Ein echter Kinderkrimi mitten im Alltag: „Pauline und der gelbe Ritter“ von R. Herfurtner

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Viele Kinder mögen es spannend und werden von einem Buch erst so richtig in seinen Bann gezogen, wenn die Geschichte sich zu einer packenden Kriminalgeschichte entwickelt.
Natürlich – eben altersgerecht – nie zu sehr an den Nerven zehrend, aber wie ein „echter“ Krimi halt so gemacht, dass es bis zur letzten Seite spannend bleibt, weil sich die Hintergründe, Zusammenhänge und Verwicklungen erst zum Schluss offenbaren.

Die abc-mama hat letztens so eine Geschichte gelesen, die zwar schon für Kinder ab 8 empfohlen ist, aber dank des tollen Schreibstils und natürlich des ansprechenden Inhalts ganz offensichtlich auch Erwachsene noch bestens unterhalten kann.

Einen gelungenen Mix aus Schulalltag, Familienkrise und einer mysteriösen Entführungsgeschichte bietet der vom Autor Rudolf Herfurtner verfasste Kinderroman „Pauline und der gelbe Ritter“ – und ist damit unser Buchtipp des Tages.

Zum Inhalt von „Pauline und der gelbe Ritter“
Der gemeinsame Ausflug hätte so schön sein können, wenn Papa es denn dieses Mal geschafft hätte, mit Pauline zur vereinbarten Zeit wieder zurück bei Mama zu sein. Statt dessen gibt es einmal mehr Anlass für Streit zwischen den beiden geschiedenen Elternteilen, der einmal mehr kräftig an Paulines Hoffnung rüttelt, die drei könnten irgendwann wieder einmal eine richtige Familie sein.

Während Mama ihre Frauen-Freundschaften und ihre Leidenschaft für musikalische Bühnenauftritte pflegt und Pauline einer Schulaufführung entgegen fiebert, passieren gegenüber ihrer Wohnung in einem verlassenen Restaurant mysteriöse Dinge.
Nach und nach reimt Pauline sich zusammen, was passiert sein könnte: Wird etwa ein entführtes Kind dort gefangen gehalten? Ist ihr Papa gar in die unheimlichen Geschehnisse verwickelt?
Und wer verbirgt sich hinter dem „Gelben Ritter“?

Paulines Eltern leben getrennt und Pauline leidet darunter. Wie allgegenwärtig diese Situation für ein Kind sein kann, schildert Autor Rudolf Herfurtner sehr eindrücklich und sensibel:
Das Haushaltsgeld ist knapper als früher. Einige Stunden in einer heile Familien wecken schmerzhafte Sehnsüchte nach der Familienidylle, wie man sie selbst einst kannte. Die Hoffnung, dass eines Tages alles wieder so schön sein könnte wie früher, will nicht sterben, obwohl permanentes Gerangel und Streit unter den Eltern um jede Kleinigkeit diese Zukunftsperspektive schier unmöglich erscheinen lassen.

„Pauline und der gelbe Ritter“ ist wahrlich kein „Heile-Welt“-Kinderroman, in dem auf jeden Regen prompt der Sonnenschein folgt, aber es fehlt auch nicht an fröhlichen, ausgelassenen Momenten, die dafür sorgen, dass das Buch nie zu bedrückend und trotz der ernsten Thematik für Achtjährige zur allzu schweren Kost wird.

Die Unvorhersehbarkeit der Geschichte generell, die spannenden Momente parallel zu den verschiedenen mit Feingefühl geschilderten Stimmungen und vielschichtigen Emotionen sowie der Umfang der Buchs, der dem Leser über 200 Seiten lang (in der Taschenbuchausgabe) Gelegenheit gibt, ausführlich an anderthalb Wochen von Pauline Leben teilzuhaben, machen das Buch zu einem „runden“ Kinderroman.

Es ist eben ein Buch wie das wahre Leben es schreibt: Hochs und Tiefs kommen und gehen, ein echtes Happy End ist in der Realität eher die Ausnahme und trotz aller Sorgen gibt es immer die vielen kleinen und manchen besonderen Momente, die Grund zur großer Freude sind.

Dies und das zum Buch
„Pauline und der gelbe Ritter“ von Rudolf Herfurtner ist sowohl als Taschenbuch wie auch in gebundener Ausgabe erhältlich.
Zum Preis von 12,90 € gibt es im Buchhandel die gebundene Ausgabe unter der ISBN 9783446206397 aus dem Carl Hanser Verlag (Infos hier), für 6,95 € die Taschenbuchausgabe unter der ISBN 9783423623599 aus dem Deutschen Taschenbuch Verlag (mehr Infos).

Empfohlen ist das Buch für Kinder ab 8 Jahren.

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