Große Auswahl, viele Fragen: Worauf beim Kauf eines Kinderwagens zu achten ist

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Das erste Kind kündigt sich an? Herzlichen Glückwunsch!

Die Vorfreude ist groß? Das Sich-Ausmalen, wie schön es sein wird, wenn der kleine Nachwuchs endlich das Licht erblickt haben wird, herrlich, auch wenn es die Ungeduld schürt? Und das Warten wird einem ziemlich lang…?

Wie gut, dass es allerhand zu erledigen gibt, das einem die Wochen und Monate vertreibt, bis man das Baby endlich im Arm halten kann! Allerhand, bei dem man als Paar ohne Frage erst einmal Neuland betritt.
Denn einiges, mit dem man sich zuvor wohl selten bis bis nie beschäftigt hatte, muss nun angeschafft werden, um den Alltag mit einem Neugeborenen zu gestalten.

Baby braucht schließlich Kleidung, einen Schlafplatz für tagsüber und des nächtens. Eine Babyschale ist ein Muss, wenn es ein Auto in der Familie gibt und für sonstige Ausflüge ist ein quasi unersetzlich.
(Wer eine komplette, auf persönlicher Erfahrung beruhende Liste der potentiellen benötigt, findet hier eine)

Letzterer kann heute so viel mehr sein als einfach nur praktisch!
In Sachen Kinderwagen ist die Auswahl an Modellen, Farben, Formen und Bezugsstoffen derart vielfältig, dass kein Zweifel daran aufkommen wird, dass ein Kinderwagen heutzutage auch Ausdruck persönlichen Geschmacks und Lifestyles ist.

Bei der ersten Beschäftigung mit diesem weiten Feld werden rein unter Aspekten der Optik sicherlich einige Modelle in die engere Wahl genommen oder von vornherein ausscheiden.
Nur nach dem Aussehen sollte man diese Kaufentscheidung allerdings nicht treffen, denn ob man im Alltag mit einem Kinderwagen rundum glücklich wird oder nicht, wird letzten Endes von anderen Faktoren bestimmt!

Welche Marke, welches Modell soll es sein?
Egal, ob man sich zunächst im Internet auf den Seiten verschiedener Kinderwagenhersteller umschaut oder sich gleich zu einem Bummel durch einen Babyfachmarkt begibt: Viel mehr als das Äußere eines Kinderwagens lässt sich so erst einmal nicht beurteilen.
Selbst wenn man ihn im Laden ein wenig auf und ab schieben kann: Von einem Alltagstest unter realistischen Bedingungen ist dies weit entfernt.

Wer sich nicht auf den Rat eines einzelnen Verkäufers verlassen möchte, sollte eigene „Marktforschung“ bei möglichst vielen Eltern betreiben, die bereits so ihre Erfahrungen gemacht haben dürften:
Welche Marke wird von Freunden, Bekannten, in Internetforen besonders oft als empfehlenswert oder auch als wenig ratsam genannt?
Mit welchem Modell wurden gute Erfahrungen gesammelt? Welches erwies sich hingegen als wenig robust, zu sperrig, wenig durchdacht?

Fasst man die Ergebnisse aus den erhaltenen Antworten zusammen, kann man den Angebotsdschungel für sich persönlich hoffentlich bereits ein wenig lichten.

Die zweite Frage, deren Beantwortung die Auswahl weiter einschränken wird:

Wo wird der Kinderwagen hauptsächlich zum Einsatz kommen?
Es liegt auf der Hand: Wer tagtäglich viel zu Fuß unterwegs sein wird, wer den Kinderwagen auch als Transportmittel für größere Einkäufe nutzen möchte, wer stets gerne mit Hund und Familie bei Wind und Wetter große Runden wandert, der hat andere Ansprüche an einen Kinderwagen als jemand, der fast ausschließlich mit dem Auto fährt und den Kinderwagen lediglich für kurze Wege nutzt.
Im ersten Fall wird man Wert legen auf viel Stauraum unter der Liegefläche und auf große Luftreifen, die auch auf Feldwegen das Kind bequem durch die Landschaft schaukeln lassen.
Im zweiten wird der Fokus auf der Handlichkeit liegen: Schnell muss der Kinderwagen zusammengelegt und ohne großes „Rangieren“ im Kofferraum verstaut sein.
Wieder anders sieht es aus, wenn ein schmaler Aufzug zur eigenen Wohnung führt, wenn regelmäßig Treppenstufen überwunden werden müssen, wenn häufig Bus und Bahn genutzt werden. Hier wird man Ausschau halten nach einem Kinderwagen, der sich als wendiges, kompaktes Leichtgewicht empfiehlt.

Legen Sie Ihre ganz persönlichen Kriterien nach solchen oder ähnlichen Überlegungen fest, machen Sie am besten eine Stichwortliste, damit keines vergessen wird.
Bei einem Beratungsgespräch im Babymarkt, aber auch Vergleich verschiedener Modelle in Prospekten oder im Internet werden Sie so bestens vorbereitet schneller Ihrem Ziel des „perfekten“ Kinderwagens näher kommen.

Was dann folgen sollte:

Ein Praxistest
Das Internet ist voll von Anbietern, bei denen der Kinderwagen einfach bestellt ist und anschließend schnell und bequem nach Hause geliefert wird.
Nur fehlt leider die Möglichkeit, den Kinderwagen vorab kurzerhand in natura zu begutachten und auf wesentliche Aspekte hin zu überprüfen, die im Alltag mit Baby eine große Rolle spielen werden.
Einer davon:
Wie passt der Kinderwagen in den Kofferraum?
Selbst wenn Gewicht und die Maße des zusammengelegten Kinderwagens und die der geöffneten Kofferraumklappe bekannt sind, ersetzt dies kaum einen Praxistest.
Wenn millimetergenau gearbeitet werden muss, können auch wenige Kilogramm plötzlich sehr, sehr schwer werden!
Ist danach ein Modell oder mehrere in die engste Auswahl gekommen, nehmen Sie sich die Zeit, um diese/s im Babymarkt auf „Herz und Nieren“ zu testen und dank der Hilfe einer fachkundigen Beratung folgende Fragen zu klären:

  • Wie steht es um Bequemlichkeit fürs Kind und Handhabung für die Eltern?
    Wie schnell und einfach ist der Wagen zusammen gelegt?
    Lässt sich die Schiebestange perfekt auf die eigene Körpergröße einstellen?
    Bietet der Wagen eine gute Federung?
    Bietet er dem Baby eine ausreichend große Liegefläche für lange Zeit und auch im Winter mit dickem Fellsack?
    Lässt sich der Wagen später zum Sportwagen umbauen?
    Lassen sich Rückenlehne und Fußstütze variabel einstellen?
    Ist das Kind geschützt vor Wetter (Kälte, Wind, Sonne, Regen) und Insekten?
    Ist das Verdeck geräuscharm verstellbar?
  • Wie sieht es in puncto Langlebigkeit und Alltagstauglichkeit aus?
    Macht der Kinderwagen einen gut verarbeiteten, robusten Eindruck?
    Wie steht es um die „Pannensicherheit“ der Bereifung?
    Lassen sich alle Stoffteile ohne viel Aufwand abziehen und in der Maschine waschen?
    Fährt der Wagen auch auf längeren Stecken gerade und zieht nicht unangenehm nach rechts oder links?
    Welches Zubehör (zum Beispiel Fußsäcke für Sommer und Winter, Sonnenschirm, Insektennetz, Winddecke für die Allerkleinsten, Regenplane) ist in den Kinderwagen integriert, im Lieferumfang enthalten oder optional erhältlich?
    Lässt sich später eine „Mitfahrgelegenheit“ anbringen, wenn das erste Kind mal ein Geschwisterchen bekommt?
    Darf das Design ein wenig extravagant sein und vielleicht durch kräftige (Mode)Farben bestechen oder setzt man auf schlichte, zeitlose Muster und Formen, die zu einem Jungen genauso passen wie zu einem Mädchen?
  • Wie steht es um die Sicherheit?
    Gibt es gefährliche Stellen, an denen sich der Nachwuchs die Fingerchen klemmen oder sich anderweitig verletzen könnte?
    Ist der Kinderwagen auch in Dämmerung und Dunkelheit gut sichtbar?
    Wie lässt sich das Kind gegen Herausfallen sichern, wenn es etwas größer und beweglicher wird?
    Wirkt der Wagen stabil, nicht kipp-anfällig und ist versehentliches Zusammenklappen auszuschließen?
    Gibt es ein „GS-Siegel“ oder ein anderes Prüfsiegel, das die Sicherheit bescheinigt?
    Über welche Bremsen verfügt das Modell?

Notieren Sie dazu eigene Fragen und Aspekte, die Ihnen wichtig erscheinen, und ohne Kompromisse eingehen zu müssen, wird sich dann hoffentlich DER Traum-Kinderwagen finden lassen!

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