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Immer sicher unterwegs auf zwei Rädern: Machen Sie das Fahrrad Ihres Kindes jetzt fit für die warme Jahreszeit!

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Kinder lieben das Gefühl der Freiheit, der Selbstständigkeit und des „Großseins“. Wenn sie stolz die ersten Runden auf ihrem ersten eigenen Fahrrad drehen. Oder später sogar allein darauf den bewältigen dürfen.

Besonders wenn das Fahrrad ausschließlich in der Freizeit genutzt wird, hat es über den Winter oft Pause. Gut ist es, wenn es solange an einem trockenen, geschützten Ort stehen kann. Im Keller, in einem Fahrradschuppen, Gartenhaus oder in der Garage. Wo dies nicht möglich ist, werden Wind und Wetter bis zum Beginn der neuen „Radfahrsaison“ ihre Spuren hinterlassen haben.

Dann heißt es: Zu Putzlappen und einem Eimer Wasser greifen! Und das vermutlich ziemlich verschmutzte Zweirad wieder auf Hochglanz bringen. Das Rad aus dem Keller hingegen braucht man wahrscheinlich nur gründlich abzustauben.

Für ALLE Räder gilt immer, jedoch besonders nach der Winterpause. Vor Inbetriebnahme sollte man stets genau hinschauen und sie in regelmäßigen Abständen zusätzlich genau warten. Damit alle Familienmitglieder allzeit sicher auf ihren zwei Rädern unterwegs sind!

 

  • 1.) „Ist das Fahrrad heile?“

Nehmen Sie das Zweirad zunächst genau unter die Lupe! Kunststoffteile können brüchig geworden sein und zur Verletzungsquelle werden. Verschleißteile können ausgedient haben und müssen dann erneuert werden.

Sind Teile von Rost angegriffen, verbogen, abgebrochen, weisen Risse oder Beulen auf? Suchen Sie bei Unsicherheit über den Zustand einzelner Teile, bezüglich notwendiger Reparaturen, die Sie selbst nicht fachgerecht ausführen können, und bei der Beschaffung passender Ersatzteile gegebenenfalls Expertenrat!

  • 2.) „Sitzt der Lenker und alles, was daran befestigt ist, fest?“

„Schlackernde“ Bremsgriffe und Klingeln sind nicht nur störend und lenken das Kind unnötig vom Geschehen im Verkehr ab. Sie gefährden auch seine Sicherheit. Denn ihre Funktionalität kann beeinträchtigt sein, wenn sie sich im „Winterlager“ verschoben haben und dadurch für Kinder nur noch schwer erreichbar sind. Ein einfaches Festziehen der Schrauben kann Gefahrenquellen ausschalten, die darüber hinaus häufig auch als typische Folge von Stürzen auftreten.

  • 3.) „Sitzt der Sattel fest?“

Die Gefahren eines Sattels, der plötzlich nach unten rutscht oder sich zur Seite dreht, liegen auf der Hand… .
Bei der Kontrolle sollten Sie gleichzeitig einen Blick unter den Sattel werfen, um mögliche Materialermüdungen rechtzeitig zu erkennen.

  • 4.) „Sind auch alle anderen Schraubverbindungen fest?“

Nehmen Sie sich die Zeit und überprüfen Sie den festen Sitz aller Schrauben. Insbesondere die Halterungen der Schutzbleche und der Beleuchtung lockern sich gerne einmal, gehören regelmäßig überprüft und wie alle Schrauben bei Bedarf wieder festgezogen.

  • 5.) „Laufen die Räder gleichmäßig rund und „schlackern“ dabei nicht hin und her?“

Die berühmte „Acht“ im Rad ist bei Kinderrädern keine Seltenheit. Schließlich geht es häufig über Stock und Stein und auch Bordsteinkanten stellen keine Hindernis dar. Wer nicht über das richtige Werkzeug, ausreichend Geduld, das nötige Feingefühl und/oder die Zeit verfügt, um sich selbst am Auswuchten der Felge zu versuchen, findet in der Fahrradwerkstatt vor Ort sicherlich den richtigen Ansprechpartner, der sich des Schadens annimmt.

Ein Rad sitzt nicht fest? Es lässt sich quer zur Laufrichtung hin und her bewegen? Dann muss man vermutlich das Nabenspiel neu eingestellen. Wer sich dies nicht zutraut (was keinesfalls eine Schande ist!), ist ebenfalls mit dem Gang zu Fahrradprofis in der Werkstatt gut beraten.

  • 6.) „Stimmt der Reifendruck?“

Ein zu niedriger Luftdruck im Reifen macht das Radfahren zunächst einmal unnötig mühsam. Als Anhaltspunkt: Während bei größeren Kinder- beziehungsweise Jugendfahrrädern durchaus 3 – 4 bar ein gutes Maß darstellen, so reichen bei Fahrrädern für die Jüngeren meist 2 bar aus.

Ein zu geringer Reifendruck bringt gleich mehrere entscheidende Nachteile mit sich.
1. Bei holperigen Fahrten, insbesondere über Bordsteinkanten, kann es schnell einen Durchschlag bis auf die Felge geben. Mögliche Folgen dessen sind das Platzen des Reifens oder auch ein Felgenschaden.
2. Der innen liegende Schlauch reibt stärker am Mantel als bei gut eingestelltem Reifendruck und verschleißt dadurch unnötig schnell.

Ideal zur Einstellung des Reifendrucks ist eine Standluftpumpe mit Druckanzeige. Diese weist zwar in der Regel keine allzu großen Genauigkeit auf, ihre Anzeige ist als Richtwert aber ausreichend. Solche Standluftpumpen sind im Fachhandel inzwischen im bezahlbaren Rahmen zu bekommen. Und eine willkommene Hilfe, wenn häufiges Pumpen erforderlich ist.

  • 7.) „Sind alle Rückstrahler vorhanden und sauber?“

Die Rückstrahler (vorne, hinten, an den Pedalen, in den Speichen) dienen der guten Sichtbarkeit in Dämmerung und Dunkelheit. Alternativen zu den bekannten „Katzenaugen“ in den Speichen sind reflektierende „Speichenstäbchen“ oder reflektierende Streifen an den Reifenseiten.

  • 8.) „Passt die Größe des Rades noch zum Kind?“

Ein Praxistest wird schnell und zuverlässig die Antwort liefern. Zum Glück sind Kinderfahrräder für eine Weile „mitwachsend“. Vielleicht lässt sich das Fahrrad noch an die aktuelle Körpergröße anpassen, indem man Sattel und Lenker neu einstellt. Dabei dürfen die Stangen nicht über vorhandene Markierungen hinaus herausgezogen werden! Wenn dies vonnöten wäre, ist die Zeit für ein neues Rad gekommen!

Aber: Das neue Fahrrad darf wiederum nicht zu groß sein! Die Devise „Das Kind wächst da schon rein!“ sollte nicht gelten! Im Zweifelsfall ist der Neukauf einer längeren Sattelstange übergangsweise eine gute Lösung. Auch wenn das Kind dies als „uncool“ – vor allem im Vergleich zu einem neuen Fahrrad – empfinden mag.

  • 10.) „Funktioniert das Licht?“

Funktionierende Leuchten sind elementar wichtig für ein verkehrssicheres Fahrrad. Mitunter ist es ratsam, ein defektes Rücklicht mit konventionellem Birnchen gegen eine Version mit LED auszutauschen. Empfehlenswert in puncto Sicherheit ist dabei eine Nachleuchte-Funktion mittels Kondensator (die batteriegepufferte Variante läuft zu schnell leer). Auch solche Rückleuchten sind im Handel nicht mehr allzu teuer.

Beim Vorderlicht sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es nach vorne mittig auf den Boden scheint. Für Kinder empfiehlt sich ein Licht-Bereich von einem halben Meter bis hin zu 4 Metern. Bei größeren Radfahrern darf dieser auch weiter entfernt liegen.

  • 11.) „Funktionieren die Bremsen einwandfrei?“

Natürlich sind auch zuverlässig funktionierende Bremsen ein absolutes Muss. Tauschen Sie im Zweifelsfall lieber den Bremszug mitsamt Hülle aus, denn kaum etwas ist so gefährlich wie eine schwergängige Bremse!

  • 12.) „Läuft alles im wahrsten Sinne wie geschmiert?“

Wenn es irgendwo quietscht, ist es naheliegend, sich auf die Suche nach der Geräuschquelle zu machen. Und danach mit ein wenig geeignetem Fett das störende Geräusch auszuschalten. Aber auch bevor es dazu kommt, sollte man dem Fahrrad hier und da einen Tropfen geeignetes Öl gönne. Beispielsweise an Schrauben, die öfter genutzt werden (zur Einstellung von Sattel und Lenker). Zudem an der Kette und an anderen Teilen, die regelmäßig in Bewegung sind (Gangschaltung, Seilzüge der Bremsen) oder bewegt werden können (wie Sattel- und Lenkerstange).

Bei der Grundreinigung der Kette sollte man zunächst altes, „fest gebackenes“ Fett entfernen. Und die Kette dazu gegebenenfalls mit geeigneten Mitteln (zum Beispiel mit dem bekannten „WD-40“) gängig machen. Vor dem erneuten Einfetten mit einem geeigneten Kettenfett muss die Kette jedoch ausreichend trocknen können.
Wenn Sie Ketten-Sprühfett nutzen wollen, dann vermeiden Sie eher solches, welches für Motorräder konzipiert wurde. Denn dieses hat andere Haft-Eigenschaften, die sich für Fahrräder als eher kontra-produktiv erweisen können. Überprüfen Sie gleichzeitig die Kettenspannung und stellen Sie diese bei Bedarf neu ein.

  • 13.) „Funktioniert die Klingel unüberhörbar?“

Ein Test, den ein Kind gerne auch öfter unaufgefordert wiederholt… . Ist die Klingel schwergängig geworden? Dann schrauben Sie bei Modellen mit innen-liegendem Klöppel den Deckel einfach einmal ab. Und kontrollieren Sie anschließend, ob der Metall-Klöppel noch gängig zu machen ist. Häufig ist Flugrost die leicht behebbare Ursache.

  • 14.) „Funktioniert das Fahrradschloss?“

Ein Schloss, das sich nur schwer öffnen und schließen lässt, ist ein Ärgernis. Nach längerer Pause des Fahrrads jedoch keine Seltenheit. Gehen Sie hier behutsam vor und machen das Schloss-Innere zunächst mittels Kriechöl („WD-40“) gangbar. Anschließend sollte man reichlich niedrig-viskoses Öl hineingeben. Und dieses nach einer längeren Einwirkzeit wieder (nahezu vollständig) herauslaufen lassen. Achtung: Ölflecken-Gefahr, daher das Schloss anschließend auch von außen gründlich reinigen! So kann Ihr Kind sicher sein, dass es sein Fahrrad stets anschließen und das Schloss danach wieder problemlos öffnen kann.

  • 15.) Last but not least: „Leistet der Fahrradständer (noch) gute Dienste?“

Wird das Fahrrad fast immer – mehr oder weniger schonend – „abgelegt“ statt wie eigentlich vorgesehen abgestellt? Weil der Fahrradständer sehr schwergängig ist oder das Fahrrad nur sehr wackelig stehend zurück ließe? Dann wird dies bald unschöne Spuren am Rad hinterlassen.

Manchmal reicht es dabei schon, ein wenig nach zu fetten. Für den Austausch hingegen genügen ein neuer Fahrradständer, „Basic“-Werkzeug aus dem Werkzeugkasten und wenig handwerkliches Geschick.

Bildquelle: © bigstock.com/ Golib

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4 Kommentare

  1. Sehr gute Zusammenfassung. Herzlichen Dank. Vielleicht noch der kleine Hinweis an Eltern, dass sie ihre Kinder nochmal wegen der Gefahren im Straßenverkehr aufklären sollten. Vor allem sollte man immer daran erinnern: Rücksicht auf andere Straßenteilnehmer. Manchmal sind Kinder nämlich ziemlich wild unterwegs…

  2. Ein wichtiger Artikel, da man bei der Verkehrssicherheit von Kindern auf jedes Detail achten sollte. Im stressigen Alltag wird das manchmal schwierig. Daher ist so eine „Checkliste“ richtig gut geeignet.
    Ich stimme auch Nadine zu, was die gegenseitige Rücksichtnahme anbelangt. Den Kindern sollte so früh wie möglich bewusst sein, dass es Dinge und Personen gibt, auf die sie selbst achten sollten (damit nichts passiert).

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