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Frische tanken im Hochsommer! Spricht eigentlich etwas dagegen, mit einem Baby ins Freibad zu gehen?

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Wärme und Sonnenschein sind schön. Und dennoch kann der Punkt kommen, an dem es einfach zu viel des Guten wird in Sachen Sommerwetter. Dann nämlich, wenn Hitze jede Bewegung anstrengend macht und bei Kindern Quengel-Laune aufkommt. Wenn die Nächte kaum mehr Erholung bieten, weil die warme Luft sich in Schlafräumen staut. Wenn kein Lüftchen weht und man sich schließlich nur nach einem sehnt: Abkühlung!

Zum Glück sollte diese Abkühlung hierzulande fast überall in erreichbarer Nähe zu finden sein. Idealerweise gibt es einen badetauglichen See oder das Meer in der Nähe. Wer über ein entsprechendes Grundstück verfügt, kann sich gar den Traum vom eigenen Pool im Garten verwirklichen. Oder sich wenigstens ein XL-Planschbecken für die Terrasse gönnen.

Und für viele andere, bei denen all dies nicht der Fall ist? Für diese gibt es hoffentlich noch eines der guten, alten Freibäder in der Nähe. („Noch“, weil sicherlich kaum jemanden entgangen sein dürfte, dass hierzulande das „Schwimmbäder-Sterben“ zum wachsenden Problem für Wasserratten und lernwillige Nichtschwimmer wird.)

So ein richtig schönes Freibad eben mit Liegewiese, alten Bäumen als Schattenspendern, mit einer Wasserrutsche. Und natürlich der typischen Geräuschkulisse, wenn Groß und Klein sich ins kühle Nass stürzen. Dort fühlte man sich als Kind im vielleicht fast zu Hause. Dort traf sich später im Teenie-Alter die Clique. Zur Studentenzeit war dies der Ort, einige Bahnen zu ziehen, um einen kühlen Kopf im Lernstress zu bewahren.

Und jetzt ist man selbst bereits Mama oder Papa und möchte mit seinem Kind einen Tag im Freibad verbringen?
Doch wann beginnt das „Freibad-Alter“?
Gibt es überhaupt eine Altersgrenze, ab der ein Baby mit ins Freibad „darf“?
Und was sollte man beachten, bevor man loszieht mit Badelaken und Strandmatte?

Generell spricht erst einmal nichts dagegen, bereits mit einem wenige Monate alten Baby ins Freibad zu gehen. Sofern…

1. … die „Rahmenbedingungen“ stimmen.

Das Baby geht bereits begeistert zum Babyschwimmen? Prima! Doch das alleine ist noch keine Garantie, dass es ihm auch im Freibad gefallen wird. Denn die Unterschiede zwischen beidem sind enorm und beginnen schon bei der Wassertemperatur.

Schwimmbecken fürs Babyschwimmen sollten in aller Regel (deutlich) über 30°C warm sein. Freibadwasser hingegen – zumindest das in den großen Schwimmerbecken – dürfte damit in den allermeisten Fällen viel zu kalt für Babys sein. Wenn überhaupt, ist ein Baby daher im Freibad im warmen Kleinkinderplanschbereich gut aufgehoben. Und um vor Ort keine Enttäuschungen diesbezüglich zu erleben, ist es nie verkehrt, sich vorab über die Wassertemperatur in diesem zu informieren.

Des weiteren ist beim Babyschwimmen die Geräuschkulisse üblicherweise doch eher gedämpft. Die Umgebung ist heimelig und dem Baby vertraut. Das Ganze findet stets unter einem schützenden Dach unter recht konstanten Verhältnissen statt. Sprich: Die Lichtverhältnisse sind meist annähernd gleich, die Temperatur im und über dem Wasser gleichbleibend. Im Freibad hingegen weiß man praktisch nie, was in der nächsten Minute passiert. Da können der Wechsel zwischen Sonne und Wolken, damit einhergehend die Lichtreflexe auf dem Wasser und Temperaturschwankungen für Babys eine enorme Fülle an Eindrücken bedeuten, die es schnell überfordern kann.

Im wahrsten Sinne „brandgefährlich“ im Gegensatz zum Babyschwimmen in der Halle ist für die Allerkleinsten außerdem die Sonneneinstrahlung im Freibad. Und vor dieser findet man im Kleinkinderbecken mitunter kaum Schutz. Also heißt es:
1. Dem Nachwuchs unbedingt UV-Schutzkleidung anziehen
2. Seine unbedeckte Haut mit altersgerechten Sonnenschutzprodukten schützen.
3. Seinen Kopf mit einer Kappe oder ähnlichem schützen, die die Sonne auch von Gesicht und Nacken abhält.
4. Eine passende Sonnenbrille sollte auf Babys Nase ebenfalls nicht fehlen.

2. … das Baby idealerweise eine eher gelassene Natur besitzt.

Das ist zum einen natürlich Charaktersache, zum anderen sicherlich auch eine Frage der Gewöhnung. Ein Baby, das in eine trubelige Familie mit mehreren Kindern, Hund und Co. hineingeboren wird, wird vermutlich schon nach den ersten Lebensmonaten eine recht große Gelassenheit an den Tag legen. Das zuckt nicht so schnell zusammen, wenn dann neben ihm im Wasser ein Kind schreit. Oder wenn es gar mal einen Strandball oder einen Schwall Wasser abbekommt.

Ein Baby hingegen, das ansonsten eine sehr ruhige, sehr behütete Umgebung gewohnt ist? Das kann (nicht muss zwangsläufig!) sich vielleicht schwerer tun zwischen vielen fremden Stimmen und Gesichtern, buntem Spielzeug und großem Geplansche.

Befürchtet man dies, ist es umso wichtiger, eine passende Zeit für den ersten Freibadbesuch zu wählen. Sprich: eine, zu der man mit viel Ruhe und Einsamkeit rechnen kann. Idealerweise also einen Wochentag-Vormittag außerhalb der Ferienzeiten.

3. … Sie bereit sind, mit „großem Gepäck“ zu reisen.

Was braucht man für sich selbst im Freibad? Doch nur eine große Tasche mit Bikini oder Badehose, Strandlaken und Portemonnaie, Handy, Schlüssel. Das alles hat man schnell beisammen und wenn dann doch etwas fehlt, ist dies in der Regel kein Weltuntergang.

Doch mit Baby? Da muss man an seine Verpflegung denken, denn die Kleinsten haben regelmäßig Hunger und nach dem Planschen im Wasser erst recht. Sie brauchen genug zu trinken, vor allem an warmen Sommertagen. Sie wollen schlafen und brauchen dazu ein weiches, sicheres, schattiges Plätzchen. Das heißt: Ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel muss womöglich mit, auf jeden Fall aber eine weiche Decke. Der besagte Sonnenschutz darf keinesfalls zu kurz kommen, auch im Wasser nicht. Und wenn der Badespaß vorbei ist? Dann benötigt Baby trockene Kleidung und eine frische Windel. Und vorher muss man es gründlich abtrocknen, damit es trotz sommerlicher Temperaturen nicht friert.

Unterm Strich bedeutet dies schon einen ordentlichen planerischen Aufwand und viel „Geschleppe“, das man sich zuzumuten bereit sein muss.

4. … Sie von Ihren Freibad-Gewohnheiten Abschied nehmen können.

Eine Freibadbesuch mit Baby ist naturgemäß etwas anderes als vormals als kinderloser Single oder als kinderloses Paar. Wer alleine mit seinem Baby ins Freibad geht, kann weder in Ruhe einige Bahnen ziehen noch zwischendurch im Schatten dösen. Denn selbstredend sollte man den Nachwuchs keine Sekunde aus den Augen lassen. Angesagt ist stattdessen Planschen im Kleinkinderbecken. Dazu vielleicht Smalltalk mit anderen Eltern (was ja eine sehr nette Angelegenheit sein kann!). Und dazwischen, Baby beim Schlafen zuzugucken.

Geht man hingegen als Eltern gemeinsam oder zusammen mit der besten Freundin ins Freibad? Dann kann man sich immerhin mit der Babybetreuung abzuwechseln. Dann ist Erfrischung im kühlen Wasser garantiert, aber lustige Wasserball-Spiele sind eben nicht mehr drin.

„Gewohnheiten ändern“, das kann auch bedeuten: Der Freibadbesuch dauert nicht mehr den halben Tag. Denn merkt man, dass Baby sich unwohl fühlt oder man selbst keine innere Ruhe findet? Dann ist es wahrlich besser, das „Experiment Freibad“ erst einmal zu beenden und zu vertagen. Einige Wochen später ist der Nachwuchs bereits viel weiter entwickelt. Und der zweite Versuch kann daher deutlich erfolgreicher verlaufen!

Bildquelle: © bigstock.com/ anitapatterson

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