Eine kleine Checkliste: Grundschulwahl kompakt

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Wer die Wahl hat, hat die Qual…
Wer in diesem Jahr nach den Sommerferien einen kleinen Erstklässler oder eine kleine Erstklässlerin einschult, wird die Wahl der Grundschule höchstwahrscheinlich bereits getroffen haben.
Je nach Bundesland, in dem man lebt, kann das Thema jedoch auch bereits für das erst im nächsten Jahr beginnende Schuljahr aktuell sein.

Um die Frage, ob und ab wann das eigene Kind eine Grundschule besuchen soll oder nicht, brauchen sich Eltern dabei hierzulande nicht den Kopf zu zerbrechen. Die Schulpflicht gilt – von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen – für alle Kinder.
Wann sie beginnt, ist ebenso eindeutig durch das Geburtsdatum des Kindes gegeben, das heißt, durch den im eigenen Bundesland geltenden Stichtag festgelegt.
(Die aktuell geltenden Regelungen der Stichtage sind HIER bei Wikipedia zu erfahren.)

Je nach Bundesland haben Eltern jedoch die mehr oder weniger freie Wahl, welche Grundschule ihr Kind besuchen soll.
In sehr vielen Fällen wird es die nächstgelegene sein: Ein kurzer Schulweg, ein bekanntes Umfeld, Nachbarkinder und Kindergartenfreunde, die dieselbe Schule besuchen, sprechen eindeutig dafür.

Es kann natürlich aber auch gute Gründe geben, die für eine andere Grundschule als die nächstgelegene sprechen, und diese können sehr vielfältig sein: Die Nähe zum Arbeitsplatz, das Betreuungsangebot an der Schule beispielsweise oder der Wunsch, dass das Kind an einer Schule in kirchlicher Trägerschaft, einer Waldorf-, Montessori- oder anderen Ersatzschule unterrichtet wird.

Wer dann als Eltern beginnt, hin und her zu überlegen, mal zur einen, dann wieder zur anderen Schule zu tendieren, weil beide Alternativen ihre Pluspunkte haben, sollte sorgsam abwägen:
Welche Kriterien sind einem persönlich sehr wichtig?
Welche Punkte sollten zum Wohl des Kindes unbedingt erfüllt sein?
Welche Aspekte sind eher von untergeordneter Bedeutung?

Vielleicht kann der folgende Fragenkatalog helfen, besonders wichtig scheinende Kriterien dick zu unterstreichen, unwichtige gänzlich zu streichen, „mittelwichtige“ gegeneinander aufzuwiegen und so einen persönlichen Bewertungskatalog zu erstellen, bei dem sich am Ende eine von beiden Schule als Sieger nach Punkten ergibt.
„Zwischen den Zeilen“ daher extra ein wenig Platz für persönliche Notizen.

Sollten im Folgenden wichtige Aspekte vergessen worden sein, die Eltern beschäftigen, sind diesbezügliche Anregungen selbstverständlich herzlich willkommen, um die Aufzählung zu vervollständigen!

Eckdaten: Zahlen und Fakten
– Wer ist Träger der Schule?

– Welches pädagogische Konzept gibt es?

– Wie viele Klassen gibt es?

– Wie viele Kinder werden pro Klasse unterrichtet?

– Wie viele Lehrer unterrichten die Kinder?

– Von wem werden die Kinder außerdem betreut?

– Wie groß ist die Chance, einen Platz an der Schule zu bekommen?

Was macht die Schule aus?
– Orientiert sie sich an einem Vorbild?

– Wie präsentiert sie sich nach außen?

– Welchen Eindruck macht die Internetseite? Ist diese aktuell? Sind dort alle gesuchten Informationen zu finden?

– Worauf wird besonderer Wert gelegt?

Das berühmte Bauchgefühl und weitere persönliche Eindrücke

– Welche Möglichkeiten gibt/gab es, sich ein Bild von der Schule zu machen? (Internetseite, Infoabende, Schulfeste, Tag der Offenen Tür, andere Veranstaltungen, persönliche Erfahrungen anderer)

– Sagt die Schule einem vom Bauchgefühl her zu?

– Wie ist es um Fülle und die Qualität bezüglich Informationen bei oben erwähnten Anlässen bestellt?

– Fühlt man sich in der Schule stets willkommen und freundlich aufgenommen?

– Herrscht ein freundliches Miteinander?

Schulgebäude und Schulgelände
– Wie gefiel dem Kind beim ersten Besuch die Schule?

– Für welche Angebote konnte es sich begeistern und wird es sich auch künftig begeisten können?

– Wirkte es „zu Hause“, entspannt, fröhlich? Oder eher fremd, schüchtern, ängstlich?

– Sagten ihm Gebäude und Spielgelände zu?

– Wirkt die Schule im wahrsten Sinne wie für Kinder gemacht?

– Dekorieren die Schüler selbst Wände, Fenster, Klassenzimmer? Werden ihre geschaffenen Werke gewürdigt und präsentiert?

– Machen die Schule und das Außengelände einen gepflegten Eindruck?

– Wie modern, sauber und gepflegt wirken Klassenräume, Mobiliar, Flure und sanitäre Einrichtungen?

– Welche Sportmöglichkeiten gibt es an oder in der Schule oder in erreichbarer Nähe?

Welche Betreuungs- und Förderangebote gibt es?
– Werden starke und/oder schwache Schüler besonders gefördert?

– Welche Betreuungsangebote (morgens, nachmittags, in den Ferien) kommen für einen persönlich in Frage?

– Welche Zeiten sind durch die Betreuung abgedeckt?

– Klappt es, eigene Arbeitszeiten, Kindergartenzeiten von Geschwisterkindern o.ä. mit diesen unter einen Hut zu bringen?

– Wie ist die Betreuung organisiert?

– Wer kümmert sich um die Kinder?

– Welche Räume und Spielmöglichkeiten stehen den Kindern zur Verfügung?

– Werden die Kinder immer in der eigenen Schule betreut oder bestehen Kooperationen mit anderen Schulen?

– Welche (kreativen) Kurse und Sportangebote können gewählt werden?

– Können die Kinder viel draußen spielen?

– Ist uns ein Platz in der gewünschten Betreuung sicher?

– Wie ist die Hausaufgabenbetreuung organisiert?

– In welcher Gruppenstärke, Konstellation von Kindern und welchen Räumlichkeiten findet diese statt?

– Welchen Eindruck machen die Mensa und die angebotenen Speisen?

– Welche Kosten entstehen für Betreuung und Verpflegung?

Freunde und Schulweg
– Welche anderen Kinder besuchen die Schule oder werden diese besuchen?

– Ist es gewiss, dass das Kind mit seinen Kindergartenfreundin in dieselbe Klasse kommt?

– Werden Wünsche bei der Anmeldung diesbezüglich in der Regel berücksichtigt erfüllt?

– Wie wird der Schulweg bewältigt?

– Ist der Schulweg sicher und von einem Erstklässler problemlos zu bewältigen?

– Muss das Kind immer zur Schule gebracht und wieder abgeholt werden?

– Wie ist es um die Parksituation, um Fahrradstellplätze bestellt?

– Wann muss das Kind morgens das Haus verlassen, wann ist es mittags zurück?

– Wie lange ist es summa summarum täglich unterwegs?

– Kann/wird das Kind alleine gehen?

– Gibt es Freunde in der Nähe, mit denen es zusammen gehen kann?

– Gibt es befreundete Eltern, mit denen man sich in der ersten Zeit bei der Begleitung der Erstklässler abwechseln kann?

– Sind eventuell Mitfahrgemeinschaften möglich?

– Liegt die Schule günstig, um regelmäßige Termine (Arzttermine, Hobbys, Besuch der Großeltern) ohne Umweg gleich im Anschluss zu erledigen?

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