Ein Kinderbuch mit Fingerspitzengefühl: „Bist du krank, Rolli-Tom?“ von Matthias Sodtke

/
/
/
3797 Aufrufe

Die knuddeligen Freunde Nulli (ein Hase) und Priesemut (ein Frosch) sorgen mit ihren spannenden Geschichten über die meist heiteren, manchmal auch trüben Seiten einer wirklich dicken Freundschaft schon seit vielen, vielen Jahren für fröhliche Kindergesichter.
Und immer wieder mal sorgten in ihren Abenteuern überraschende Besucher für Abwechslung.
So auch im zuletzt erschienenen Band 17 mit dem Titel „Bist du krank, Rolli-Tom?“, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde.

Dieses Mal sind es nicht Oma Bär oder Hamster Kurtle, die den beiden Freunden einen Besuch abstatten, sondern ein Freund aus Nullis aus Schulzeit namens Tom.
Selbstredend erkennt Nulli seinen Freund sofort wieder und die Freude ist groß. Aber irgendetwas ist anders an Tom… .

Zum Inhalt von „Bist du krank, Rolli-Tom?“
Priesemut ist spürbar verunsichert, während er Nulli vom Überraschungsgast berichtet, der dort vor ihrer Haustür auf sie wartet: Einen Hasen im Rollstuhl – Zitat: „mit Rädern unten dran“ – hat er nämlich noch nie gesehen.
Priesemut und Nulli staunen nicht schlecht, wie wendig sich Hase Tom in seinem „Rolli“ bewegen kann und haben viel Spaß daran, ihm dabei zuzusehen.
Aber auf den Hasenbeinen gemeinsam ein paar flinke Haken zu schlagen, ganz wie früher, darauf hätte Hase Nulli noch viel mehr Lust.

Als Nulli vor Priesemut erkennt, dass Tom genau das nicht mehr möglich ist und dass er auf seinen Rollstuhl angewiesen ist, weil seine Beine ihn nicht mehr tragen können, geraten die beiden Freunde in einen dicken Streit, auf den Hase Nulli überschwängliche Fürsorge für seinen Freund Tom folgen lässt.
Solange, bis dieser Nulli unmissverständlich und ein für alle Mal klar macht, dass er zwar nicht laufen könne, aber dennoch nicht wie ein Kranker behandelt werden möchte … .

Nulli überhäuft Tom mit Fürsorge – Saft aus der Schnabeltasse hier, ein dickes Kissen dort – und man spürt deutlich: die Unsicherheit, wie er mit seinem Freund umgehen soll, stellt den sonst so pfiffigen Hasen vor ein großes Problem. Seine Art, dieses Problem zu lösen: unbedingt so viel Gutes wie möglich für diesen – in Nullis Augen – armen, bemitleidenswerten und sicher tief unglücklichen Tom tun!

Damit ist das nächste Missverständnis perfekt. Denn Tom kann zwar nicht laufen, aber er fühlt sich alles andere als krank und möchte folgerichtig auch nicht wie ein Kranker behandelt werden. Sein Problem: Wie bringt man das jemandem schonend bei, der sich doch so rührend um einen kümmern möchte und nur das Beste für einen will?

Und dann ist da noch Frosch Priesemut, dem von Nulli barsch unterstellt wurde, allzu unsensibel und viel zu wenig betroffen zu sein. In der Folge ist dieser nun so verunsichert, dass er lieber Abstand sucht, um nichts Falsches mehr zu sagen oder zu tun.

In einer schwierigen Situation finden sich alle drei dort wieder – eindrücklich, sensibel und gut nachvollziehbar für kleine Leser beschrieben – aus der erst einmal ein Ausweg gefunden werden muss!
Und zum Glück dauert es tatsächlich nicht lange, bis es Tom selbst ist – er muss es schließlich am besten wissen! -, der unmissverständlich zum Ausdruck bringt, dass es einfach zu viel des Guten ist, was Nulli dort im Garten für ihn veranstaltet.
Später zeigt er seinen Freunden noch, dass das Leben im Rollstuhl zwar anders ist, aber nicht weniger fröhlich sein muss, und führt alle aus der anfangs schwierigen Lage heraus doch noch zu einem versöhnten Ende.

Wieder einmal gelingt es Matthias Sodtke mit einer wunderbaren Unbeschwertheit, eine heikle und so typisch menschliche Situation mit Hilfe seiner beiden knuddeligen Hauptdarsteller aufzuzeigen und zu lösen.
Gewohnt knuffig und einfach liebenswert kommen die beiden Freunde daher, streiten sich (mal wieder), versöhnen sich natürlich auch wieder und zeigen, wie leicht das Leben doch sein kann, wenn Freundschaft das Allergrößte ist, wenn Missverständnisse sich mit wenigen Worten aus der Welt schaffen lassen und wenn Optimismus und Fröhlichkeit so selbstverständlich zum Leben dazu gehören wie Sonnenschein und die Luft zum Atmen.

Dies und das zum Buch
„Bist du krank, Rolli-Tom?“ von Matthias Sodtke ist der 17. Band aus der Buchreihe über die beiden „dicksten Freunde“Nulli und Priesemut und wie alle Bände ist es empfehlenswert für Kinder ab etwa 3 bis 4 Jahren.
Mehr Infos zum Buch inkl. Leseprobe gibt es auf der Internetseite von Nulli und Priesemut unter „Bücher und DVDs“.
Das 72-seitige, reich illustrierte Hardcover-Buch ist zum Preis von 6,95 € unter der ISBN 978-3830311799 im Buchhandel erhältlich.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Linkedin
  • Pinterest
It is main inner container footer text