Nicht zu früh pflanzen, was eisige Kälte nicht gut verträgt! Wann Paprika, Tomate und Co. ins Freiland umziehen dürfen und was es mit den Eisheiligen auf sich hat

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Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen steigt alle Jahre wieder auch die Lust aufs Gärtnern.
Wenn nach den langen, tristen Wintermonaten endlich wieder alles zu grünen beginnt, Obstbäume zart blühen und Tulpen knallige Farbakzente im setzen, wächst der Wunsch, endlich loszulegen und das Grün vor und/oder hinter dem Haus wieder in diesen wunderbaren Zustand zu versetzen, wie man ihn von herrlichen Sommernachmittagen und Grillabenden des letzten Jahres in Erinnerung hat.

Zum Glück gibt es natürlich vieles, das bereits früh im Jahr angepackt werden kann: Lücken in den Beeten können mit allerlei Pflänzchen, Sträuchern und (Obst)Gehölzen gefüllt werden, für die bereits Pflanzzeit ist, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist.
Das Kräuterbeet kann wieder in Schuss gebracht werden, nach dem Setzen von Gewürzpflanzen praktisch unmittelbar reiche Ernte liefern und so allerlei Lieblingsgerichte endlich wieder gartenfrisch verfeinern.

Bei anderem, das zwar schon in der Pflanzenabteilung im Baumarkt, im Gartencenter, im Supermarkt oder anderweitig erhältlich ist, sollte man sich jedoch in Geduld üben.
Erst die Eisheiligen abwarten!“, heißt es gerne, wenn es um den richtigen Zeitpunkt dafür geht, dieses ins Beet zu setzen oder mit der Aussaat dessen zu beginnen.

Welche dies betrifft und was es mit den Eisheiligen überhaupt auf sich hat? Wir liefern die Antworten:

Wann sind die „Eisheiligen“ im Kalender zu finden?
Hinter den Eisheiligen verbergen sich fünf Heilige, derer im Mai gedacht wird.
Am geläufigsten ist vielen vielleicht die „Kalte Sophie“ (Sophia von Rom) am 15. Mai. Sie bildet nach Mamertus (11. Mai), danach Pankratius, Bonifatius und Servatius die letzte im Reigen der Eisheiligen.

Die Eisheiligen und ihre Bedeutung für das Gartenjahr
Natürlich kann der Mai auch völlig frostfrei sein – und wettertechnisch verläuft naturgemäß kein Frühjahr exakt wie das andere!
Wen es in den Fingern juckt, zum Beispiel wärmeliebendes Gemüse schon früher als Mitte/Ende Mai zu pflanzen, kann natürlich durchaus Glück haben, dass dieses auch die erste Hälfte des Monats Mai problemlos übersteht, vor allem in Jahren mit stabilen, warmen Wetterlagen, in eher warmen Regionen oder wenn die Möglichkeit besteht, kälteempfindliche Pflanzen bei Bedarf doch noch schnell abzudecken, sollten die Temperaturen einmal einbrechen.

Wer jedoch lieber auf die althergebrachten Bauernregeln rund um die Eisheiligen, von denen viele diese Tage noch einmal mit strengem Nachtfrost in Verbindung bringen, danach aber wärmeres Wetter in Aussicht stellen, vertraut oder auch sonst einfach bis Mitte Mai mit Aussaat und Auspflanzen wartet, senkt jedoch praktisch mit jedem Tag das Risiko für zarte Pflänzchen und empfindliches Saatgut, durch erneute Kälteeinbrüche und späte Fröste Schaden zu erleiden.
Früh genug ist es für typische Sommerblumen und Gemüsepflanzen allemal noch, wenn man noch ein wenig abwartet. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

Übrigens: Wer sich streng an die Regeln rund um die Eisheiligen halten möchte, sollte nicht den 15. Mai als Stichtag für bestimmte Gartenarbeiten ins Auge fassen, sondern noch ein paar Tage Geduld bewahren. Zwar ist die „Kalte Sophie“ in unserem heute gültigen Kalender am 15. Mai zu finden, dieses Datum war es jedoch bereits schon, als noch der julianische Kalender galt.
In unserem Kalender entspricht dieser dem 22. Mai.

Welche Pflanzen sollten nicht zu früh ins Beet beziehungsweise ins Freie?
Beachten Sie bitte im Einzelfall bei Saatgut und gekauften Pflanzen unbedingt auch die mitgelieferten Hinweise und Empfehlungen zu Aussaat- beziehungsweise Pflanzzeitpunkt.

Kübelpflanzen, die – beispielsweise im Wintergarten – die kalte Jahreszeit an einem geschützten Plätzchen verbracht haben, sollten erst wieder ins Freie, wenn keine Minustemperaturen mehr zu erwarten sind. Dazu gehören beispielsweise Oleander, Bougainvillea, Margerite oder nicht winterharter Hibiskus.

Gemüsepflanzen wie Artischocken, Gurken, Mais, verschiedene Bohnensorten, Zucchini, Kürbisse, Fenchel und andere sollten erst im Mai ausgesät werden, sofern sie nicht bereits drinnen oder im Gewächshaus vorgezogen wurden.
Besonders bei Tomaten, Auberginen, Paprika oder Sellerie ist die Vorzucht (oder der Kauf „pflanzfertiger“ Pflanzen) der Direktsaat vorzuziehen. Erst im Mai ins Freiland gesät, kann die Dauer des Sommers mitunter schlichtweg nicht ausreichen, um eine rechtzeitige Reife der Früchte und somit eine reiche Ernte zu bescheren.

Gewürze wie beispielsweise Basilikum, Koriander, Senf, Oregano oder Majoran sind ebenfalls als Saatgut ab Mai gut im Beet aufgehoben.

– Ab Mai ist die Zeit gekommen für die Bepflanzung mit oder die Aussaat von typischen Sommerblumen wie Tagetes, Petunie, Nelke, Bechermalve, Zinnie, Kapuzinerkresse, Mittagsblume, Sonnenhut, Sonnenblume und anderen.

Frostempfindliche Knollenblumen, die ebenfalls nicht winterhart sind und bis Mai drinnen überwintern sollten, sind unter anderem Knollenbegonie, Dahlie oder Gladiole.

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