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Warum man als Familie bewusst einmal Geld sparen sollte, woran es dabei häufig scheitert und wie es künftig besser gelingen kann

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Sparen ist per se eine feine Sache. Eine, die immer wieder in aller Munde ist und vermutlich zu den am häufigsten gefassten Vorsätzen zählt. Einfach mal weniger Geld ausgeben für Verzichtbares! Und sich dafür am Ende belohnen mit etwas Besonderem! Beispielsweise mit einer gut gefüllten Reisekasse, die am Urlaubsort keine Wünsche offen lässt. Oder nur den Blick auf den satten Kontostand genießen und mit diesem prallen Ruhekissen wohlig schlafen.

Aber irgendwie will es nie so richtig klappen mit dem Anhäufen eines kleinen Vermögens? Selten ist wirklich mal etwas übrig, obwohl man doch gar nicht so ausschweifend lebt? Und überhaupt ist das mit dem Geld schon manchmal eine wundersame Sache?

Geld kommt, Geld geht – ein ewiger Kreislauf

Ist mal weniger da als üblich, kommt man trotzdem irgendwie gut über die Runden? Ohne das Gefühl, schmerzhaft auf irgendetwas verzichten zu müssen? Und wenn ein unverhoffter Geldsegen, beispielsweise eine Gehaltserhöhung, ins Haus steht? Dann bleibt mysteriöserweise am Ende dennoch nicht mehr übrig?

Diese Erfahrung haben sicherlich viele schon gemacht, die einmal dem Rauchen abgeschworen haben. Keine Zigaretten mehr gekauft, folgerichtig jeden Tag einige Euro gespart. Theoretisch hätte am Ende des Monats also doch mehr übrig geblieben sein müssen als sonst? Doch praktisch hat man vermutlich keine große Verbesserung der finanziellen Lage feststellen können.

Geld kommt eben – und es geht auch wieder. Manchmal scheint es gar unbewusst irgendwo zu „versanden“. Und wie viel man in einem Monat konkret so ausgibt für Lebensmittel, Kleidung, Bücher? Das weiß vermutlich ohnehin niemand so genau, der dies nicht akribisch nachhält. Und das macht das Sparen natürlich schwierig, wenn man gar nicht so genau weiß, wo das Geld hinfließt. Und wo Einsparpotential besteht.

Darum führt der Erfolg beim Sparen an zwei Dingen nicht vorbei. Erstens muss man sich ein klares Bild darüber verschaffen, wohin das Geld geht. Und zweitens muss man alle Familienmitglieder von der guten Sache überzeugen und mit ins Boot holen!

Von kostspieligen Wünschen…

Manchmal äußern Kinder Wünsche, über die Eltern nur ungläubig staunen können. Die kleine Tochter will plötzlich ein eigenes Pferd. Der Sohn würde am liebsten zum Endspiel der Weltmeisterschaft reisen. (Um einfach mal typische Geschlechterklischees zu bedienen… .) Und naht die Volljährigkeit, wäre doch ein eigenes oder wenigstens ein zweites Familienauto eine ganz prima Sache?

Je älter Kinder werden, desto genauer wissen sie im Grunde zwar, was „drin“ ist und was nicht. Und dennoch muss man ihnen ab und an vermitteln, dass man sie nicht ärgern möchte, wenn Wünsche unerfüllt bleiben. In der Regel wird es gute Gründe geben, warum es bei den Reitstunden auf einem „fremden“ Pony bleibt. Oder warum die Skireise ein Traum bleiben muss. Weil man Geld für manches eben nicht ausgeben kann. Oder einfach der Nutzen objektiv betrachtet in keinem Verhältnis zu den Kosten steht.

Wichtig ist jedoch, sich als Eltern nicht in Schweigen zu hüllen. Einerseits, um keine falschen Hoffnungen zu wecken. Andererseits, um dem Kind die eigene finanzielle Lage und daraus resultierende Entscheidungen verständlich zu machen

Natürlich muss niemand dafür Gehaltsnachweise oder Steuererklärungen heraussuchen oder dem Nachwuchs Kontoauszüge vorlegen. Vielmehr ist es ab einem gewissen Alter sinnvoll, ihn beiläufig auf die Dinge hinzuweisen, die unterm Strich viel Geld kosten. Ausgaben, die man für Kinder unbemerkt tätigt.

… und manchmal unerfreulichen Tatsachen

Klar, das besagte Auto muss man kaufen. Und dass dies teuer ist, weiß schon jedes Kind. Dennoch könnte der Teenager durchaus auf die Idee kommen, dass sein Erspartes für einen kleinen Gebrauchtwagen reicht. Wenn Oma und Opa vielleicht noch ein wenig dazu schießen. Dass aber Folgekosten wie Steuer, Versicherung, Kraftstoff den Kaufpreis im Laufe der Zeit locker übersteigen? Das ist dem Nachwuchs vermutlich nicht bewusst.

Das Haus oder die Wohnung gehört der Familie, monatliche Mietzahlungen stehen daher nicht an? Dennoch gilt es womöglich noch, monatliche Raten für den Kredit zu zahlen. Von allen Kosten für Reparaturen, Versicherungen, Energie, Wartungen, Renovierungen und Rücklagen ganz zu schweigen.

Und auch das Thema „Schule“ ist ein Kostenpunkt, dessen sich wohl kaum ein Kind bewusst ist. In die Schule darf man schließlich umsonst. Und die paar Hefte und Tintenpatronen?! Nein, tatsächlich ist es der Wandertag hier, die Klassenfahrt dort, die ins Geld gehen. Neue Schuhe für den Sportunterricht, Beiträge zur Klassenkasse, eine Lektüre für den Deutschunterricht. Und das Arbeitsheft zum Buch für die Englischstunden.

Unterm Strich ist die Schule so durchaus ein gewichtiger Posten. Vor allem, wenn mehr als ein Kind der Familie (noch) zur Schule geht. Und auch ein Studium danach belastet in aller Regel das elterliche Budget.

Ein Haushaltsbuch schafft die nötige Übersicht

Natürlich soll man Kindern nicht permanent unter die Nase reiben, welche Kosten sie verursachen. Sich gemeinsam mal einen Überblick zu verschaffen, ist aber nicht verkehrt. Und das gelingt am besten mit einem Haushaltsbuch. Da sieht man erst einmal, wohin das Geld mitunter schier versickert.

In die fiesen, kleinen „Beifänge“ beim Stadtbummel beispielsweise. Hundert Euro für die neue Sommergarderobe für den Nachwuchs. Soweit okay, weil eingeplant. Aber dann? Weitere zehn Euro für Kleinigkeiten. Ruck zuck mit der Karte bezahlt und danach aus dem Gedächtnis gestrichen. Zwei Paar Sneaker-Socken, einige Haargummis und eine Flasche Imprägnierspray für die neuen Sneaker…so etwas eben. Und am Ende noch für alle ein Eis. Wieder ein paar Euro weniger im Portemonnaie.

Führen Sie doch mal eine Weile Buch darüber, was da so anfällt von Bastelmaterial bis hin zu den besagten Schulexkursionen. Um selbst eine Übersicht zu erhalten und den Kindern eine Größenordnung nennen zu können. Heben Sie dafür wirklich jeden noch so kleinen Kassenbon auf. Auch über „die paar Cent“, die man beim Bäcker gelassen hat. Die Kinder werden – vermutlich mit Ihnen zusammen – staunen. Ach ja, Hobbys nicht zu vergessen! Auch hier machen Vereinsbeiträge oft nicht den größten Anteil aus, sondern laufend neue Ausrüstung, Fahrtkosten etc. .

Es ist ungemein spannend, wenn man in einem kleinen Büchlein für jede Kalenderwoche eine Seite einplant. Und dann über Wochen und Monate mal verfolgt, wie viel man so ausgibt. Gleichsam ist es ernüchternd, dass man auf seine Ausgaben tatsächlich weniger Einfluss hat, als man vermuten würde. Nichts geplant für eine Woche? Entspannt zurücklehnen angesichts der kommenden Tage mit wenigen Ausgaben? Dann kommt garantiert plötzlich der Zettel von der Schule für die anzuschaffenden Schulbücher oder die Überweisungsdaten für die Klassenfahrt.

Sparen sollte Familiensache sein!

Ja, „Sparen“, das klingt so … unschön. Nach Verzicht. Nach erhobenem Zeigefinger und ernster Mine und so schrecklich vernünftig. Dabei ist Sparen an sich ja etwas Gutes, wenn die Motivation und die Ziele stimmen! Und diese Ziele sollte man gemeinsam definieren, denn mit ihnen vor Augen gelingt alles besser.

Das Sparen selbst muss ja auch nicht gleich so unglaublich streng sein. Bestimmt hat jeder eine Idee, wo etwas Verzicht gar nicht schmerzt. Und um diese Positionen zu finden, ist die Bilanz einige Monate oder wenigstens Wochen mittels Haushaltsbuch ungemein aufschlussreich.

Gut verzichten kann der Nachwuchs vielleicht immer wieder mal auf das Eis aus der Eisdiele. Das aus der Packung schmeckt schließlich auch gut und ist wesentlich günstiger. Ähnliches gilt für frische Brötchen am Wochenende oder die Kuchenstücke aus der Bäckerei. Ein kleiner Luxus zwar, aber verschmerzbar, wenn das Ziel stimmt.

Um so der ganzen Familie eine zweiwöchige Flugreise in den Süden zu ermöglichen, müsste man zwar lange konsequent bleiben. Für einen monatlichen Kinobesuch oder einen sommerlichen Freizeitparkausflug kann das Ersparte aber bald durchaus reichen.

Sind die Ziele größer, muss der Sparkurs sicher konsequenter sein. Und dafür lohnt es sich, jene Ausgaben betrachten, die nur indirekt „sichtbar“ sind. Das Geld beispielsweise, das man regelmäßig an der Tankstelle lässt. Wer in der Familie kann sich vorstellen, da zu sparen? Öfter mal den inneren Schweinehund zu überwinden und auf Fahrrad oder Bus auszuweichen? Dasselbe betrifft Ausgaben für Strom, Wasser und Gas im Haus. Man kann dort sicherlich sehr viel Geld sparen. Wenn denn alle bereit sind, einen extra Pullover im Winter überzuziehen und die Heizung herunter zu drehen. Viel konsequenter beim kurzen Stoßlüften zu sein, damit das Haus nicht auskühlt. Oder statt zehn Minuten zu duschen oder zu baden sich eben nur noch möglichst kurz unter die Dusche zu stellen.

Wo man hingegen nicht sparen sollte?

„Wer billig kauft, kauft zweimal. Oder teuer“. Weisheiten wie diese kennt sicherlich jeder. Und sie haben zumeist einen wahren Kern. Nicht allzu sehr sparen sollte man erfahrungsgemäß beispielsweise bei Kleidung und Schuhen, vor allem für die Kinder. Günstig darf es sein, und „high end“ ist nicht nötig. Kein Kinder-T-Shirt muss 20, 30 Euro oder mehr kosten. Aber mit wirklich billiger Kleidung tut man sich oft auch keinen Gefallen.


Zwar wachsen Kinder schnell aus ihren Sachen heraus. Am Ende zahlt man aber dennoch drauf, weil Shirts und Hosen schlichtweg nicht lange halten. Weil Nähte aufgeben, Säume sich lösen, sich Kanten verdrehen, der Stoff nach wenigen Wäschen schmuddelig wirkt. Und das Bügeln eines in sich schiefen T-Shirts einfach eine ungemein lästige, Zeit raubende Angelegenheit ist. Und früher oder später kauft man so eben doppelt.

Ebenso wenig sparen sollte man bei den Dingen, die Kinder wirklich fördern und die ihnen zugute kommen. Wobei man in vielen Fällen durchaus auf einfache Art und Weise sparen kann! Bücher beispielsweise muss man nicht immer nagelneu im Buchladen kaufen. Man kann sie auf dem Flohmarkt oder im Internet gebraucht erstehen. Man kann sie in der Bücherei mitunter sogar kostenlos leihen oder eine Tauschkultur mit Gleichaltrigen fördern.

Und zu guter Letzt sollte man sicherlich nicht an guten Lebensmitteln sparen, sondern lieber bewusster konsumieren. Was sich mitunter sogar positiv auf den Kontostand auswirken kann. Statt ständig Fleisch aus Billigproduktion sollte es beispielsweise lieber selten wirklich gute Qualität vom vertrauensvollen Metzger oder Erzeuger sein. Gemüse und Obst kauft man saisonal oft günstig ein bei gleichzeitig besserer Ökobilanz. Und ansonsten kann man schon konsequent durch Umdenken viel weniger Geld an der Kasse lassen. Wenn man die teurere Marke einfach mal Marke sein lässt und auf No name-Produkte vom Discounter ausweicht. Die häufig übrigens aus der Produktion bekannter Markenhersteller stammen… .

Kleine Erfolge gemeinsam feiern!

Wer seinen Kindern lehrt, dass Sparen sich immer im Leben auszahlt, gibt ihnen eine wichtige Erfahrung mit. Daher ist es wichtig, das Projekt nicht still und heimlich irgendwann auslaufen zu lassen.

Notieren Sie, so gut es geht, wo Sie bewusst sparen konnten. Idealerweise fließt übrig gebliebenes Geld sogar auf ein extra eingerichtetes (idealerweise natürlich kostenloses!) Konto, beispielsweise für die Urlaubskasse. So können alle den Stand der Dinge und den Erfolg der Maßnahmen in regelmäßigen schwarz auf weiß bewundern. Das motiviert zum Durchhalten beim Sparen! Und vielleicht sogar weiteren kreativen Ideen zum bewussteren Konsumieren!

Bildquelle: © bigstock.com/maximkabb

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