Ein spannendes Leseabenteuer für Kinder ab 10 Jahren: „Die letzten Kinder des Meeres“ von Annette Würthner

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Wenn draußen herbstliches Schmuddelwetter herrscht und es täglich früher dunkel wird, ist drinnen im gemütlich Warmen genau die richtige Zeit für schöne Geschichten, die einen viele Stunden in ihren Bann ziehen können.

So ein Buch, wie gemacht für lange Novemberabende, ist „Die letzten Kinder des Meeres“, das seine jungen Leser in eine geheimnisvolle Welt entführt: Die Unterwasserwelt der Nixen, die auf den ersten Blick mit ihrer Schönheit und Harmonie zu verzaubern vermag, in deren Tiefen sich tatsächlich aber etwas Dunkles, Grausames verbirgt, das ein auserwähltes Menschenkind zu einem Abenteuer heraus fordert, für dessen Bestehen es so viel mehr bedarf als nur eine gehörige Portion Tapferkeit.

Zum Inhalt von „Die letzten Kinder des Meeres“
Der elfjährige Manuel ist unglücklich in seiner Welt, mit seinem Leben als vom Vater ungeliebter Halbwaise, armer Fischerssohn und abgelehnter Einzelgänger.
Unverhofft macht er eines Tages, als er wieder einmal alleine am Meer sitzt, die Bekanntschaft eines Mädchens, das sich seinerseits auch nichts mehr wünscht als einen Freund.
Was sie von anderen Kindern unterscheidet: Evelina hat einen Nixenschwanz und lebt mit ihrer Familie in einer Stadt am Boden des Meeres.
Die Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Kindern wird schnell zum Wertvollsten, das Manuel besitzt, und es dauert nicht lange, bis er nur noch einen Wunsch verspürt: Sein altes Leben hinter sich zu lassen und selbst ein Teil dieser magischen Gemeinschaft der Nixen zu werden.

Was Manuel anfangs noch nicht weiß: Die Bewohner der Nixenwelt leben in Schrecken und Angst vor einer dunklen Herrscherin, die im kältesten Teil des Meeres residiert und mit ihrem Heer schwarzer Nixen den friedliebenden Unterwasserwesen nicht nur bereits ihren Mut und ihre Lebensfreude geraubt hat.
Alle warten auf einen Retter, auf ein Menschenkind, das das Nixenvolk tief in sein Herz geschlossen hat und bereit ist, ihm zu helfen.
Nur so ein Menschenjunge kann die böse Coralia besiegen und das Meeresvolk aus deren Herrschaft befreien – so die letzte, große Hoffnung der verzweifelten Nixen.

Und Manuel, der sich für zu klein, für zu schwach und nicht tapfer genug für diese lebensgefährliche Aufgabe fühlt, steht vor der wohl schwersten Entscheidung seines Lebens…. .

„Die letzten Kindes des Meeres“ ist eine wunderschöne Geschichte, die von Mut und Freundschaft erzählt, aber auch von Bedrohung und Angst und von der großen Chance, einen ganz neuen Anfang zu wagen.
Manuels Welt an Land ist traurig, einsam, düster, hoffnungslos. Er selbst unbeachtet, gehänselt, ungeliebt.
Wie wunderbar erscheint ihm da das harmonische Leben der Nixen unter Wasser, die ihn mit offenen Armen in seine Mitte aufnehmen!
Die Aussicht auf eine eine neue Familie mitsamt seiner frisch gewonnenen besten Freundin an der Seite – nichts lieber würde Manuel tun, als alles Altem den Rücken zu kehren und gut geborgen und geliebt ein neues Leben unter der Wasseroberfläche zu beginnen.

Der Preis dafür aber ist ein sehr hoher, doch Manuel hat nicht wirklich viel zu verlieren, ansonsten wäre er sicher gleich an Land zurück gekehrt, nachdem er gehört hat, was den möglichen Retter der Nixenwelt erwartet: Eine ungewisse, lange Reise in Richtung des eiskalten Meeres, unzählige bewaffnete Nixen, die auf schwarzen Haien für Angst und Schrecken sorgen und vor dem Einsatz ihrer Waffen nicht zurück schrecken, und nicht zuletzt die Konfrontation mit der bösen Coralia höchst persönlich.
Wer sich dieser Aufgabe stellt, muss mehr sein als „nur“ tapfer, schlau und schnell. Wahre Liebe und Freundschaft, ein großes Herz und einen wachen Verstand braucht es und den Willen zu ergründen, was sich hinter der Fassade des augenscheinlich Nur-Bösen noch verbergen mag.

Ob Manuel sich dem Gewachsen fühlt, wird hier nicht verraten!
Statt dessen sollte man unbedingt selbst in diese Geschichte aus Magie und Abenteuer eintauchen und – geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive aus Sicht von Manuel – an Manuels Gedanken, Gefühlen und Erlebnissen teilhaben.

Das Buch über „Die letzten Kindes des Meeres“ ist durchweg sehr spannend geschrieben und entführt den Leser auf über 330 Seiten in eine Welt, in der man dank der anschaulichen und detailreichen Schilderungen die zauberhaften, mit Liebe geschaffenen Nixenstädte vor sich sieht, dank derer man beinahe selbst das Rauschen des Meeres, das Säuseln der Unterwasserwelt hören und die düstere Bedrohung, die atemraubende Kälte des eisigen Wassers spüren kann.

Gänzlich verzichtet hingegen wurde auf Zeichnungen im Text. Lediglich das Umschlagbild gibt einen Hinweis darauf, wie die beiden Hauptdarsteller Manuel und Evelina und die berittenen schwarzen Nixen aussehen könnten.
Beste Voraussetzungen dafür, die magische Unterwasserwelt in der eigenen Fantasie Gestalt annehmen zu lassen.

„Die letzten Kinder des Meeres“ ist ein wunderbarer Kinderroman, der das Reich der Nixen als eine Parallelwelt zeigt, die einerseits zauberhaft und harmonisch ist, aber nicht frei von Ängsten und Sorgen.
Auf diese Weise ist die Geschichte kein süßer Meeresjungfrauen-Roman, sondern altersgerechte, ansprechende, packende Lektüre für Jungen und Mädchen ab etwa 10 Jahren, in der es sich richtig toll schmökern lässt, die aber auch zum Nachdenken über ein friedlicheres Miteinander anregt.

„Die letzten Kinder des Meeres“ von Autorin Annette Würthner aus dem Verlag Fischer Schatzinsel ist unter der ISBN 978-3596853588 als gebundene Ausgabe zum Preis von 13,95 € im Buchhandel erhältlich, sowie auch als Taschenbuch unter der ISBN 978-3596808878 zum Preis von 6,95 € (ebenfalls Fischer Schatzinsel).

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5 Kommentare

  1. Besonders für Kinder ist das Lesen sehr empfehlenswert.
    Eltern sollte für ihre Kindererziehung beachten, dass sie ihre Kinder gut mit Lesestoff füttern.

    Erneut vielen Dank für diesen guten Artikel.

    Liebe Grüße,

    Güngör

  2. Vielen Dank für dieses schöne Kompliment! 🙂
    Das freut mich sehr!

    Herzliche Grüße und einen guten Start ins Wochenende!

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