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Alt, aber unschlagbar schön: Kinderbuchklassiker! Teil 1: „Der Räuber Hotzenplotz“

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Es macht Spaß, in eine Buchhandlung zu gehen und nach neu erschienenen Kinderbüchern zu stöbern. Keine Frage!
Das anschließende Eintauchen in ein völlig neues Leseabenteuer, das „Kennenlernen“ oder „Wiedersehen“ eines Autoren oder einer Autorin samt ganz persönlichem Stil ist oft ein tolles Erlebnis.

Genauso schön ist es aber auch, es sich an einem Wochenendnachmittag gemütlich zu machen und zusammen mit den eigenen Kindern auf beliebte und bewährte Kinderliteratur zurück zu greifen, die man genau so schon selbst als Kind verschlungen hat oder vorgelesen bekam.

Es gibt so viele Klassiker unter den Kinderbüchern, die auch nach 30, 40 oder mehr Jahren nichts an Faszination, Spannung und Unterhaltungswert verloren haben!
Einige dieser Kinderbuchschätze wurden hier im Blog bereits empfohlen (siehe die Auflistung weiter unten), andere werden folgen, um vielleicht bei dem ein oder anderen schöne Erinnerungen an Schmöker- oder Vorleseerlebnisse der Kindheit zu wecken.

Ein Buch, das dabei keinesfalls fehlen darf, ist der erste Teil der „Räuber Hotzenplotz“-Reihe von Otfried Preußler!

Zum Inhalt des Buchs „Der Räuber Hotzenplotz“:

Der gefürchtete Räuber Hotzenplotz treibt sein Unwesen und scheut nicht einmal davor zurück, Kasperls Großmutter deren einzigartige und heiß geliebte Kaffeemühle zu entwenden!
Die Kaffeemühle muss zurück zur Großmutter, der Räuber gefangen werden! – das steht fest.
Leider ist der Wachtmeister des Ortes, Herr Dimpfelmoser, keine allzu große Hilfe und Kasperl und sein Freund Seppel beschließen kurzerhand, sich selbst der Sache anzunehmen.
Mit einer List begeben sie sich auf Räuberfang, unterschätzen dabei aber die Schläue und die Räuberroutine eines Hotzenplotz.

Bis zum Ende der Geschichte, deren Ausgang an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden soll, erleben Kasperl und Seppel Allerhand, machen die Bekanntschaft eines verschrobenen Zauberers und sogar die einer guten Fee. Und ihr anfangs eher nutzlos scheinender Versuch einer Verkleidung, um den Räuber hinters Licht zu führen, stellt sich schließlich gar als Rettung in der Not heraus… .

Fast 50 Jahre „jung“ ist der erste Band der dreiteiligen „Räuber Hotzenplotz“-Buchreihe und hat seit seinem ersten Erscheinen kein bisschen an Charme und Faszination verloren.
Nimmt man – heute selbst längst erwachsen – dieses Buch zur Hand, das man als Kind schon geliebt hat, und beginnt es den eigenen Kindern vorzulesen, stellt sich gleich ein wohliges Gefühl ein. Da ist die Großmutter in ihrem urigen Häuschen und Garten, bei der es nach Pflaumenkuchen und frisch gemahlenem Kaffee duftet, Kasperl und Seppel, die nichts zu erschüttern scheinen kann, solange die beiden Freunde nur zusammen halten.
Und auch wenn der Räuber selbst nicht gerade freundlich zu diesen seinen Mitmenschen ist, verkörpert das Buch doch eine heile Welt, in der die Rollen klar verteilt sind und bei der man sich sicher sein kann, dass am Ende jeder – Gut wie Böse – bekommt, was er verdient.

Wunderbar ist, dass ganz viel Magie im ersten Band des „Räuber Hotzenplotz“ ihren Platz findet, die keinen Widerspruch zu der eigentlichen „Bodenständigkeit“ der Geschichte durch die sehr traditionell angelegten Charaktere vom Räuber Hotzenplotz, von der Großmutter und des Wachtmeisters dar stellt.

Sehr liebevoll ist außerdem, dass die Charaktere der Geschichte nicht nur „Schwarz-Weiß“, sondern sehr facettenreich dargestellt sind: Der Räuber ist nicht nur böse und düster, auch ihnen plagen Sorgen ob seiner „beruflichen“ Zukunft und außerdem legt er mehr Wert auf eine gewisse Ordnung, einen geregelten Tagesablauf und geputztes Schuhwerk, als man in Anbetracht seines burschikosen Auftretens vermuten würde.
Und selbst ein mächtiger Zauberer Zwackelmann wirkt gleich nur noch halb so Furcht einflößend, wenn er an einfachen Haushaltsdingen scheitert, daher notgedrungen eine Küchenschürze über dem Zauberermantel trägt oder mit einer Nachtmütze auf dem Kopf am offenen Schlossfenster auftaucht.

Die Geschichte ist, wie sie ist und an keiner Stelle anders sein dürfte: liebevoll und fröhlich mit sehr viel Witz erzählt, spannend und zauberhaft, nostalgisch und Herz erwärmend, kurzum der perfekte, zeitlose (Vor)Lesespaß für Kinder, Eltern und Großeltern, der in keinem Kinderzimmer fehlen darf!

Empfohlen ist das Buch für Kinder ab 6 Jahren, es ist aber so verständlich geschrieben, dass schon Vierjährige begeistert folgen können.
Alle drei Bände des „Räuber Hotzenplotz“ wurden vom 1923 geborenen, beliebten und erfolgreichen Kinderbuchautor Otfried Preußler geschrieben und von Franz Josef Tripp illustriert.
Der erste Band mit dem Titel „Der Räuber Hotzenplotz“ ist unter der ISBN 978-3522105903 im Thienemann Verlag erschienen. 11,90 € kostet die 128 Seiten starke, gebundene Ausgabe.

Wer Kinderbücher sucht, die sich seit Generationen großer Beliebtheit erfreuen, kann hier in unseren bisherigen Rezensionen von Büchern – sortiert nach ihrem Erscheinungsjahr – mit einem Alter „30 Jahre+“stöbern:

Charles Dickens: „Eine Weihnachtsgeschichte“(1843)
F. H. Burnett: „Der geheime Garten“(1909)
Fritz Koch-Gotha/Albert Sixtus: „Die Häschenschule“ (1924)
Erich Kästner: „Pünktchen und Anton“ (1931)
Enid Blyton: „Hanni und Nanni“ (im englischen Original ab 1941)
Erich Kästner: „Das doppelte Lottchen“ (1949)
Ursula Wölfel: „Fliegender Stern“ (1959)
Leo Leonni: „Frederik und seine Mausefreunde“ (Einzelgeschichten erschienen ab 1967)
Paul Maar: „Der tätowierte Hund“ (1968)
Barbara Bartos-Höppner: „Schnüpperle – 24 Geschichten zur Weihnachtszeit“ (1969)
Paul Maar: „Eine Woche voller Samstage“ (1973)
Barbara Robinson: „Hilfe, die Herdmanns kommen“ (1974)
Renate Welsh: „Das Vamperl“ (1979)

Bildquelle: © bigstock.com/ oliwkowygaj

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