Der Umwelt zuliebe: Schulmaterialien mit Bedacht kaufen

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Würde man alles, das ein Kind bis zum Ende seiner Schullaufbahn an Bastel- und Schreibmaterialien verbraucht, aufeinander türmen, käme gewiss ein ansehnlicher Stapel zusammen.

Im Kleinkindalter wird bereits gemalt, später geklebt, gebastelt und in der Schule natürlich viel geschrieben und gezeichnet.

Ein ordentlicher Papierberg an Zeichenblöcken, Schulheften, Arbeitsblättern, Ringbucheinlagen, Collegeblöcken und mehr wäre das Ergebnis eifrigen Sammelns, von der Fülle an Bleistiften, Buntstiften, Tintenpatronen, Malkästen etc. ganz zu schweigen!

Ebenso selbstverständlich wie die Tatsache, dass Schulmaterialien natürlich im Alltag gebraucht werden, ist jene, dass man mit genauem Hinsehen beim Kauf und natürlich möglichst sparsamen Verbrauch einen wertvollen Beitrag für die Umwelt – und den eigenen Geldbeutel – leisten kann.

Vielleicht wäre es ein schöner Vorsatz für das gerade begonnene neue Jahr, ein wenig kritischer dem Angebot im Schreibwarenhandel gegenüber zu stehen und mit mehr Bedacht aus dem reichen Sortiment auszuwählen?

Schreibstifte (Füller, Tintenroller etc.)
Bei allen Stiften, die lange genutzt und gegebenenfalls zum Schreiben nachgefüllt werden können, sind Einwegprodukte zu bevorzugen.
Ein guter Füllfederhalter kann über etliche Jahre genutzt werden, wenn bei Bedarf die Feder erneuert werden kann, und ist allen Tintenstiften, die nicht wieder-befüllbar sind oder sich in der Praxis bereits als vielleicht schick, aber nicht sehr langlebig erwiesen haben, daher vorzuziehen.

Mittels eines Tintenkonverters kann manch ein Füller, der üblicherweise mit Patronen bestückt wird, so umgerüstet werden, dass er mit Tinte aus dem Tintenfass aufgefüllt werden kann. Dies bedeutet weniger anfallenden Kunststoff-Abfall durch Einweg-Tintenpatronen.

Bleistifte und Buntstifte
Achten Sie nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrem Kind zuliebe auf eine gute Qualität bei Bleistiften und Buntstiften, denn Stifte zum Malen und Schreiben, die bei Gebrauch und beim Anspitzen ständig abbrechen, sind ein Ärgernis im Unterricht und bei den Hausaufgaben, machen einfach keine Freude, landen irgendwann ungenutzt im Müll und sind so unterm Strich eine überflüssige Investition.

In puncto Optik und Verpackung sollte gelten: „Weniger ist mehr!“
Schlichte, unlackierte Holzbuntstifte, die geprüft gemäß der der EU-Norm DIN EN 71 als schadstoffgeprüftes Spielzeug gelten – schließlich wandern Stifte bei Kindern oftmals in den Mund –, sollten in ebenso „schnörkelloser“ Verpackung ohne Kunststoffeinleger etc. daher kommen.

Filzstifte und Tintenkiller
Kinder lieben sie. Eltern und Lehrer sind meist keine Fans der „Retter“ aus dem Schreibwarenladen und dem Supermarkt!
Nicht nur, dass Tintenkiller Einwegartikel aus Kunststoff sind, deren Herstellung sowie deren Entsorgung die Umwelt belasten. Oft landen diese bereits im Müll, wenn sie nicht mal ganz aufgebraucht sind, weil entweder die Seite zum Entfernen der Tinte oder jene zum Drüberschreiben zuerst ausgedient hat.
Ob in der Hektik „gekillert“ und noch übers feuchte Papier drüber geschrieben besser aussieht als einfach (und schneller!) durchgestrichen, sei überdies dahin gestellt…

Tintenkiller sind ebenso wie Filzstifte in der Regel schlichtweg verzichtbar, auch wenn sie auf Kinder eine magische Anziehungskraft ausüben. Kaufen Sie jedoch von Anfang an keine, wird Ihr Nachwuchs sie kaum vermissen.

Überzeugen Sie Ihr Kind gegebenenfalls durch eine praktische Demonstration: Mit einem Buntstift lässt es sich schneller, feiner und nuancierter Ausmalen, es droht keine Gefahr des Austrocknens, der Buntstift hinterlässt keine Flecken, wenn er einmal aus der Hand fällt, und außer Anspitzer-Schnipseln landet von ihm später nichts im Müll, während Filzstifte große Mengen Plastikmüll bedeuten.

Papier: So gut wie neu!
Nicht für jedes Papier müssen neue Bäume gefällt werden! Greifen Sie zu Papier, das vollständig aus Altpapier hergestellt wurde.
Bekannt und geläufig seit Langem ist das Gütesiegel „Blauer Engel“, das Papiere auszeichnet, die aus 100% Altpapier bestehen und ohne schädliche Chemikalien und Bleichmittel hergestellt wurden.
Eine Übersicht über weitere Siegel und Erklärungen für Begriffe wie „Holzfrei“ und „Chlorfrei“ im Zusammenhang mit Papier gibt es HIER auf den Internetseiten von Greenpeace e.V. .

Radiergummi, Anspitzer und Lineal
Auch beim Kauf dieser unverzichtbaren Helfer sollte die oben bereits nahegelegte Devise „Weniger ist mehr!“ gelten!
Bunte Artikel in Umverpackungen aus Plastik, Folien und viel Kunststoff, der verzichtbar wäre, macht das Schreibwarensortiment vielleicht interessanter und attraktiver für Kinder, ein schlicht weißer Radiergummi, ein einfaches Lineal aus robustem Holz und ein simpler Metallanspitzer stehen dem in Sachen Funktionalität aber in nichts nach!
Sensibilisieren Sie früh Ihre Kinder für den Umweltgedanken, damit diese mit dem (Selbst)Bewusstsein (auch gegenüber anderen Kindern, bei denen es quietschbunt im Mäppchen zugeht!) zur Schule gehen können: „Vielleicht sind meine Sachen nicht so hip und bunt, dafür habe ich etwas für die Umwelt getan!“

Kleber
Auch wenn sie eine längere Trocknungszeit bedeuten als lösemittelhaltige Produkte, sind lösemittelfreie Kleber auf Wasserbasis die beste Wahl für Kinder, wenn es ein Flüssigkleber sein soll.

Gut und sauber zu handhaben sind Klebestifte.
Aus praktischen Gründen sollten Sie bei jedem Kleber-Kauf darauf achten, dass Klebespuren (aus Textilien!) wieder leicht zu entfernen sind und der Kleber ungiftig ist.

Mäppchen
Der Anblick eines nagelneuen, gut bestückten Federmäppchens lässt bei vielen Kindern das Herz höher schlagen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es tatsächlich nur das enthält, das wirklich später benötigt wird, zum Beispiel keine Filzstifte, die ohnehin nie zum Einsatz kommen werden.

Bei älteren Kindern ist das „Schlampermäppchen“ angesagt, das sich individueller bestücken lässt als das klassische Grundschul-Federmäppchen.
Es bietet oft auch Platz für „Alltagshelfer“, die erst später in der Schullaufbahn (neben Kleber, Schere, Lineal sind das zum Beispiel dann auch Zirkel, Textmarker, Geodreieck) zum Einsatz kommen.

Wer geschickt im Umgang mit der Nähmaschine ist, näht einfach selbst ein Federmäppchen aus festem (Jeans)Stoff mit farblich abgestimmten Reißverschluss, das in Form und Größe perfekt auf die Bedürfnisse seines Schulkindes abgestimmt ist!

Webtipp:
http://www.umweltfreundliche-schulmaterialien.de
Dort steht die umfangreiche Broschüre „Schulzeit – Ratgeber für einen umweltfreundlichen Schulanfang“ zum Download als PDF-Datei bereit.
Sie gibt ausführliche Tipps zum Schulranzenkauf, liefert tabellarische Testergebnisse gängiger Produkte aus dem Schreibwarenbedarf und vieles, vieles mehr an Informationen rund um Themen, die Eltern von Schulanfängern interessieren.

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