Ist der gute alte Kindergeburtstag nicht mehr „hip“ genug?

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Für Kinder ist er das Allergrößte: Der eigene Kindergeburtstag!
Zu Recht!
Denn einmal im Jahr so richtig im Mittelpunkt zu stehen, ist schließlich etwas wunderbares.
Und dazu noch Geschenke, Kuchen und Apfelschorle!
Es werden Spiele gespielt, gemeinsam wird vielleicht sogar ein Schatz gefunden und die besten Freundinnen und Freunde werden zu guter Letzt mit liebevoll gepackten Mitgebseln überrascht!
Noch bessere Nachmittage sind da im Laufe eines Jahres tatsächlich schwerlich zu finden.

Kindergeburtstag = „Höher, schneller, weiter“?
Und so verwundert es kaum, dass Kinder mit hohen Erwartungen an diesen Tag heran gehen und auch für Eltern Kindergeburtstage eine aufregende Sache sind.
Der Wunsch, dass dieser Nachmittag fürs eigene Kind perfekt wird, dass es einen unvergesslich schönen Tag haben und alles fröhlich und harmonisch verlaufen soll, lässt viele Mamas und Papas die Messlatte hochlegen und nach Programmpunkten für die Party daheim suchen, die allen in guter Erinnerung bleiben sollen.

Wer Inspiration dafür finden möchte und/oder unsicher ist, was gut ankommt, für den ist heutzutage das Internet vermutlich erste Anlaufstelle.

Bei der Suche nach „simplen“ Spielideen für zu Hause in gemütlicher Runde mag sich jedoch schnell eine gewisse Ernüchterung breitmachen.
Denn standen bei Geburtstagsfeiern der heutigen Elterngeneration noch Kakao, Kuchen und Blinde Kuh auf dem Programm, scheinen es derweil immer häufiger Kanufahrten, Kino oder Bowlingbahn zu sein, die Geburtstagskindern anlässlich „ihres“ Tages geboten werden und die sich Eltern einiges kosten lassen.

Beruhigend ist es dann zu lesen, dass auch andere Eltern das ungute Gefühl beschleicht, dass Kindergeburtstage immer mehr zu Veranstaltungen mit Statussymbol-Charakter zu werden scheinen, sowie die Angst, dass der traditionelle Kindergeburtstag zu Hause nicht mehr den Ansprüchen Erlebnis-verwöhnter Kinder genügen könnte.

Ist denn der gute, alte Kindergeburtstag nicht mehr gut genug?
„Ist es nicht mehr getan mit einem selbstgebackenen Kuchen, klassischen Spielen, einer Schnitzeljagd und vielleicht ein wenig Drumherum, das weder die Familienkasse schröpft noch es große logistische Herausforderungen zu meistern bedeutet?“, mag man sich in Anbetracht der Angebotsfülle für Kindergeburtstage sorgen.

„Werden sich kleine Gäste gar langweilen, wenn es „nur“ Kuchen und gemeinsame, bewährte Spiele gibt?“, kann der nächste Gedanke lauten.

„Würde DAS nicht viel besser ankommen?“, mag man da hinterfragen, wenn man von tollen Alternativangeboten zum Geburtstag daheim liest, die auf Kinder ohne Frage eine ungemeine Attraktivität ausüben dürften.

„Würde DAS meinem Kind nicht noch mehr Freude machen?“, ist man praktisch schon überzeugt, während man sich vom Gedanken an den Geburtstag zu Hause zu verabschieden beginnt und die Kosten für das Kindergeburtstag-Erlebnis-Gesamtpaket zu kalkulieren beginnt.

Und spätestens, wenn das Kind die Frage, ob ihm das außerhäusliche Geburtstagsangebot als Alternative zur Feier daheim entgegenkäme, lauthals und begeistert bejaht hat, gibt es praktisch kein Zurück mehr.
Aber: „Muss das sein?“

Ist der Erlebnis-Geburtstag außer Haus wirklich „besser“?
Sicherlich nicht unbedingt, denn eine Garantie für perfektes Kindergeburtstags-Gelingen kann man wohl für kein Geld der Welt kaufen, aber:
Es gibt natürlich durchaus gute Gründe, sich für eine Feier außer Haus zu entscheiden, und daher ist es wunderbar, dass es diese vielen Möglichkeiten von A wie „Abenteuergolf“ bis Z wie „Zoobesuch“ gibt:

– Es kann der Wunsch dafür sprechen, dem Kind etwas ganz Besonderes zu bieten.
Und wenn man es sich leisten kann und letzten Endes alle Spaß haben, spricht natürlich nichts dagegen.

Vielleicht sind es mangelnde Zeit oder schlichtweg die heimliche Unlust, viele Kinder in der Wohnung zu haben?
Ganz ehrlich: Wem es echten Stress und „Magenschmerzen“ bereitet, zwischen Haushalt, Arbeit und den übrigen täglichen Verpflichtungen auch noch einen Kindergeburtstag daheim zu organisieren, muss sich dies nicht antun, wenn es Alternativen gibt!
Merken das Kind und seine Gäste, dass man letzten Endes ausgebrannt und lustlos statt mit Freude und Herzblut bei der Feier dabei ist, ist schließlich keinem gedient.
Da ist eine entspannte Mama am Randes des Spielfeldes in der Fußballhalle doch die weitaus bessere Option.

– Vielleicht ist es – vor allem bei mehreren Kindern – auch eine gewisse „Kindergeburtstagsmüdigkeit“?
Hand aufs Herz. So viel Spaß es auch macht, die Wohnung mit Luftschlangen zu dekorieren, eine Festtafel zu bereiten und abends für die ganze Meute Würstchen mit Ketchup zu kredenzen: Irgendwann ist es genug des Guten.
Die Kinder werden größer, alles hat seine Zeit und man darf zu Recht froh sein, wenn so manches auch mal zu Ende geht.

Es gibt aber ebenso gute Gründe zu Hause zu feiern und eine solche Feier muss einer Außer-Haus-Party in puncto Spaß und Kurzweil in nichts nachstehen!
Mehr noch: Ihr Kind wird es (später) garantiert zu schätzen wissen, dass seine Eltern (außer Geld) so viel Zeit, Phantasie und Mühe in die gelungene Feier investiert haben.
Kindergeburtstag zu Hause, das bedeutet in der Regel schließlich auch: Getränke schleppen, Möbel rücken, Kuchen backen, Programmpunkte überlegen und vorbereiten, eine große, bunt gemischte Kinderschar zu Spielen animieren, beaufsichtigen und Verständnis auch für „originelle“ Ideen zu zeigen, auf die aufgekratzte Kinder nun mal kommen.

Fazit: Feiern Sie so, wie es Ihnen gefällt!
Und machen Sie sich nicht im Vorfeld zu viele Gedanken. Kinder lassen sich für jede Form des Geburtstags begeistern und haben gemeinsam viel Spaß, ohne dass man als Eltern das Rad jedes Mal neu erfinden muss!
Zu Hause ist und bleibt es für viele am schönsten, aber auch hier und da einen „besonderen“ Geburtstag andernorts zu feiern, ist ohne Frage ein tolles Erlebnis für Kinder, solange dem Ganzen eine gewisse Einmaligkeit innewohnt.
Zum vierten Mal in einem Winter Kindergeburtstag in der Eislaufhalle zu feiern, selbst zu einem Kinogeburtstag einzuladen, wenn manche Kinder den Film schon kennen, oder den Geburtstag im Zoo zu feiern, wenn ein anderes Kind aus der Clique dies kurz zuvor bereits getan hat, ist da naturgemäß schon weniger reizvoll und zeigt, dass der Außer-Haus-Geburtstag eben doch kein Garant für Begeisterung und gegen Langeweile ist!

Dann doch lieber zu Hause feiern und das vielleicht mal ganz „retro“? Mit Kakao, „Kaltem Hund“, Schokoküssen – und dazu vielleicht einigen spannenden Geschichten von damals, wie Mama oder Papa so in den 80ern Geburtstag feierten.

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