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Ein kleiner Versuch mit Pflanzen: ein Kresse-Experiment

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Kindern die Natur nahe zu bringen? Das gelingt auch drinnen im Warmen, wenn trotz Frühlingsbeginn die Tage noch kühl und vielleicht regnerisch sind und noch keine richtige Lust aufkommen will, die Gartensaison im Freien zu beginnen.

Mit wenig Geld- und Zeitaufwand und in einer überschaubaren Zeit von etwa einer Woche lässt sich im kleinen Maßstab Tolles über das Wachstum von Pflanzen heraus finden.
Ideal dafür ist die schnell keimende Gartenkresse, die das ganze Jahr über gesät und geerntet werden kann.

Was brauchen Pflanzen eigentlich, um zu wachsen?“ war die Ausgangsfrage bei diesem kleinen Versuch.

Die Antwort glaubte sprichwörtlich jedes Kind zu kennen: Wasser, Licht und einen Boden, in dem die Wurzeln halt finden.
Aber bedeutet mehr Wasser auch gleich besseres Wachstum? Mehr Licht = schnelleres Wachstum? Oder kann es auch zu viel des Guten sein, zum Beispiel beim regelmäßigen Gießen?

Aus diesen Überlegungen entstand ein kleines Expriment mit Kressesamen und folgendem „Versuchsaufbau“ , natürlich ohne großen wissenschaftlichen Anspruch, gedacht eher als Anregung zum Nachmachen und als Ausgangspunkt zum eigenen Experimentieren mit Kressesamen.

In jedem Schälchen wurden die Kressesamen auf Watte gebettet.
In Schälchen 1 sollten sie optimale Bedingungen vorfinden: Reichlich Licht und dazu ausreichend, aber nicht zu viel Wasser.
Beim Ausprobieren ergab sich für den ersten Tag eine Wassermenge von 15 ml, mit der die Watte gleichmäßig feucht wurde, die Kressesamen jedoch nicht „überschwemmt“ waren.

Für Schälchen 2 gab es diese für gut befundene Wassermenge, jedoch bekamen die Kressesamen anschließend täglich nur 2 Stunden Tageslicht, in Schälchen 3 etwa 4 Stunden Tageslicht und in Schälchen 4 etwa 6 Stunden Tageslicht.

Außerdem gab es noch zwei weitere Schälchen: In Schälchen 5 bekamen die Samen immer nur etwa die halbe Wassermenge im Vergleich zu Schälchen 1 bis 4, die in Schälchen 6 für den Anfang die dreifache Wassermenge und in den folgenden Tagen auch immer so viel, dass die Samen praktisch die ganze Zeit über mit Wasser bedeckt waren.

Je nach Temperatur und damit verbundener Verdunstung wurde täglich Wasser nachgefüllt, dabei in den Schälchen 1 bis 4 die optimal erscheinende Menge, die die Samen gleichmäßig feucht bleiben ließ, Schälchen 5 bekam stets in etwa die Hälfte davon, in Schälchen 6 war, wie oben beschrieben, konstant deutlich mehr Wasser.

Die Vermutungen
Die Kressesamen in Schälchen 1 werden sich optimal entwickeln.
Bei Schälchen 2 bis 4 werden die Kressesamen am besten wachsen, die am meisten Licht bekommen.
Bei Schälchen 5 und 6 wird es spannend, ob zu viel Wasser den Pflänzchen mehr zusetzen wird als zu wenig Wasser.


Kresse gesät, wie man es kennt: Auf Watte gebettet

Die Beobachtungen
Tag 2
Die ersten Kressesamen begannen zu keimen.

Kresse Tag 2 1
Während unter optimalen Bedingungen bereits erste Spitzen zu sehen sind (Schälchen 1), …

Im wasserarmen Schälchen 5 musste man allerdings sehr genau schauen, um grüne Spitzen zu erkennen.


…lässt zu viel Wasser die Samen noch nicht keimen (Schälchen 6).

Tag 3
Entgegen der Vermutung keimten die „lichtarmen“ Samen in Schälchen 2 bis 4  genauso kräftig wie in Schälchen 1.
Ob die Abdeckungen für ein gutes „Treibhausklima“ sorgten?

Tag 4
Interessant war, dass die Trockenheit in Schälchen 5 den Kressesamen anfangs nicht nachhaltig geschadet hat. Die trockenen Samen schienen immer sofort aufzuholen, sobald sie Wasser bekamen.

Bei Schälchen 1 waren nahezu alle Keime aufgesprungen und hatten recht lang Triebe gebildet, in Schälchen 6 nur die, die nicht vollständig unter Wasser waren.


Unter optimalen Bedingungen (links Schälchen 1) zeigten sich grüne Triebe, mit nur zwei Stunden Licht am Tag (Schälchen 2, rechts) „schossen“ die Triebe förmlich…

Mit Abstand die längsten Keime zeigten Schälchen 2, 3 und 4, wobei Schälchen 2 und 3 etwa gleichauf waren und die Triebe in Schälchen 4 etwas kürzer.

Die Triebe in Schälchen 2 und 3 waren etwa dreimal so lang wie bei den natürlich beleuchteten Pflänzchen, jedoch gelblich-braun und nicht grün! Je weniger Licht, desto „spieriger“ und gelber waren die Pflanzen.

Kresse Tag 4
…zeigten bei nur 2 Stunden Tageslicht jedoch nur gelb-braune Blätter statt frischen Grüns (Schälchen 2).

Tag 5
Auch wenn die Kressepflänzchen in Schälchen 1 nicht die größten waren, sahen sie am besten aus: nahezu alle Samen waren aufgegangen, die Blätter satt dunkelgrün, das Wachstum gleichmäßig.

Im „dürren“ Schälchen 5 sahen die Pfänzchen gut aus, die sich regelmäßig etwas Wasser sichern konnten, also die in der Mitte über der Vertiefung im Schälchen, wo die Feuchtigkeit am längsten hielt.
Auch wenn weniger Samen als in Schälchen 1 aufgegangen und die Pflänzchen etwas kleiner waren, war das Ergebnis jedoch besser als erwartet.


Kein optimales Wachstum ohne genügend Wasser (Schälchen 5).

Das Wachstum im „nassen“ Schälchen 6 war sehr ungleichmäßig.
Viele Pfänzchen waren zwar gewachsen, wenige ragten jedoch nur mit grünen Blättchen heraus und viele Samen, die komplett mit Wasser bedeckt waren, gingen gar nicht auf:

Die „Lichtarmen“
Schälchen 2 hatte hochgewachsene Pflanzen, jedoch mit welk bräunlich-gelben Blättern. Etwa die Hälfte der Samen war gar nicht aufgegangen. Ein nahezu identisches Bild lieferte Schälchen 3.
Schälchen 4: Die Pflanzen waren zwar kleiner, aber dafür deutlich grüner.


Nur vier Stunden Tageslicht mehr am Tag (rechts Schälchen 4) lassen die Pflanzen zwar langsamen, dafür kräftiger und deutlich grüner wachsen als bei 2 Stunden Tageslicht (links Schälchen 2).

Das Endergebnis an Tag 8
Die Vermutung, dass viel Tageslicht und ausreichend, aber nicht zu viel Wasser zum idealen Wachstum benötigt werden, wurde bestätigt: Die Pflänzchen in Schälchen 1 sind gleichmäßig gewachsen und von kräftigem Grün:

Zu wenig Wasser lässt die Pflanzen nur spärlich und kümmerlich wachsen (Schälchen 5):

Zu viel Wasser und damit zu wenig Luft hindert die Samen jedoch ebenfalls am Keimen (Schälchen 6):

Kresse Tag 8 3

Bei wenig Tageslicht keimten deutlich weniger Samen als unter Einfluss von viel Tageslicht.
Die Pflänzchen schossen trotz wenig Licht zwar empor, waren jedoch sehr dünn und die Blätter nur von welkem Gelb statt sattem Grün.
Spannend zu sehen war, dass schon 6 statt 2 Stunden Tageslicht pro Tag das Wachstum der Pflänzchen deutlich verbessert haben.

Das Ergebnis
Ein spannendes „Experiment“, das schon für kleine Kinder interessant ist, da es die Geduld nicht allzu sehr auf die Probe stellt und wenig Aufwand erfordert.
Und lecker ist das Ergebnis auch, jedenfalls das, das unter guten Bedingungen zustande kommt!

Wer Lust bekommen hat, es auszuprobieren, findet sicherlich noch eigene „Versuchsaufbauten“ und offene Fragen: Was passiert z. B. mit den Samen ganz ohne Tageslicht? Wie wirken sich unterschiedlichen Temperaturen auf das Wachstum aus (drinnen/draußen)?
Viel Spaß beim Nachmachen und „Forschen“!

Bildnachweis: ©Robert Owen-Wahl/Pixabay.de
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5 Kommentare

  1. Wenn ich wirklich den Kindergarten gründen sollte, wird das mein erster Versuch sein! Ich bin imemr wieder baff, dass Sie schreiben, was wir gerade am Wochenende ausprobiert haben. Allerdings haben wir noch keine Versuchsergebnisse. Wahrscheinlich gibt es doch ein MAMA-Gen! 🙂

  2. 2 Mamas, ein Gedanke :).
    Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit Ihrem Versuch und bin gespannt, ob Sie zum gleichen Ergebnis kommen.

    Bei uns werden schon Ideen für einen „Versuchsaufbau“ gesammelt. Die Kinder fanden es einfach so spannend – und die Mama auch. 😉

    Herzliche Grüße!

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