Telefonieren: An sich so einfach und dennoch will es geübt sein

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Die Erfahrung zeigt: Schon auf die Allerkleinsten übt das Telefon einen unwiderstehlichen Reiz aus.
Und das ist nun wahrlich kein Wunder! Wenn Mama und Papa in das kleine Gerät hinein sprechen oder plötzlich eine bekannte oder unbekannte Stimme aus dem Hörer ertönt, muss dies auf ein Kind ja geradezu magisch wirken.
Und überhaupt: Alles, was mit Technik zu tun hat, über Knöpfchen zum Draufdrücken verfügt und Geräusche macht, ist von je her wohl für alle Kinder per se interessant.

Und so kann vermutlich jedes Elternpaar eines Tages Anekdoten zum Thema „Kind und Telefon“ beisteuern, genauer gesagt von jenen unbeobachteten Momenten, in denen das Telefon einmal für den kleinen Nachwuchs erreichbar war und dieser seine Chance nutzte, mit der Welt da draußen zu kommunizieren.

Wenn es also darum geht, Regeln für das Telefonieren daheim aufzustellen, betrifft Regel Nummer 1 wohl zunächst die Eltern und lautet „Das Telefon nie einfach herumliegen lassen!“, möchte man keine Unannehmlichkeiten oder bösen Überraschungen auf der nächsten Telefonrechnung erleben.

Andere richtige und wichtige Verhaltensweisen rund ums Telefonieren bekommen Kinder üblicherweise ganz von allein im täglichen Familienleben mit auf den Weg, wobei manche Kinder es von klein auf lieben, auf diesem Weg zu kommunizieren, während andere auch in späteren Jahren noch froh sind, wenn Mama oder Papa Anrufe für sie übernehmen.

Die Kleinsten am Telefon
Wie süß, wenn die weit entfernt lebende Oma ab und zu die Stimme ihres Enkels zu hören bekommt oder Papa auf der Dienstreise sich am zarten Stimmchen seines Kindes erfreuen kann.
Ein typisches Phänomen dabei, vor allem bei ersten Versuchen: Kinder sind so verdattert über die von irgendwoher kommende und dennoch vertraute Stimme, dass sie das Gehörte nur mit einem stummen Kopfnicken, Lächeln oder auch Kopfschütteln quittieren.
Dass am anderen Ende der Leitung nur gehört, aber nicht gesehen werden kann, ist ihnen schlichtweg noch nicht bewusst.
Erleichtern Sie Ihrem Kind und dem Anrufer die Situation, indem Sie die Freisprechfunktion des Telefons nutzen und auf jeden Fall ganz nah beim Kind bleiben. So können Sie sein Verhalten für den Anrufenden verständlich kommentieren, das Gespräch ein wenig „moderieren“ und den Hörer kurzerhand wieder übernehmen, wenn es Ihrem Kind doch zu viel wird.

Im Kindergarten- und Grundschulalter
Haben Kinder erst einmal Spaß am Telefonieren gefunden und beherrschen Sie den Dialog am Apparat bereits recht gut, freuen sie sich vermutlich über jedes Klingeln und gehen gerne beherzt ran.
Immer wieder kommt es jedoch vor, dass ungebetene Anrufer in der Leitung sind oder dass Menschen sich verwählen.
Hat der Nachwuchs im Kindergarten- oder frühen Grundschulalter sich dann bereits den Hörer geschnappt, kann sich eine für beide Seiten schwierige Situation ergeben.
Die Regel sollte daher lauten: „Du gehst nur ans Telefon, wenn wir Eltern das erlauben!“.
Sprich: Erst das klingelnde Telefon zu Mama oder Papa bringen und ein O.K. abwarten. Heutzutage genügt in der Regel ein kurzer Blick aufs Display, um zu erkennen, ob es tatsächlich wie vom Kind erhofft die Oma ist, die anruft, oder eben nicht.

Darüber hinaus sollte man auch bei bekannten Nummern überlegen, ob man als Erwachsener den Anruf nicht besser selbst entgegen nimmt – auch wenn es dem Kind noch so viel Spaß macht.
Nicht jeder, der anruft – wie beispielsweise die an einen Termin erinnernde Sprechstundenhilfe, der Kundenberater der Bank, der um Rückruf gebetene Sachbearbeiter der Stadt oder auch erwachsene Bekannte – hat schließlich unbedingt Zeit und Lust, sich zunächst mit einem 6-jährigen zu unterhalten.

Kein Erwachsener in der Nähe? Wann ist das Telefon tabu?
Ein älteres Grundschulkind kann durchaus kurze Zeit alleine in der Wohnung sein.
Klingelt dann das Telefon, sollte es wissen, was zu tun ist.
Haben Sie die Nummern auf dem Telefon so eingespeichert, dass sie fürs Kind eindeutig zuzuordnen sind, wird ihm die Entscheidung „Rangehen oder nicht?“ leicht fallen, kann es in diesem Alter schließlich schon gut lesen.
Die Regel kann beispielsweise lauten: „Nur, wenn „Mama“, „Papa“, „Kindergarten“, „Oma“, „Opa“ oder die Namen guter Freunde auf dem Display erscheinen, darf der Anruf entgegen genommen werden.“

Eine gute Lösung für alle Seiten ist in jedem Fall ein Anrufbeantworter. Das Kind kann so mit gutem Gefühl das Telefon einfach klingeln lassen, denn wichtige Nachrichten kommen ja trotzdem bei den Eltern an.


 

Zum Weiterlesen: Sind Sie stilsicher, was das private und geschäftliche Telefonieren betrifft? Hier gibt es einen interessanten Beitrag über diesbezügliche, zeitgemäße Umgangsformen.

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