Die Erstausstattung fürs Baby oder „Brauchen wir das wirklich alles?“ – Teil 7: Babys erstes Zimmer

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Die Einrichtung des ersten Kinderzimmers für den Nachwuchs bereitet wohl allen (werdenden) Eltern sehr viel Freude.
Mit Liebe werden Farben und Stoffe ausgewählt, gestrichen, tapeziert, Möbel aufgestellt und eingerichtet.

Natürlich spielt der persönliche Geschmack die größte Rolle bei der Wahl von Bodenbelägen, der Gestaltung der Wände und der Auswahl der Möbel, dennoch gibt es auch einige praktische Aspekte zu bedenken.

Der Fußboden
Spätestens, wenn das Kind ins Krabbelalter kommt, werden Kind und Eltern viel Zeit auf dem Boden verbringen.
Krabbeln, Puzzeln, Türme bauen bis hin zum Aufbau der ersten Holzeisenbahn: Bis weit ins Kindergartenalter hinein spielt sich im vieles auf dem Fußboden ab!

Wichtig ist daher, dass der Boden fußwarm und behaglich ist. Teppichboden schafft Gemütlichkeit und dämmt Geräusche am wirkungsvollsten, wenn das Kleinkind mit reichlich Ausdauer die Türme aus seinen Holzbausteinen umwirft oder dem Schulkind später einmal das volle Glas mit den Murmeln umfällt.
Der Nachteil: Das Entfernen von Flecken ist mit mehr Aufwand verbunden als es bei wischbaren Böden der Fall ist.
Wenn jedoch von klein auf Regeln wie „Im Kinderzimmer wird nicht gegessen, nicht mit Wasserfarben gemalt und die Schuhe werden vorm Betreten ausgezogen“ gelten, kann auch ein Teppich jahrelang ansehnlich bleiben.

Auf glatten Böden wie edlem Parkett, kostengünstigerem Laminat, fußwarmem Kork oder strapazierfähigem Linoleum leistet ein großer Spieleteppich gute Dienste, zumindest solange das Kind noch klein ist.
Lose und rutschende Teppiche dürfen allerdings nicht zu Stolperfallen werden und sollten daher am Untergrund fixiert werden.

Später, wenn das Kind flott auf zwei Beinen unterwegs ist, verhindert das Tragen von Stoppersocken die Rutschgefahr auf glatten Böden.

Die Wände
Die Auswahl an farbenfrohen Motivtapeten für Baby- und Kinderzimmer ist groß.
Was am Musterstück im Baumarkt eine fröhliche und farbenfrohe Kinderzimmergestaltung verspricht, kann einen jedoch in den eigenen vier Wänden regelrecht „erschlagen“, wenn das Kinderzimmer rundherum und ausschließlich mit einer bunten Kinderzimmertapete dekoriert wird.
Eine schönere und dezentere Variante kann es sein, die Motivtapete sparsam und gezielt (beispielsweise an einer Wand) einzusetzen und die restlichen Wände in einem hellen Ton passend zur Grundfarbe der Tapete zu streichen.

Wird auf die Kinderzimmertapete gänzlich verzichtet und der Raum statt dessen (in einer oder verschiedenen Farben) gestrichen, lässt er sich später schnell und einfach mit neuer Farbe umgestalten, wenn der Geschmack des Kindes sich ändert.
Wer dabei auf kindgerechte Motive an der Wand nicht verzichten möchte, kann einzelne oder alle Wände mit einer Kinderzimmerbordüreverschönern, die einfach auf die Tapete geklebt wird und sich in der Regel rückstandslos wieder entfernen lässt.

Wer es noch schlichter mag, kann im Kinderzimmer mit dezent gestrichenen Wänden mit Hilfe von bunten Bildern oder Wandtatoos, farbenfrohen Accesoires wie Windspielen, Wanduhren oder Gardinen freundliche Farbtupfer setzen, ohne dass das Gesamtbild dabei „überfrachtet“ wirkt.

Kindermöbel
In jedem Babymarkt und Möbelhaus gibt es schöne komplette Kinderzimmereinrichtungen zu kaufen, deren einzelne Komponenten wie , Wickelkommode, Regale und Kleiderschränke optisch aufeinander abgestimmt sind.

Nicht nur das Aussehen, auch praktische Aspekte sollten jedoch bei der (langfristigen) Kinderzimmerplanung berücksichtigt werden!
Kleiderschränke für Babyzimmer sind beispielsweise oft recht klein und niedrig.
Völlig ausreichend für die tägliche Garderobe eines Babys oder Kleinkindes können sie später schnell zu eng werden, um alle Kleidungsstücke eines Schulkindes darin zu verstauen.

Eine nicht zu kurze Kleiderstange und auch genügend Platz darunter, um später auch lange Kleidungsstücke daran aufhängen zu können, sind ebenso von Vorteil wie eine nicht zu geringe Gesamthöhe des Schrankes, um späteres, meist unschönes „Obendraufstrapeln“ zu vermeiden.

Praktisch ist außerdem eine Wickelkommode, die sich durch Abnehmen des Wickelbretts später als Schränkchen weiter verwenden lässt, und ein Bett, das sich zum Juniorbett (ohne Gitter) umbauen lässt.

Vorhänge und Jalousien
Nicht jedes Haus und jede Wohnung verfügt über Außenrolläden.
Manche Babys schlafen jedoch besser und tiefer im Dunkeln und gewöhnen sich leichter an einen Rhythmus von Tag und Nacht, wenn im Sommer nicht schon um halb fünf Uhr in der Früh die Sonne das Zimmer erhellt.
Gute Alternative zu Rolläden sind verdunkelnde Gardinen aus lichtundurchlässigen Stoffen und Lamellenjalousien zum Schutz vor der Sonne.

Ein Licht im Dunkeln
Ob vom ersten Tag an oder erst später: Sobald das Baby nachts in seinem eigenen Zimmer schläft, sollte ein nicht zu helles Nachtlicht nicht fehlen.
Das Baby kann sich leichter orientieren, wenn es nachts aufwacht, und auch die Eltern müssen nicht die „Festbeleuchtung“ einschalten, wenn sie in der Dunkelheit das Kinderzimmer betreten.

Aufteilung und Einrichtung
Besonders bei kleineren Zimmer kann vor dem Möbelkauf eine maßstabsgetreue Einrichtungsplanung auf Millimeterpapier oder am Computer sinnvoll sein.
Die spätere Gesamtoptik und praktische Überlegungen spielen eine Rolle dabei, wo Bett, Wickelkommode und Schränke später ihren Platz finden.

Günstig ist es beispielsweise, wenn alle Schränke, in denen Anziehsachen verstaut werden sollen, von einem Punkt aus zu erreichen sind.
So erspart man sich unnötiges Hin- und Hergehen beim Einräumen der frisch gewaschenen Wäsche und morgens hat man mit „einem Griff“ die Kleidung des Babys beisammen.

Ebenso sollten alle Dinge, die beim Wickeln benötigt werden wie beispielsweise Windeln, frische Bodys und Moltontücher, bequem vom Wickelplatz aus zu erreichen sein.

Schön ist es, wenn nach dem Aufstellen der Möbel eine zusammenhängende große Fläche übrig bleibt, die genug Platz zum Spielen bietet.

Sicherheit im Kinderzimmer
Eltern liegt nichts so sehr am Herzen wie die Gesundheit und Sicherheit ihres Kindes.
Die folgenden Listen beinhalten nur eine einige der typischen Gefahrenpunkte im Kinderzimmer und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit!

Sicherer Schlafplatz
Das Baby im Stubenwagen, in der Wiege oder im Babybett muss stets genügend Frischluft bekommen.
Decken, Tücher, Kissen, Felle und greifbare Betthimmel können zur Gefahr werden, wenn das Baby sie sich über das Gesicht ziehen kann.
Ebenso droht Gefahr durch zu lange Schnullerketten oder andere lose Schnüre, die das Baby sich um den Hals wickeln kann.

Bettwäsche, Spieluhr, Kuscheltiere und Spielzeug sollten genau unter die Lupe genommen werden mit Augenmerk u.a. auf eventuell lose Knöpfe oder andere kleine Teile, die verschluckt werden könnten.

Zu jedem Schlafplatz gehört eine passende, ausreichend feste Matratze mit stabilem Rand, in die das Baby nicht einsinkt.
Die Gitterstäbe müssen nah genug beieinander sein, dass das Baby nicht mit dem Kopf dazwischen rutschen kann.

Ein Schlafsack ist eine sichere Alternative zur Bettdecke, das Baby darf allerdings nie zu warm eingepackt werden und überhitzen.

„Augen auf!“ im Krabbelalter
Bevor das Baby mobil wird, muss seine Umgebung auf mögliche Gefahrenquellen hin untersucht werden – am besten aus der Perspektive des Krabbelkindes selbst. Einige Beispiele:

An alle Steckdosen gehört ein geeigneter Steckdosenschutz!
Tische, Stühle, Regale, Schränke, Lampen etc. müssen kippsicher sein oder gemacht werden, elektrische Leitungen und Mehrfachsteckdosen außer Reichweite von Kinderhänden angebracht sein!

Dabei sollte stets bedacht werden, dass viele Kinder gerne und früh klettern und dadurch oft schneller als erwartet auch an Dinge in größeren Höhen gelangen können.

Auch Spielzeug sollte vor dem Erstgebrauch und regelmäßig danach auf seinen Zustand hin überprüft werden.
Für Fenster, Schranktüren und Schubladen sind spezielle Kindersicherungen erhältlich.

Weiterführende Informationen:
Viele interessante Internetseiten halten umfangreiche Informationen zum Thema bereit, beispielsweise der Elternratgeber „Das sichere Kind“ vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV oder die Seite „Kindersicherheit“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. .

Anzeige: Eine gute Auswahl um Kindermöbel im Internet zu bestellen bietet Tradoria bzw. deren Rubrik Baby und Kind.

Die übrigen Teile unserer 7-teiligen Serie „Die fürs Baby oder „Brauchen wir das wirklich alles?“ “ gibt es hier zu lesen:

Teil 1: „Babys erster Schlafplatz“
Teil 2: „Viel (?) Auswahl in Babys Kleiderschrank“
Teil 3: „Rund um Babys Pflege“
Teil 4: „Nützliches im Kinderzimmer“
Teil 5: „Rund ums Stillen und Fläschchen“
Teil 6: „Unterwegs mit dem Baby“

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