Schreiblernheft, Matheblatt, Wasserfarbenbild: „Muss“ man alle Erinnerungen an die Grundschulzeit aufbewahren?

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In Kürze wird die Grundschulzeit für viele Kinder zu Ende gehen.
Vier Jahre werden es in der Regel sein, auf die dann noch einmal – zu Hause im Stillen, aber sicherlich auch bei einem gemeinsamen Abschiedsfest der Schulklasse mit allen Kindern und Eltern – zurück geblickt wird.
Vier Jahre, in denen sich daheim und in der allerlei angesammelt hat!
Zeugnisse natürlich, aber auch Klassenarbeiten, Arbeitshefte, in denen die Rechen- und Schreibfortschritte im Laufe der Zeit dokumentiert wurden, die Ergebnisse zahlreicher Kunstprojekte, Bilder, die die Klassenwand schmückten und vieles mehr.
Auch tägliche Begleiter wie Ranzen, Mäppchen und Stifte haben mit dem Ende der Grundschulzeit vielleicht ausgedient und werden mit dem Start in die fünfte Klasse durch einen altersgerechteren Sculrucksack samt (passendem) Zubehör ersetzt.

So schön sie auch sind, die vielen Erinnerungsstücke: Es sind vermutlich wirklich sehr viele, wenn man sich zwischendurch nie von irgendetwas trennen konnte!
Zu viele, um alles aufbewahren zu können?
Fragen, die sich daher stellen und berechtigt sind: „Darf“ man die Dinge aus der Grundschulzeit einfach so entsorgen und wie lassen sich dabei Kompromisse finden, die allen gerecht werden?
Einige Gedanken dazu aus langjähriger Elternerfahrung:

  • Generell hat es mit dem „Ausmisten“ natürlich keine Eile!
    Die Dinge laufen schließlich nicht weg und es besteht kein Grund, gleich mit dem Sichten und Sortieren loszulegen, sobald das Kind sein letztes Grundschulzeugnis in den Händen hält!
    Wer genügend Platz hat und das Kind irgendwann später einmal selbst entscheiden lassen möchte, welche seiner „Schätze“ es behalten möchte, sollte in einem bis zwei Umzugskartons die gesammelten Werke der Grundschulzeit unterbekommen.
    Oft braucht es einfach eine Weile bis man einzuschätzen vermag, was tatsächlich mit gutem Gefühl entsorgt werden kann und bei welchen Dingen man eine vorschnelle Trennung später bereut hätte.
  • Manch einen macht jedoch der Gedanke nervös, dass unnütze Staubfänger Platz wegnehmen.
    In diesem Fall sollte man – unabhängig davon, ob man sich er gerne und leicht oder schwer und ungern von Dingen trennt – beherzt mit dem „Ausmisten“ loslegen und dabei den persönlichen Erinnerungswert vieler Stücke realistisch einzuschätzen versuchen!
    Das x-te Mathearbeitsblatt wird später wenige Emotionen wecken und auch für den Erfolg der weiteren Schullaufbahn nicht dienlich sein, kann also mit gutem Gewissen in die Altpapiertonne befördert werden.
    Selbstgemalte Bilder werden hingegen später vielleicht gerne und voller Rührung noch einmal zur Hand genommen und betrachtet werden und auch bei anderen „Sentimentalitäten“ wie dem ersten Schreibschriftheft, handgeschriebenen Aufsätzen und ähnlichem ist der Nachwuchs nach vielen Jahren vielleicht froh und dankbar, wenn die Eltern sie für ihn aufbewahrt haben.
    Diese übriggebliebenen Habseligkeiten sollten – chronologisch abgeheftet – in wenigen dicken Ordnern Platz finden. Wirklich kostbare Erinnerungen werden sie in der Regel nämlich erst dadurch, dass sie zeitlich zugeordnet werden können, sprich: dass sie mit einem Datum versehen sind oder anderweitig ersichtlich ist, aus welcher Klassenstufe sie stammen.
  • Nicht in die Papiertonne gehören Zeugnisse und andere Leistungsnachweise.
    Für sie wird gleich zu Beginn der Grundschulzeit idealerweise ein Ordner pro Kind angelegt, der bis zum Ende der Schulzeit von den Eltern, danach vom Nachwuchs selbst weiter geführt werden kann.
  • Oft gibt es einen in der Familie, der sich deutlich besser von Dingen trennen kann als der andere. Mal sind es die Kinder, die sehr an ihren Sachen hängen, mal die Eltern, denen es schwer ums Herz wird, wenn Relikte aus der Kindheit aus Platz- und Vernunftgründen weichen sollen und der Nachwuchs sich für das persönliche Empfinden allzu schnell von diesen trennen kann.
    Sicherlich lassen sich beim gemeinsamen Sichten und Sortieren Kompromisse finden, die allen Seiten gerecht werden. So kann man sich vielleicht als Ziel stecken, dass am Ende nicht mehr aus der Grundschulzeit aufbewahrt werden soll als in den passt.
    Übrigens: Wenn das Kind diesen behalten möchte, sollte man ihm dies ermöglichen! Vielleicht kommt er viele Jahre später, wenn der Nachwuchs seine allerletzten Schultage begeht, noch einmal zum Einsatz…?
  • Wer nicht am Ende der Grundschulzeit in Massen von Grundschulmaterial sitzen möchte, sollte nicht zögern, bereits zu Ende eines jeden Schuljahrs, vielleicht sogar noch häufiger auszusortieren!
    In aller Regel werden Arbeitsblätter und anderes Material im nächsten Schuljahr nicht mehr für den Unterricht gebraucht werden und auch das Grundschulkind selbst wird nur mit geringer Wahrscheinlichkeit im „Schnee von gestern“ blättern wollen.
    Im Zweifelsfall beim Elternabend die Lehrerin fragen, was über das Schuljahresende hinaus verwahrt werden sollte. Da es eine Frage ist, die sich vermutlich auch andere Eltern stellen, ist eine Klassenpflegschaftssitzung ein guter Anlass dafür, dieses Thema zur Sprache zu bringen.

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