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Ein eigenes Konto fürs Kind – ab wann ist es nötig oder sinnvoll?

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So viele kleine Schritte gehören zum Weg des Erwachsenwerdens. So viele Dinge wollen in der Jugend gelernt und geübt werden, bis der bis dato rundum gut behütete Nachwuchs seitens seiner Eltern früher oder später mit gutem Gefühl in ein selbstständiges Leben „entlassen“ werden kann.
Fortan stets selbst für einen vollen Kühlschrank und leeren Wäschekorb zu sorgen, einen Haushalt zu führen mit allem, was dazu gehört, Verträge eigenverantwortlich abzuschließen und mit eigenem Geld umsichtig zu haushalten – all das erwartet praktisch jeden, der volljährig das elterliche Nest verlassen hat.
Wie gut, wenn zu Beginn dieser neuen, aufregenden Phase im Leben viele Alltagsdinge schon geübt sind und keine Fragen mehr aufwerfen, denn mit diesem Neubeginn wird – womöglich dazu noch in einer fremden Stadt – ohnehin genug zu organisieren, zu suchen, zu finden, kennen zu lernen und zu beachten sein.
Was zum Glück allerorten gleich funktioniert und so keine Probleme bereiten wird, wenn man mit dem Prinzip vertraut ist: Das Abheben von Bargeld am Automaten, wenn das Portemonnaie einen niedrigen Füllstand aufweist, sowie bargeldloses Bezahlen beispielsweise an der Supermarktkasse.
Und dank Onlinebanking ist man heutzutage nicht einmal mehr auf die räumliche Nähe zu seiner Hausbank angewiesen, um Überweisungen zu tätigen, Daueraufträge einzurichten, seinen Kontostand im Blick zu haben und weitere anfallende Bankgeschäfte praktisch immer und überall erledigen zu können.

Wann ist jedoch die Zeit gekommen für das erste eigene Konto?
Werbung für das erste Jugendkonto für den Nachwuchs lacht einem vielleicht schon früh entgegen, aber braucht ein 12-Jähriger wirklich bereits ein solches? Ist es mit 14 nicht auch früh genug dafür oder gar erst mit 16 oder 18 Jahren noch?
Pauschal lässt sich diese Frage natürlich nicht beantworten. So individuell Kinder sind, so unterschiedlich wird sich auch ihr Interesse am ersten, eigenen Konto darstellen.

Manche übernehmen gerne früh Verantwortung, managen die sie betreffenden Angelegenheiten selbst, sind wissbegierig auf Dinge des „wahren Lebens“ und haben keine Hemmungen vor, sondern sogar Spaß an unbekannten, technischen Dingen wie einem Geldautomaten.
Andere kommen mit Spardose und ihrem Taschengeld in Münzen und Scheinen lange Zeit lange Zeit sehr gut zurecht und sehen schlichtweg keinen Vorteil darin, ein eigenes Jugendkonto – neben vielleicht einem Sparbuch, auf dem Geldsummen „aus den Augen, aus dem Sinn“ doch gut untergebracht sind – ihr Eigen zu nennen.

Genauso kann es sein, dass das Interesse zunächst riesengroß ist – so ein eigenes Konto mutet doch schließlich schon ziemlich „erwachsen“ an! -, es dann im Alltag aber kaum bis gar nicht genutzt wird, bis vielleicht eines schönen Tages der erste Ferienjob regelmäßige Geldeingänge beschert.
Wozu schließlich ein Konto, wenn das Taschengeld in bar ausgezahlt wird, kleine Summen ebenso von Omas und Opas zugesteckt werden und das eigene kleine Vermögen am Kiosk, im Kino und im Klamottenladen auch nur bar ausgegeben wird?

Früh übt sich…
Auch wenn der Nachwuchs selbst keinerlei Interesse am eigenen Konto zeigt, sollte er jedoch rechtzeitig damit vertraut sein, spätestens aber, wenn Bargeld allein keine oder keine gute Lösung ist.
Bei Urlaubsreisen beispielsweise ist es sinnvoll, sich (nicht nur im Ausland) stets mit einer überschaubaren Menge Geld versorgen zu können, anstatt die gesamte Reisekasse immer in bar mit sich zu führen.
Auch wenn Onlineshopping ein Thema wird, helfen die Scheine und Münzen im Portemonnaie nicht mehr weiter.
Und spätestens mit dem ersten Job, der ersten Wohnung oder zu Beginn von Ausbildung oder Studium geht’s praktisch nicht mehr ohne eigenes Konto.

Gut, wenn dann schon Routine in Sachen Umgang mit dem eigenen Konto herrscht, denn wer als Jugendlicher schon Gelegenheit bekommt, dies zu üben,

  • kann peu à peu in dem Maße Verantwortung übernehmen, wie er es sich selbst gerade zutraut.
  • ist dabei nicht auf sich allein gestellt. Eltern sollten schließlich für alle Fragen ein offenes Ohr haben und den Nachwuchs beim ersten Geldabheben, Ziehen von Kontoauszügen, bei den ersten Gehversuchen im Onlinebanking etc. begleiten, bis diese Dinge „sitzen“.
  • geht kein Risiko ein, in Sachen Kontoeröffnung falsche Entscheidungen zu treffen, denn ein Vertragsabschluss ist bis zu Beginn der Volljährigkeit nicht ohne die Zustimmung der Eltern möglich.
  • dem müssen dank kostenloser Angebote von Banken für Jugendkonten keine Kosten entstehen.
  • weiß sein Geld sicher aufgehoben und kann sich dank regelmäßig erstellter Kontoauszüge mit wenigen Blicken eine gute Übersicht über Einnahmen (beispielsweise regelmäßig von den Eltern überwiesenes Taschengeld ) und Ausgaben sowie langfristig die persönliche Finanzlage verschaffen.
  • und kann künftig außerdem vielleicht auf ganz unkompliziert zu übermittelnde Finanzspritzen großzügiger, weiter entfernt lebender Verwandter hoffen, die dem Kontostand ihres Enkels, Patenkindes oder Neffen hier und da gerne ein wenig auf die Sprünge helfen möchten…

Auch für Eltern kann es übrigens das Leben enorm erleichtern, wenn das Kind über ein eigenes Konto verfügt:

  • Mittels Dauerauftrag besteht keine Gefahr, mit der Auszahlung des Taschengelds durcheinander zu kommen.
  • Besonders bei mehreren Kindern ist es eine große Erleichterung, mehr oder weniger glatte Summen nicht immer punktgenau passend in bar haben zu müssen.
  • Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass das eigene Kind beispielsweise auch in einer anderen Stadt (vielleicht auf der mehrtägigen Klassenfahrt) über sein Geld verfügen kann und kurzfristig auf diesem Weg auch mit Geld versorgt werden kann, wenn seine Ausgaben unerwartet höher ausfallen als sein Portemonnaie Bargeld aufweist.

Der Weg zum eigenen Konto
Eine Anlaufstelle für Eltern mit ihrem Kind ist selbstredend die (Haus)Bank vor Ort.
In einem persönlichen Gespräch kann man dort in aller Ruhe klären, welche Optionen bestehen und welche Vorteile das hauseigene Angebot mit sich bringt (viele Banken haben spezielle, kostenlose Jugendkonten im Repertoire, die mitunter mit Vergünstigen verbunden sind), aber auch, ob potentielle Kostenfallen bestehen, auch wenn das Konto auf Guthabenbasis geführt wird.
Auch kann beispielsweise besprochen werden, dass das Kind pro Tag nur über eine bestimmte Summe verfügen kann, sodass mühsam Erspartes nicht leichtfertig ausgegeben werden kann.

Alternativen zur Bank vor Ort sind natürlich auch in diesem Fall Onlinebanken mit entsprechenden Angeboten für Jugendliche und auch schön Jüngere.

Bildquelle: © unsplash/Fabian Blank

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1 Kommentare

  1. Sehr informativer Artikel. Ich bin auch der Meinung dass ein 12 jähriges Kind über ein eigenes Konto verfügen sollte. Damit kann es lernen mit Geld umzugehen. Natürlich ist es wichtig ,dass die Eltern dabei obhut geben. lg Junoo

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