„Sooo lang sollen meine Haare werden“ – Wie Töchterleins Traum dank guter Haarpflege (und viel Geduld) in Erfüllung gehen kann

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Welches Mädchen möchte nicht irgendwann im Laufe seiner Kindheit mal Prinzessin sein? Lauscht nicht begeistert der Geschichte, wie Rapunzel im gleichnamigen Märchen ihr langes Haar herab lässt, das so fest ist, dass sogar ein Prinz daran empor zu klettern vermag?

Gut, realistisch betrachtet würde so langes Haar nicht wirklich Freude machen und der Griff zur Schere, um sich dieser Last zu entledigen, würde wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Aber Haare, die bis über die Schultern reichen? Bis zur Taille? Oder noch länger sind?
Das ist für viele Mädchen eine schöne Aussicht, die gute Chancen hat, mit guter Pflege und viel Geduld eines Tages Realität zu sein.

Bis zu dem Alter, in dem Duschen, Kämmen und Haaretrocknen alleine erledigt werden können – vermutlich früher oder später während der Grundschulzeit wird dies der Fall sein –, ist das „Heranzüchten“ der Haarpracht gemeinschaftliche Angelegenheit von Eltern und Kind.
Mama oder Papa kümmern sich dabei um die tägliche Pflege; das Kind sollte seinerseits einige Regeln beachten, damit das Ganze nicht mehr Frust als Freude mit sich bringt.

Die tägliche Pflege langer Haare:
Kämmen Sie die Haare Ihres Kindes regelmäßig, mindestens einmal morgens und einmal abends an jedem Tag, auch wenn es nicht immer unbedingt nötig erscheint.


Je glatter und feiner die Haare, desto feinzinkiger kann dabei der Kamm sein.
Je voluminöser und lockiger das Haar, desto weiter sollten die (gröberen) Kammzinken auseinander stehen.
Verwenden Sie ergänzend dazu zum schonenden und pflegenden Bürsten idealerweise ein Modell mit Naturborsten.

– Egal, ob kurz oder lang: Haare müssen selbstredend regelmäßig gewaschen werden. Kinderhaare in der Regel aber noch viel seltener als die von Erwachsenen.
Eine tägliche Haarwäsche wird in den wenigsten Fällen – vielleicht im Sommer, wenn viel getobt und entsprechend geschwitzt wird, und das in Kombination mit Sand und Sonnencreme – vonnöten sein.
Im Winter kann sogar eine Woche zwischen zwei Haarwäschen vergehen.
Anstatt sich an Empfehlungen zu halten, die vorgeben, wie oft Kinderhaar gewaschen werden sollte, entscheiden Sie nach gesundem Augenmaß. Man sieht schließlich, wenn die Haare eine Wäsche nötig haben. Ansonsten sollte gelten: So selten wie möglich, so häufig wie nötig.

Verwenden Sie für empfindliche Kinderhaut spezielle, milde Pflegeprodukte, die möglichst frei sind von Zusätzen wie Parfum und Farbstoffen, die außerdem nicht in den Augen brennen und versprechen, „Ziepen“ beim anschließenden Kämmen zu vermeiden.

Achten Sie beim Haarewaschen stets darauf, dass kein Wasser und erst recht kein Shampoo in die Augen gerät.
Ein angefeuchteter Waschlappen vorm Gesicht bei nach hintem geneigten Kopf genügt meistens, um dies zu verhindern. Mag das Kind die Augen nicht schließen, ist vielleicht eine kleine Schwimmbrille zur Hand?

Wuscheln Sie beim und nach dem Waschen die Haare möglichst wenig durcheinander. Benutzen Sie so wenig Shampoo wie möglich und verteilen Sie es so schonend wie möglich im Haar.
Große Schaumtürme auf dem Kopf machen Kindern zwar Freude, verbessern aber nicht das Waschergebnis (für die wenigen zarten Haare von Babys und Kleinkindern genügt mitunter sogar reines, warmes Wasser zur Haarpflege!).
Das ausgiebige Ausspülen vom Shampoo mit der Handbrause leistet bereits einen wertvollen Beitrag dazu, die Haare zu entwirren.
Beim Trocknen der Haare nicht wild mit dem Handtuch drauf los rubbeln sondern das Wasser aus den Haaren von oben nach unten in ein herum gewickeltes Handtuch ausdrücken.

Warten Sie mit dem Kämmen und Trocknen der Haare, bis diese nicht mehr tropfnass sind. Dann geht es nicht nur schneller und spart Energie beim Föhnen, es ist auch schonender für das Haar.

Kommt der Föhn zum Einsatz, arbeiten Sie auf möglichst niedriger Stufe, auch wenn es dadurch etwas länger dauert. Ein sehr kräftiger Luftstrom würde die Haare erneut verwirbeln, zu große Hitze schadet dem Haar.

– Beim Kämmen nicht gleich von oben nach unten den Kamm durchs Haar ziehen, wenn verknotete Haare anfangs Widerstand leisten. Bei verstrubbelten Haaren vorsichtig unten mit dem Durchkämmen der Spitzen beginnen, sich dann langsam nach oben vor arbeiten.
Bei Bedarf zunächst mit einem groben Kamm beginnen, danach erst den feineren zum Einsatz kommen lassen.

Verwenden Sie bei älteren Kindern bei sehr schwierigem Haar, bei dem das Kämmen immer Probleme bereitet und „ewig“ dauert, nach dem Shampoo eine Pflegespülung oder wenden Sie eine Haarkur an, die dem Haar Glanz verleiht und das Entwirren deutlich vereinfacht.

Verwenden Sie Haargummis ohne Metallelemente, da Letztere das Haar schädigen können.

– Auch wenn jeder abgeschnittene Zentimeter Haarlänge ein „Rückschlag“ auf dem Weg zur gewünschten Pracht bedeutet: Schneiden Sie regelmäßig die Haarspitzen, damit das Haar gepflegt und einheitlich lang heran wachsen kann.

Was es zu vermeiden gilt:
Mädchen lieben ihre lange Haare, kennen aber auch die „Nebenwirkungen“, die sich vor allem beim Kämmen zeigen.
Mit einigen einfachen Regeln, die schnell erklärt sind und bestimmt gerne eingehalten werden, wenn es dafür nach der nächsten Wäsche weniger ziept, ist dem Haar und ihrer Trägerin viel Gutes getan:

Halten Sie Ihr Kind dazu an, vor dem Sport und Schwimmen die Haare stets zusammen zu binden. Beim Sport* dient dies nicht nur der Sicherheit und dem Wohlbefinden, da es im Nacken weniger warm wird und nicht ständig Strähnen vor dem Gesicht herum wehen, auch verknotet sich das Haar im geflochtenen Zopf oder Pferdeschwanz deutlich weniger.
Beim Schwimmen ist über den Einsatz der guten, alten Badekappe nachzudenken, vor allem im Winter.
*Unter „Sport“ fällt dabei im weitesten Sinne auch das nachmittägliche Toben im Freien, die Fahrradtour und ähnliche Aktivitäten, bei denen die Haare Wind und Bewegung ausgesetzt sind.

Ebenso werden die Haare beim Basteln und beim Essen im Zopf getragen. Am Esstisch ist es schlichtweg unappetitlich, wenn Haarsträhnen den Teller streifen. Beim Basteln mit Kleber, Knete und Farben sinkt mit einem Zopf das Risiko, später – mitunter sehr hartnäckige – Spuren der kreativen Tätigkeit heraus waschen (im schlimmsten Fall: heraus schneiden) zu müssen.

Vor dem Schlafengehen wird ein Zopf gemacht! Auch wenn die Frage heiß diskutiert ist, ob offen getragenen oder zusammengebundenen Haaren die Nacht besser bekommt: Erfahrungsgemäß gelingt das morgendliche Kämmen einfach am schnellsten und „ziep-freiesten“, wenn die Haare über Nacht im geflochtenen Zopf getragen wurden.

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