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Ostern, ein (weiteres) „Geschenkefest“?

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Steht ein Fest vor der Tür, bringt dies häufig nicht nur freie Tage mit sich, um die Familie einmal mehr um einen festlichen Kaffee-und-Kuchen-Tisch zu versammeln und schönes Brauchtum zu pflegen. Für viele Menschen gehören auch kleine oder größere Präsente dazu, die den Liebsten zu diesem Anlass gemacht werden. Zu Weihnachten sowieso, aber auch Ostern ist eine willkommene Gelegenheit, um Süßigkeiten, Frühlings-Deko oder Blumen zu überreichen und natürlich den Kindern ein Osternest zu füllen, das das Herz erfreut.

Keine Frage, dass sich dessen Inhalt im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat. Große Geschenke dürften während der Kindheit heutiger Großeltern die Ausnahme gewesen sein. Gefärbte Eier, vielleicht ein paar Süßigkeiten und kleine Präsente, vor allem aber die Feierlichkeit und das Besondere der hohen Feiertage samt schöner Bräuche sind hingegen vielen Menschen aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben.

Heutzutage mag sich Ostern nicht nur wegen der schönen Traditionen – Eierfärben, Eiersuchen, Familienbesuch und natürlich Osterferien! – bei Kindern hoher Beliebtheit erfreuen, sondern auch, weil es neben Weihnachten und Geburtstag ein weiterer Anlass ist, beschenkt zu werden. Und das durchaus mit Dingen, für die ein kleines Nest kaum ausreichend Platz bieten dürfte. Spielzeug steht naturgemäß bei Kindern auch zu diesem Fest hoch im Kurs und natürlich alles, das den Frühling einläutet.

Manche sehen diese Entwicklung kritisch, da die Bedeutung des Osterfests durch allzu viel Kommerz drumherum womöglich in den Hintergrund zu rücken droht – und Kinder generell nicht maßlos mit Geschenken überhäuft werden sollten.

Also besser nichts zu Ostern schenken, obwohl es doch die perfekte Zeit für Sandkasten und Laufrad wäre, und das Nest nur mit einigen Schokoeiern füllen?

Anstatt sich zu viele Gedanken über ein „Richtig“ oder „Falsch“ zu machen, das es ohnehin gar nicht geben kann, wenn es um das Beschenken der eigenen Kinder geht, ist es besser, auf sein Bauchgefühl zu hören und dabei vielleicht die eine oder andere Geschenk-Idee kritisch zu hinterfragen:

Egal, was die anderen machen…

Ist dieses Geschenk dem Anlass angemessen, jenes zu viel oder zu wenig zu Ostern, Weihnachten oder Nikolaus?Solange es Eltern gibt, die ihren Kindern mit Geschenken eine Freude machen möchten, werden solche Fragen wohl niemals aufhören oder sich gar eindeutig beantworten lassen. Wie viel man dem eigenen Kind schenkt, ist eben eine ganz individuelle Entscheidung, abhängig sicherlich vom eigenen Budget und der persönlichen Einstellung, den Wünschen des Kindes und letztlich auch des Bauchgefühls. Und sollte nicht mit Blick darauf gefällt werden, wie Bekannte, Nachbarn oder befreundete Familien es mit den Geschenken für ihre Kinder handhaben.

Möchte man Ostern nicht zu einem „Geschenkefest“ machen, das fortan Jahr für Jahr hohe Erwartungen seitens der Kinder weckt, statt dessen andere Dinge in den Vordergrund stellen – wie die traditionelle Ostereiersuche, die später womöglich länger in guter Erinnerung bleiben wird als jede neue Spielkonsole – ist das eine gute Entscheidung, für die sich niemand zu rechtfertigen braucht.

Macht man seinen Kindern hingegen gerne (große) Geschenke und kann sich dies leisten, sollte man sich ebenso von niemandem reinreden lassen. Wenn Kinderaugen strahlen und alle sich mit dem Nachwuchs freuen, ist dies schließlich wunderbar.

Nicht der Wert eines Geschenks sollte die größte Rolle spielen, sondern die Freude, die es bereitet

Ein teures Geschenk allein schließlich macht keine Freude, nur weil es teuer war. Nicht jede Süßigkeit sorgt bei Kindern für Begeisterung, nur weil sie schokoladig und hübsch verpackt ist. Und nicht jede gutgemeinte Idee kommt beim Kind gut an.

So landet Jahr für Jahr Unzähliges in Kinderzimmern, das einmal ausgepackt wurde und danach selten bis nie benutzt einstaubt. Zu hoch wäre sicherlich der Anspruch von Eltern an sich selbst, dem Nachwuchs mit jedem Geschenk einen innigen Herzenswunsch zu erfüllen. Es kann einfach nicht jedes Geschenk dauerhaft geliebt, täglich bewundert, auf ewige Zeiten in Ehren gehalten und letztlich an die nächste Generation vererbt werden.

Einige Kriterien sollte neues Spielzeug für große Freude jedoch durchaus erfüllen. Dazu gehört, dass es

  • die Kreativität fördert und idealerweise vielseitig eingesetzt werden kann.
  • qualitativ so hochwertig ist, dass es nicht schnell an Attraktivität verliert oder gar kaputt geht.
  • Alter und Interessen des beschenkten Kindes entspricht und dieses weder unter- noch überfordert.

Ostern, die perfekte Zeit für Frühlingsgeschenke

Der Frühling beginnt. Nun zieht es wieder alle nach draußen und (größere) Geschenke, die primär in der warmen Hälfte des Jahres zum Einsatz kommen, sind gerade eben jetzt sinnvoll, auch wenn man Ostern eigentlich nicht zum Anlass nehmen möchte, teure Präsente zu machen. Natürlich sind Roller, Fahrrad oder Laufrad nicht gerade günstig, aber sie sind eben auch kein purer Luxus, sondern in vielen Familien wichtige Alltagshelfer, die neben allem Spaß, den sie bringen, das Leben ungemein erleichtern können.

Was alternativ zu Weihnachten oder zu einem Geburtstag im Herbst oder Winter geschenkt zunächst in der Garage oder im Keller landen würde – denn im Schnee Fahrrad fahren zu lernen oder mit dem Laufrad herum zu düsen, kann schnell zur gefährlichen Rutschpartie werden – kann nun gleich zum Einsatz kommen! Warum also diese nicht dem Osterhasen überlassen und Ostern dadurch noch fröhlicher, festlicher und denkwürdiger machen, anstatt sie den Kindern einfach so im Alltag zu überreichen?

Auch Sandspielzeug, „Draußen-Spielzeug“ für kleine Entdecker oder Spielgeräte für den Garten wie Rutsche oder Schaukel machen viel mehr Freude und können gleich aufgebaut/eingeweiht werden, wenn die Sonne warm vom Himmel herunter lacht. Wunderbaren, fröhlichen Ferientagen ohne Langeweile (und hoffentlich ohne Aprilwetter!) dürfte so nichts mehr im Wege stehen!

Bildquelle: © pixabay.com/ landon shaw, © bigstockphto.com /twixx

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