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Mit Kindern rund ums Gartenjahr – Teil 5: Gartenarbeit im Mai

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Der wunderschöne Mai! Einfach ein toller grüner Monat, in dem der Sommer in greifbare Nähe rückt, der aber auch noch die eine oder andere kalte Nacht im Gepäck haben kann!

Vergissmeinnicht

Ein typischer Mai-Vertreter, dem kalte Nächte nichts haben können: Das robuste Vergissmeinnicht

Denn der Mai ist der Monat der Eisheiligen. Und auch, wenn die Mai-Nächte – regional natürlich sehr verschieden – üblicherweise nicht mehr so kalt sind, dass die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, haben viele Gartenfreude ein besonderes Auge auf sie:
Bevor diese fünf Tage nicht vorüber sind, wird sich nicht selten in Geduld geübt. Erst nach ihnen werden empfindliche Sommerblumen in Kästen und liebevoll vorgezogenes Gemüse dauerhaft ins Freie gesetzt.
Es wäre schließlich schade und wirklich ärgerlich, wenn in wenigen Stunden einer frostigen Nacht alles zunichte gemacht würde, was vorher liebevoll frisch gepflanzt oder wochenlang auf der Fensterbank oder im Gewächshaus herangezogen wurde.

Mehr über die Eisheiligen und allerlei kleine Arbeiten, die im Mai so im Familien-Garten anfallen, gibt es hier in unseren Gartentipps für den Monat Mai:

Die Eisheiligen: Eine kurze Übersicht
Immer wieder finden sie Erwähnung: Die Eisheiligen. Fast jeder kennt ihre Namen, aber wer waren sie eigentlich?
Alle „Eisheiligen“ entstammen der Zeit vom 3. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. und ihnen allen wird im Mai gedacht.

Am 11. Mai macht der Heilige Mamertus dabei den Auftakt, ein Bischof, der im 5. Jahrhundert in Frankreich lebte.
Es folgen Pankratius (12. Mai – der im Jahre 304 im Alter von nur 14 Jahren in Rom den Märtyrertod gestorben sein soll), Servatius von Tongern (13. Mai – ebenfalls Bischof und Schutzpatron u.a. gegen allerlei Krankheiten und Gefahren für die reiche Ernte), Bonifatius von Tarsus (14. Mai – vermutlich ein im 3. Jahrhundert in Rom geborener, christlicher Märtyrer) und die „Kalte Sophie“, Sophia von Rom (15. Mai – christliche Märtyrerin und Patronin für eine gute Ernte).

Wer mehr über sie erfahren möchte, wird im Internet beispielsweise fündig auf der Kirchensite.de des Bistums Münster, im Ökumenischen Heiligenlexikon, auf der Seite Heilige.de oder bei Wikipedia.de.

Zwiebeln raus…
Die Frühlingsblüher – Narzissen, Tulpen und Co. – haben langsam aber sicher für dieses Jahr ausgedient.
Im Beet können sie in aller Regel bis zum nächsten Herbst verbleiben – solange keine Fraßschäden zu befürchten sind.
In Balkonkästen und Schalen kann mit einer Neubepflanzung hingegen nicht nur der Platz knapp werden, die Zwiebeln können außerdem beispielsweise durch große Feuchtigkeit Schäden nehmen und sind daher an einem guten „Übersommerungs“-Plätzchen besser aufgehoben.

Beim Ausgraben und Einlagern der Zwiebeln können Kinder kräftig mit anfassen!
Die Zwiebeln von „ausgedienten“ Frühlingsblühern werden zunächst (am besten mit Handschuhen) aus Balkonkästen und Schalen gesammelt und dann sorgfältig – zum Beispiel auf einem Stück Zeitungspapier – getrocknet, bevor sie bis zum Herbst einlagert werden.
Damit die Zwiebeln während der Lagerung keine Schäden erleiden – besonders Schimmelbildung kann ein Problem sein -, brauchen sie ein trockenes, luftiges Plätzchen und sollten nicht zu dicht übereinander gestapelt gelagert werden.

Am besten verbringen sie die Zeit, bis sie wieder in den Boden gesetzt werden, ausgebreitet auf einem Stück Zeitungspapier in einem Pappkarton, der in einem kühlen, dunklen, gut belüfteten Kellerraum steht.

… Neues rein!
Wo Zwiebeln aus Kästen und Kübeln genommen werden, ist nun Platz für Neues.
Endlich wird es bunt auf Terrasse und Balkon dank einer großen Auswahl an Pflanzen, die in Gartencentern, auf dem Markt oder wo auch immer darauf warten, eingepflanzt zu werden!

Bei der Planung (Wie viele Pflanzen werden benötigt? Welche Standortbedingungen müssen sie erfüllen? Wie hoch ist das Budget für die Neubepflanzung? Werden Einjährige oder Stauden bevorzugt?) und Auswahl der bunten Blüher vor Ort sind die Kinder sicher gern tatkräftig dabei und auch das anschließende Einpflanzen und Angießen ist bei vielen helfenden Händen schnell erledigt.

Welche Sommerblumen sich dabei an welchem Standort wohlfühlen, ist beispielsweise in den hier erschienen Artikeln über „Balkonpflanzen für sonnige Lagen“ und „Balkonpflanzen für halbschattige bis schattige Lagen“ nachzulesen.

Sollten in den Tagen und Wochen nach getaner Arbeit noch Nachtfröste angekündigt sein, kann es nicht schaden, besonders empfindliche Pflanzen mit Vliesen vor möglichen Kälteschäden zu schützen!

Säen statt pflanzen?
Wer lieber zu Saatgut statt zu bereits fix und fertigen Pflänzchen greift, für den ist nun die richtige Zeit gekommen, Samen von Sommerblumen direkt in Kästen oder ins Freiland zu säen.

Im Einzelfall gibt es dabei einiges zu beachten und die Verpackung des Saatguts gibt meistens Aufschluss:
(Halb)Schatten oder sonniger Standort? Zu erwartende Wuchshöhe und Keimdauer? Blütezeit und – nicht zu vergessen natürlich – Aussehen der Pflanze? Praktischer Nutzen – wie beispielsweise als besonders wertvolle Futterquelle für Vögel oder Insekten?

Nicht zuletzt kann man sich bereits durch die richtige Auswahl der Pflanzen einige Enttäuschungen ersparen: Wer einen Garten hat, der beispielsweise bei Schnecken ohnehin sehr beliebt ist, wird an gesäten Tagetes kaum (lange) Freude haben.

Um Gesätes später nicht aus Versehen beim Unkraut-Entfernen wieder auszurupfen, ist eine gut sichtbare Markierung – zum Beispiel eine Umrandung des Bereichs mit kleinen Steinchen – der frisch eingesäten Flächen ratsam.
Gleichzeitig sollten Aussaatdatum und ungefähre Keimdauer vermerkt werden, damit man nicht die Übersicht verliert, wann es wo zu sprießen beginnen sollte.

Vielfalt im Gemüsebeet!
Wer Gemüse im Freiland säen möchte, der kann im Mai aus den Vollen schöpfen. Für Erbsen und Bohnen, verschiedene Kohlsorten wie Rotkohl, Wirsing oder Kohlrabi, für Zucchini, Gurken und Möhren, Kürbisse, verschiedene Salate und allerlei Gewürze ist nun die Zeit gekommen, sie direkt ins Beet zu säen.

Macht jetzt besonders viel Freude: Der Rasen
Kleine Gärtner müssen sich mit der Zuschauerrolle begnügen, größere können vielleicht mit dem wöchentlichen Rasenmähen ihr Taschengeld aufbessern?
Tatsache ist: Sobald die Sonne den Boden gewärmt hat, der Rasen bei Bedarf ausreichend bewässert und gelegentlich gedüngt wird, sprießt er um diese Jahreszeit nicht selten so kräftig, dass es nach sieben Tagen nicht selten allerhöchste Zeit für den nächsten Schnitt ist!
Die grüne Pracht einmal die Woche – und dabei nicht zu kurz! – zu mähen ist ein gesundes Maß.

Wird der Rasen zu tief geschnitten, trocknet der Boden schnell aus und die Rasenwurzeln können Schaden nehmen.
Weniger kurz geschnittener Rasen wirkt zudem meist dichter, sieht so einfach kräftiger und damit besser aus und ist sehr angenehm, um drauf zu liegen oder barfuß drüber zu laufen..

Auch wenn – wie bereits erwähnt – die Zeit der Frühlingszwiebeln fast zu Ende ist: Befindet sich noch nicht verwelktes Laub im Rasen, sollte um dieses drum herum gemäht werden, damit Tulpe und Co. genügend Gelegenheit haben, in der Zwiebel genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln.

Mai-Routinearbeiten im und rund ums Beet
Was in der warmen Jahreszeit immer anfällt und wobei schon die Jüngsten tüchtig mit anfassen können:
– Beete regelmäßig harken (sieht schöner aus und kommt den Pflanzen zugute)
– bei Bedarf Rasen, Gemüse und Blumen wässern (am besten abends und dann durchdringend)
– den Rasen regelmäßig auf Unkrautbefall hin unter die Lupe nehmen und Wildkräuter möglichst früh entfernen, bevor sie sich großflächig breit machen können
– Beerensträucher regelmäßig mulchen (eine Strohschicht unter Erdbeeren hält die Früchte sauber und verhindert Schimmelbildung) und
– anfallenden Rasenschnitt dünn als Mulchschicht in den Beeten verteilen (verhindert das Austrocknen des Bodens, die Ausbreitung von Wildkräutern, das Verschlammen des Bodens nach starkem Regen und vermindert zudem die Erosion durch Wind und Wasser).

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