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Keine Lust (mehr) auf Klavier oder Fußballplatz?

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Teil I: Wie Eltern ihre Kinder in kleinen „Tiefs“ motivieren…

Ein neues Hobby beginnt man in der Regel nicht „mal eben“ so.
Üblicherweise machen sich alle eine gewisse Zeit – Eltern dabei oft länger als ihre Kinder – Gedanken, was „passt“. Und erst dann wird eine potentiell neue Leidenschaft zum regelmäßigen Routine-Termin im Kalender.

In viele Angebote kann man einige Wochen lang mehr oder weniger unverbindlich hineinschnuppern.
Irgendwann ist dennoch der Moment der Entscheidung gekommen. Für oder gegen das neue Instrument, die neue Sportart, den neuen Verein oder eine andere Freizeitaktivität. Eben für das, was man ein „Hobby“ nennt.

Jedes neues Hobby bedeutet Veränderungen

Nicht nur, dass damit ein Nachmittag zur freien Gestaltung entfällt.
Viele Hobbys bedeuten auch (laufende) Kosten für Vereinsbeiträge oder Unterrichtshonorare. Sie erfordern eine erste Ausstattung und immer mal wieder neues Equipment. Und sie bringen Fahrtkosten mit sich, wenn sie nicht zu Hause oder „gleich ums Eck“ stattfinden.

Bei manch einer Freizeitbeschäftigung ist das noch längst nicht alles.
Am Wochenende gilt es mitunter, außerdem noch mehr oder weniger weite Strecken beispielsweise zu Turnieren, Spielen oder Auftritten zurückzulegen. Schnell sind da einige Stunden vom Samstag oder Sonntag „weg“.
Solch ein Hobby bedeutet womöglich einen ganz neuen Wochenrhythmus für alle Beteiligten.
Wocheneinkauf am Samstag? Dafür kann die Zeit plötzlich knapp werden!
Lernen, Hausaufgaben am Wochenende? Hier muss eventuell ebenso umgeplant werden!

Hauptsache ist jedoch: Das Hobby macht Spaß!
Und alle wünschen sich, dass das lange so bleiben möge.

Es gibt kein Hobby mit „Durchhaltegarantie“

So groß ist anfangs die Begeisterung. Und dennoch Eltern sollten darauf gefasst sein, dass es irgendwann das erste Mal heißen wird: „Keine Lust!“.

Bei einem Kind, das zum Mannschaftstraining geht, wird dies vielleicht nicht so bald der Fall sein. Vor allem, wenn es sich bereits morgens auf dem Pausenhof zum nachmittäglichen Kicken im Verein verabredet hat. Mannschaftssport bringt eben auch immer Geselligkeit und Gelegenheit zum Treffen mit Freunden mit sich!
Der „Einzelkämpfer“ an der Geige oder Querflöte muss im Gegensatz dazu stets alleine die Motivation zum Üben suchen und finden. Er kann sich seine Zeit dafür frei einteilen, sollte es aber nicht vergessen oder vor sich herschieben.

Doch auch beim kann es natürlich „Keine Lust!“-Phasen geben. Vor allem, wenn das Training anstrengend ist. Wenn das Wetter wochenlang nicht mitspielt oder sich eine Niederlage beim Spiel gegen andere Vereine an die nächste reiht.

„Keine Lust!“? Das ist anstrengend für alle Beteiligten

Für das Kind, das ständig Ausreden sucht und aufschiebt und dabei unzufrieden mit sich ist, sind diese Phasen mühsam.
Für Eltern, die die Kosten für den Musikunterricht im Blick haben und diese mit dem aktuellen Lernfortschritt aufwiegen, nicht weniger. Mehr noch: Sie fühlen sich meist in der Pflicht, das Kind ständig zum Üben „anzuschubsen“.
Und natürlich ist es auch für den Musiklehrer unangenehm, wenn es nicht recht voran geht. Auch für ihn ist es wenig motivierend, wenn ein Kind vor ihm sitzt, dass eine Woche lang nicht geübt hat. Oder mal wieder nur das Allernötigste.

Was können Eltern dann tun?

Ein Patentrezept gibt es sicher nicht, aber es gilt die Devise: „Erlaubt ist, was hilft und motiviert!“

  1. Erstellen Sie einen Übungsplan mit Ihrem Kind

    Dieser soll nicht darauf abzielen, Höchstleistungen hervorzubringen. Es genügt, wenn er die aktuelle Durststrecke zumindest gut überstehen lässt.
    Nur 5 bis 10 Minuten am Tag konsequentes Üben? Allemal besser, als sich erst kurz vor der nächsten Unterrichtsstunde eine halbe Stunde mit dem Instrument zu beschäftigen!
    Lediglich einmal in der Woche zum Training zu gehen statt zweimal hilft, am Ball zu bleiben.

  2. Bringen Sie Ihr Kind zum Musikunterricht/Training und holen Sie es wieder ab

    Sofern es sich das wünscht und es Ihre Zeit erlaubt natürlich nur.
    Sich alleine bei Wind und Wetter auf den Weg machen zu müssen, ist für Kinder naturgemäß nicht motivierend. Vor allem, während alle anderen daheim im Warmen sitzen.

  3. Seien Sie präsent und zeigen Sie Interesse!

    Lassen Sie sich erzählen, was Ihr Kind während des Trainings/der Musikstunde gemacht hat, was es gelernt hat. Teilen Sie seine Begeisterung, aber fragen Sie es nicht aus. Das kommt beim Nachwuchs nicht gut an… .
    Und seien Sie natürlich dabei bei Auftritten, Konzerten, Turnieren, Veranstaltungen etc.!

  4. Erstellen Sie einen Übungsplan fürs Üben am Instrument!

    Quittieren Sie darauf jeden Tag mit einem gemalten Smiley. Ein lachender bedeutet natürlich gut geübt, neutral „na ja“ und traurig nicht geübt.
    Alleine so einen Plan gut sichtbar an der Wand hängen zu haben, ist ein guter Anreiz.
    Natürlich können Sie darüber hinaus auch kleine Belohnungen vereinbaren.
    10 lachende Gesichter = 1 Eis beispielsweise, wenn das Motivationsloch sehr tief ist.

  5. Erforschen Sie die Ursachen für die akute Hobby-Unlust

    Gab es einen konkreten Vorfall, der die Lust verhagelt hat? Oder ist Ihr Kind akut unzufrieden, weil ihm beim Musikunterricht derzeit die Auswahl der Stücke nicht gefällt?
    Gab es Krach in der Mannschaft oder fühlt sich der Nachwuchs ungerecht behandelt? Scheuen Sie nicht, ein klärendes Gespräch mit Trainer/Musiklehrer/Gruppenleiter zu suchen!
    Vielleicht lässt sich der Unmut und manches Missverständnis damit kurzerhand aus der Welt schaffen. Praktisch lässt sich schließlich immer ein Grund finden, warum das einst mit Begeisterung gestartete Hobby an Attraktivität verlor.

  6. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was es motivieren könnte

    Und unterstützen Sie es, diesen umzusetzen. Ist Ihre Tochter oder Ihr Sohn noch klein? Dann reden Sie mit dem Musiklehrer, ob ein anderes Lerntempo möglich wäre, wenn das Kind sich unter- oder überfordert fühlt. Auch mehr Abwechslung bei Liedern kann motivieren! Vielleicht kann sich Ihr Kind ein Stück für die Zukunft wünschen, das es in überschaubarer Zeit lernen kann?
    Sprechen Sie mit dem Trainer, wenn Ihr Kind weniger gerne zum Training geht als früher. Vielleicht hat dieser ganz eigene Beobachtungen gemacht, die hilfreich sein können.

Und wenn alles nichts hilft? Dazu übermorgen mehr!

Bildquelle: © bigstockphoto.com/Rawpixel.com

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