„Ich packe meinen Koffer…!“ – Wenn Jugendliche auf Reisen gehen

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Warum in die Ferne schweifen…?
Dafür sprechen nun wahrlich viele gute Gründe!
Erholung beispielsweise. Oder den persönlichen Horizont mal wieder ein wenig erweitern zu wollen.

Egal, warum es einen zeitweise von zu Hause wegzieht: Vor dem Aufbruch steht praktisch immer das Kofferpacken.
Und je größer die Familie ist, die eine Reise tut, und je jünger die zugehörigen Kinder noch sind, desto mehr steht dies im Fokus der Reisevorbereitung.

Bei den Kleinen sind es vielleicht Berge von Spielzeug und Stofftieren, auf die nicht verzichtet werden kann oder die UNBEDINGT ebenfalls ein anderes Stückchen der Welt sehen sollen und damit für Diskussionsstoff sorgen?
Bei Teenagern ist es hingegen gerne ein wenig Bequemlichkeit und Unlust, diese doch eher lästige Aufgabe endlich anzugehen. Denn wer weiß: Vielleicht erbarmt sich Mama ja doch, wenn die Zeit langsam drängt und man bis dahin nur lange genug die Ohren auf Durchzug gestellt hat ..?

Damit letzten Endes nicht der ganze Stress des Zusammensuchens von diesem und jenem quer durchs ganze Haus, das Abzählen, Falten und Stapeln von Wäschestücken in Koffern und Reisetaschen – und damit gleichzeitig auch die Verantwortung dafür, wenn doch etwas Wichtiges am Reiseziel fehlt! – nicht an einem/r in der Familie hängen bleibt, sollten so früh wie möglich ALLE helfend mit anpacken.

Natürlich will dafür das Kofferpacken gelernt und geübt sein – und das idealerweise bereits in jungen Jahren.
Denn spätestens, wenn aus dem Kind ein Jugendlicher geworden ist, sollten Planung und Vorgehen so durchdacht sein und notwendige Handgriffe „sitzen“, sodass Mama und Papa sich guten Gewissens auch einmal aus der Mission „Ich packe meinen Koffer…“ heraushalten können.
Der Weg dahin?

1.) Beziehen Sie Ihre Kinder so früh wie möglich beim Kofferpacken mit ein
Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen dies alleine und ungestört schneller und zielorientierter gelingt:
Tragen Sie mit Ihren Kindern zunächst gemeinsam alles zusammen, was mit muss, und erklären Sie ihnen, warum so und so viel hiervon und davon in den Koffer soll und auch, was am Urlaubsort verzichtbar ist.
Ist alles beisammen, lassen Sie den Nachwuchs überlegen, was sinnigerweise im Koffer nach unten gehört, was ganz oben liegen kann und soll, weil es dort griffbereit nach der Ankunft am besten platziert ist, und was eher empfindlich ist und deshalb mittig zwischen dicken Kleiderschichten gut geschützt liegen sollte.

2.) Steht eine an, setzen Sie sich stets rechtzeitig vor dem Kofferpacken mit Ihrem Kind zusammen und überprüfen Sie die von der Klassenleitung ausgegebene Pack-Liste dahingehend, was vorhanden ist und eventuell fehlt
Wer erst beim Packen beginnt, alles zusammen zu suchen und Einkaufslisten fehlender Dinge zu schreiben, verbreitet nicht nur schnell Chaos und Hektik, sondern läuft im allgemeinen Trubel auch Gefahr, etwas Wichtiges zu vergessen.

3.) Erstellen Sie gemeinsam eine vollständige Checkliste
Manch einer – vor allem ein routinierter Reisender – mag während des Packens voll und ganz auf sein Bauchgefühl vertrauen, dass an alles Benötigte auch wirklich gedacht wird, und schließt letzten Endes mit gutem Gefühl die Tasche, ohne deren Inhalt noch einmal kontrolliert zu haben.
Ein anderer braucht die Gewissheit und die Bestätigung – vielleicht sogar mehrfach! -, dass wirklich alles eingepackt wurde, das am Reiseziel gebraucht werden wird.
Eine vor dem Packen erstellte Checkliste zum Abhaken schafft diese Sicherheit – und kann notfalls noch unmittelbar vor der Abreise in Gedanken oder bei einem Blick in die Tasche (ohne jedoch etwas heraus zu nehmen!) auf dem Papier abgehakt werden.
Wichtig: Wirklich ALLES notieren! Und nicht getreu dem Motto DAS würde ich doch nie vergessen“ doch aufs gute Gedächtnis vertrauen!

4.) Möchte Ihr/e Jugendliche/r allein für seine Klassenreise packen: Schenken Sie ihm das Vertrauen und kontrollieren Sie anschließend nicht noch einmal alles nach
Er/sie wird schon wissen, wie viele Pullover es sein sollen, welche Schuhe er/sie für Wanderungen und Stadtbesichtigungen als passend erachtet und welche Jacke bei den zu erwartenden Temperaturen angemessen ist.
Ausnahme jedoch: Dokumente wie Versichertenkarte der Krankenkasse, Pass/Ausweis, Fahrkarten, Einverständniserklärungen sowie (eventuell) benötigte Medikamente noch einmal in der Tasche zeigen lassen, auch wenn es beim Jugendlichen genervtes Augenrollen hervor ruft.
Wird so etwas vergessen, ist es für alle Beteiligten unterwegs unangenehm und kann gar echte Schwierigkeiten bedeuten.

Ansonsten dürfte dem Nachwuchs in diesem Alter klar sein, dass er am Ziel seiner Reise auch für die Konsequenzen aufkommen muss, wenn etwas vergessen wurde, und dass er Verantwortung für seine Sachen trägt, insbesondere, wenn es um teure Markenklamotten, hochwertige Geräte (Smartphone etc.) und größere Bargeldsummen geht.
Auch wenn diese daheim selbstverständlich zum Alltag dazugehören: Unterwegs kann vielleicht auf solche kostspieligen Begleiter verzichtet werden?
Bieten Sie Ihrem Kind alternativ zu seinem teuren Smartphone doch ein eventuell vorhandenes, „abgelegtes“ Handy für die Reisedauer an. Sicherlich werden Sie zunächst Skepsis und ein ungläubiges Gesicht ernten, vielleicht wird dies zu Diskussionen führen.
Erfahrungsgemäß nimmt der eine oder andere Teenager das Angebot letzten Endes doch gerne an und wird insgeheim erleichtert sein, dass keine Angst um sein wertvolles Eigentum seine Städtetour oder Landpartie begleiten wird.

Was den Umfang des Reisegepäcks angeht, kann man eine wahrlich große Bandbreite beobachten, wenn man sein Kind zum Treffpunkt der Reisegruppe begleitet:
Manch ein/e Jugendliche/r kommt mit XL-Koffer, großem Rucksack und weiterem Handgepäck zum Reisebus. Ein anderer hingegen scheint locker alles in der gar nicht mal so großen Reisetasche verstaut zu haben.
Dies ist ein Punkt, an dem Eltern tatsächlich getrost die Verantwortung dem jungen Weltenbummler überlassen können, inklusive der Chance, aus Fehlern zu lernen!
Wenn der Jugendliche meint, dies und jenes müsse unbedingt mit: Bitte, solange der Reißverschluss der Reisetasche nicht zu bersten droht. Sie müssen ja nicht schleppen… .
Weisen Sie dennoch vielleicht dezent darauf hin, dass genug Platz im Koffer für Mitbringsel, Souvenirs und der „Beute“ von Shoppingbummeln bleiben sollte.

Ausnahme wiederum: Für den Familienurlaub gilt letzterer Punkt jedoch nicht unbedingt!
Wenn Kind oder Jugendlicher seine halbe Zimmereinrichtung mit auf Reisen nehmen möchte, dürfen Eltern durchaus bremsen.
Übergepäck am Flughafen kann schließlich richtig teuer werden und auch, wer mit dem Auto reist, wird kein endloses Kofferraumvolumen zur Verfügung haben.

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