Zwei unter zwei? Die Vorteile und beliebten Vorurteile – Teil 1

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Das erste Baby ist noch nicht mal oder gerade ein Jahr alt und das zweite ist bereits „im Anmarsch“?

Verkündet man diese frohe Botschaft, das bald „Zwei unter Zwei“ zur Familie gehören werden, wird das im Bekannten- und Familienkreis die verschiedensten Reaktionen hervorrufen, von denen ganz sicher nicht alle durchweg positiv ausfallen werden!

Unverständnis („Warum tut ihr euch denn diesen Stress an?“) und dezente Rückfragen („War das so geplant…?“) werden einem ebenso begegnen wie Schwarzmalerei („Oha, na da kommt in den nächsten Jahren ja einiges auf euch zu!“).
Besonders schön auf der anderen Seite: Geteilte Freude, positive Erfahrungsberichte und aufmunternde Worte, vor allem dann, wenn die Konstellation vielleicht wirklich nicht so angestrebt war und der zweite Nachwuchs sich früher einstellte als dies eigentlich geplant war.

Kurz und gut: „Zwei unter zwei“ – das ruft Emotionen hervor. Vermutlich mehr als Schwangerschaften im größeren Abstand.

Wir möchten heute und übermorgen einmal die guten Seiten des geringen Altersabstands zwischen Geschwistern beleuchten, die es zweifelsohne gibt, aber auch die beliebten Vorurteile unter die Lupe nehmen. Heute zunächst:

Die Vorteile von „2 unter 2“:

1 Alle sind schnell „aus dem Gröbsten raus“
Wer Kinder hat, kennt sicherlich diese kleinen Momente, in denen man unvermittelt denkt oder spürt: „Geschafft! Die anstrengendste Zeit ist vorbei!“
Vielleicht zum ersten Mal so um den dritten Geburtstag herum, wenn das Kind in die KiTa geht, endgültig keine Windeln mehr braucht, die Zeit des unergründlichen Gequengels vorbei ist, die Nächte wieder zuverlässig erholsames Durchschlafen erlauben und der Kinderwagen eingemottet werden kann.
Wunderbar, wie leicht einem das Leben plötzlich wieder erscheint!
Und ausgerechnet dann wieder schwanger werden?
Das Ganze – Windeln kaufen, Kinderwagenschieben, schlaflose Nächte, erste Zähne… – noch einmal ganz von vorn?

Wer „Zwei unter zwei“ hat oder gar „Drei unter Drei“, kommt gar nicht erst in den Genuss, sich einmal entspannt zurück lehnen zu können. Stattdessen steckt man jahrelang irgendwie immer mittendrin und wird gar nicht darüber nachdenken, ob es jetzt einfacher/stressfreier/erholsamer wäre, wären die Kinder im größeren Abstand geboren.

Und eines Tages stellt man voller Stolz und Zufriedenheit ebenfalls fest: „Geschafft! Die anstrengendste Zeit ist vorbei!“
Und das nicht nur mit einem, sondern gleich mit mehreren (=allen?) Kindern!
Nie mehr, wirklich nie mehr Windeln wechseln, Kinderwagen schieben etc.! Nach all den – unterm Strich wenigen und vermutlich wie im Flug vergangenen – Jahren ein besonders herrliches Gefühl! Und guter Zeitpunkt, um sich nach möglichst kurzer Kinder-Pause wieder der Karriere zu widmen!

2 Man wächst mit seinen Aufgaben!
Ein Baby erst im Bauch und dann im Kinderwagen und dazu immer ein Kleinkind an der Hand?
Das ist eine Herausforderung, keine Frage!
Aber sehen Sie das Ganze realistisch und malen Sie nicht zu schwarz!
Das neue Baby ist nicht plötzlich da! Der Babybauch wächst langsam und die wirklich beschwerliche Zeit der Schwangerschaft kann sich mit etwas Glück auf die wenigen letzten Wochen bis zur Entbindung beschränken.
Ob das erste Kind dann ein Jahr alt ist oder drei, macht de facto keinen allzu großen Unterschied!
Andererseits sind Sie beim folgenden Kind noch so jung wie es Ihnen nach dem ersten Kind eben möglich war.

Und wenn das Baby erst einmal geboren ist? Dann geht tatsächlich vielleicht vieles einfacher als gedacht!
Das erste Kind scheint einen enormen Entwicklungsschub zu machen, erscheint plötzlich sooo groß, zeigt sich als viel hilfsbereiter, einfühlsamer und liebevoller dem Baby gegenüber als man es aufgrund seines zarten Alters je erwartet hätte?
Knifflige Aufgaben (mit zwei Kinder spazieren oder einkaufen zu gehen) erweisen sich vermutlich als halb so schwierig und werden schnell zur Routine.
Kurz und gut: Jede kleine Herausforderung des Alltags lässt sich garantiert meistern – und man darf so richtig stolz auf sich sein!
Und sollte es doch einmal anstrengend werden, werden Sie in Ihrer besonderen Situation vielleicht mehr Hilfsbereitschaft erfahren als es bei größerem Altersabstand der Kinder der Fall wäre.

3 So dicht beieinander schweißt zusammen!
Ein Kleinkind, das große Schwester oder großer Bruder wird, kann das neue Baby immer und hautnah erleben, wenn es noch kein KiTa-Kind ist. Es wird sich niemals außen vor fühlen, sondern immer mittendrin.
Auch für die frischgebackene Mama wird diese Zeit später rückblickend bestimmt eine ganz besonders schöne sein!
Daheim mit Baby und Kleinkind ist es einfach sehr kuschelig und gemütlich, wenn man nach der Geburt nicht gleich wieder in den Alltag einsteigen muss (sprich: das erste Kind zu Hobbys, Verabredungen, KiTa etc. bringen muss), sondern es sich zu Hause einfach gut gehen lassen kann.
Ohne Blick auf die Uhr kuscheln, vorlesen, das Kleinkind an der Pflege des Babys teilhaben lassen zu können, ist eine wunderbare Erfahrung.

Auch später werden die Kinder profitieren: Aufgrund des geringen Altersabstands werden sie gut in einem Zimmer wohnen können, sich Spielzeug teilen, dieselben Geschichten mögen, fast auf Augenhöhe miteinander spielen können, einen sehr ähnlichen Tagesrhythmus haben, viel miteinander erleben und unternehmen und dadurch später gemeinsame Erinnerungen teilen.

Und selbst, wenn sich mit der Zeit Interessen und Vorlieben unterschiedlich entwickeln: Auch im entlegensten Ferienort werden die Gewischter dank eines Spielpartners immer an ihrer Seite nie unter Urlaubslangeweile leiden müssen!

Um gängige Vorurteile „Zwei unter Zwei“ betreffend geht es übermorgen an dieser Stelle!

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