu versetzen, in dem er getrost den Winterschlaf verbringen kann.
Andererseits ist aber auch die Zeit gekommen, die Gedanken bereits auf die kommende Saison zu richten: Wenn im Frühjahr wieder alles grünen und blühen soll, wenn Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Co. als kunterbunte Farbkleckser für gute Laune in der noch recht dunklen und kalten Jahreszeit sorgen sollen, so sind nun die Wochen gekommen, deren Zwiebeln in die Erde zu bringen.

Zur Schaufel greifen, ein Loch buddeln, Zwiebeln rein und Erde drüber – was im Grunde eine einfache Sache ist, kann Tücken im Detail aufweisen.

Typische Fehler, die es beim Setzen von Blumenzwiebeln zu vermeiden gilt, sind die Folgenden:

1. Zwiebeln beim Kauf nicht genau unter die Lupe nehmen
Schnell im Vorübergehen sind sie im Einkaufswagen gelandet, zu Hause beim Auspacken folgt dann nicht selten die Enttäuschung, wenn die Zwiebeln durch Transport und lange Lagerung schon sichtbar gelitten haben.
Blumenzwiebeln müssen einen frischen Eindruck machen, sich fest anfühlen und dürfen keine Spuren von Verletzungen oder übermäßiger Feuchtigkeitseinwirkung aufweisen.
Zwiebeln, die hingegen schon ausgetrieben haben, einen schlaffen, welken Eindruck machen oder sonst wie „mitgenommen“ aussehen, werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit die gewünschten Ergebnisse im Beet liefern und sollten daher besser im Laden bleiben.

„Frühlingserwachen“: Hyazinthen im Beet

2. Den richtigen Zeitpunkt zum Einpflanzen verpassen
Lieber ein wenig zu früh als zu spät, sollte die Devise lauten. Im September und Oktober, wenn der Boden noch warm, aber nicht zu trocken ist, wenn er durch die Sonne nicht mehr allzu stark ausgetrocknet wird, wenn andererseits durchdringende Bodenfröste noch kein Thema sind, ist die ideale Zeit, die Zwiebeln in die Erde zu bringen.
Wenn der Winter auf sich warten lässt, ist es auch im November nicht zu spät, zur Schaufel zu greifen!

Bald wird’s kunterbunt: Erste Tulpen schauen aus der Erde…

3. Blumenzwiebeln bis zum Einpflanzen unter ungünstigen Bedingungen lagern
Werden die Blumenzwiebeln nicht direkt nach dem Kauf in die Erde gesetzt, sind gute Lagerbedingungen wichtig, damit sie nicht leiden.
Zwiebeln sollten einerseits nicht in luftundurchlässigen Behältnissen lagern, da die gestaute Feuchtigkeit zur Fäulnis führen kann, andererseits trocknen sie an einem zu warmen, luftigen Platz unnötig aus. Helligkeit wiederum führt zum frühzeitigen Austreiben.
Fazit: Dunkel, kühl und luftig sollte das Plätzchen für die Zwiebeln sein; beispielsweise können sie eingewickelt in ein wenig Zeitungspapier im Keller auf ihren Einsatz im Garten warten.
Dies sollte idealerweise aber nur eine kurze Übergangslösung sein! Am besten sind die Zwiebeln nun mal im Beet aufgehoben.

… und erblühen wenig später in voller Pracht.

4. Die Zwiebeln nicht tief genug oder zu dicht aneinander setzen
Je größer die Zwiebel ist, von desto mehr Erde sollte sie bedeckt sein.
Faustregel für „normale“ Böden: Das gegrabene Loch sollte in etwa doppelt so tief sein wie der Durchmesser der Zwiebel groß ist.
In sehr lockeren, sandigen Böden bekommen die später hochgewachsenen besseren Halt und die Zwiebeln sind bis dahin besser geschützt, wenn sie etwas tiefer in den Boden eingebracht werden.
Bei eher kleineren Zwiebeln wie denen von Perlhyazinthen oder Narzissen können getrost einige Exemplare dicht nebeneinander in ein Pflanzloch gelegt werden. Diese wirken später mit ihren recht kleinen Blüten auch dicht beieinander stehend sehr attraktiv und bahnen sich problemlos ihren Weg.

Mit etwas Glück wächst das Blütenmeer von Jahr zu Jahr: Narzissen

Bei Tulpen oder Hyazinthen hingegen sollte ausreichend Abstand der Zwiebeln zueinander bleiben, damit sich die prächtigen Blüten später (optisch) nicht in die Quere kommen.

5. Staunässe zulassen
In Beeten ist sie in der Regel weniger ein Problem, in Kübeln und Kästen kann sie eher den Zwiebeln den Garaus machen: Nässe, die nicht abfließen kann und dauerhaft zu Fäulnis führt.
Achten Sie darauf, dass sich Löcher in Kübel- und Kästenböden nicht so sehr im Laufe der Zeit zugesetzt haben, dass Gieß- und Regenwasser nicht mehr abfließen können.
In Beeten können sehr schwere, verdichtete, kaum mehr wasserdurchlässige Böden den Zwiebeln zusetzen.
Sehr lehmige Böden werden durch das Untermischen von Sand auch für Blumenzwiebeln wieder zu einem geeigneten Standort

Blaue Farbkleckse im Beet: Traubenhyazinthen

6. Zwiebeln schutzlos dem Appetit von Wühlmäusen aussetzen
Vieles, das liebevoll gepflanzt und gehegt wird, steht leider auf der Speisekarte der Wühlmaus ganz oben, so beispielsweise auch Tulpenzwiebeln.
Um die Zwiebeln zuverlässig zu schützen, sind im Handel Körbchen aus Kunststoff erhältlich, die nicht nur das Anknabbern verhindern, sondern es gleichzeitig erleichtern, Zwiebeln restlos wieder zu finden, wenn es sich um Exemplare handelt, die nicht das ganze Jahr über im Beet verbringen sollen.
Eine Alternative dazu: Aus Kaninchendraht selbst Behältnisse um die Zwiebeln zurechtbiegen, mitsamt derer sie in die Erde gesetzt werden. Gutes Angießen ist in diesem Fall besonders angeraten, damit Hohlräume im Boden zuverlässig nach dem Pflanzen wieder geschlossen werden.

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