Lecker und lehrreich? Was Obst aus dem eigenen Garten so wertvoll macht

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Obst aus dem eigenen Garten. Das klingt nicht nur lecker nach saftigen roten Äpfeln, sondern auch nach Heimeligkeit, herrlichen Sommertagen und beinahe paradiesischen Zuständen.
Sobald die Johannisbeeren rot am Strauch leuchten, die reifen, gelben Mirabellen süßen Genuss versprechen und die Blaubeeren mit ihrem wunderbaren Aroma locken, kann einfach zugegriffen werden. Einfach im wahrsten Sonne von der Hand in den Mund geschlemmt werden.

Was so selbstverständlich und einfach gelingt und manchmal gar nicht viel Zutun erfordert, ist jedes Mal aber auch ein kleines Wunder.
Und so wird die Birne vom eigenen Baum vermutlich mit einem viel wertschätzenderen Blick betrachtet als die aus dem Supermarkt.
Viel kostbarer erscheint schließlich jenes auf dem Teller oder was im Topf zum großen Einkochen landet, was von einem Baum kommt, der einst mit eigenen Händen gepflanzt wurde, was beim Heranwachsen stets mit wachsamen Blick auf kleine Fortschritte kontrolliert wurde.

Nicht allein das macht es jedoch besonders für Kinder so wertvoll, selbst zum kleinen Obst- oder Gemüsegärtner zu werden!
Auch wenn die Terrasse nur wenig Platz bietet, der Balkon gerade so viel für einige kleine Kästen und Kübel: Ermöglichen Sie Ihrem Kind doch diese Erfahrung, etwas Selbstgepflanztes oder Selbstgesätes heran wachsen zu sehen!

Denn aus dieser kann es so viel lernen:

– Alles hat seine Zeit!
Finden Sie es nicht auch schade, dass Warten manchmal als regelrecht „old school“ gilt?
Heute sind praktisch alle Obst- und Gemüsesorten rund ums Jahr verfügbar und besondere Momente (der Anblick der ersten Erdbeeren, die Freude über den ersten, frischen Spargel!) haben damit an Bedeutung verloren.
Säen und ernten Kinder hingegen selbst, erfahren sie, dass alles im Jahr seine Zeit hat. Vieles wird im Frühjahr gesät und im Sommer oder Herbst geerntet – und anders ist dies unter freiem Himmel hierzulande eben auch gar nicht möglich.

– Abwarten lohnt sich!
Wie schwer sind Kinder davon abzuhalten, die Johannisbeeren bereits mit Erscheinen der ersten zarten Röte zu pflücken oder Mirabellen noch halb-grün zu ernten.
Gut Ding will eben Weile haben. Ein Sonnentag kann wieder einen Unterschied machen, optisch und geschmacklich.
Wer sich davon einmal selbst überzeugen konnte, dem wird das Warten künftig sicherlich leichter fallen.

– Die Natur ist nicht perfekt!
Wir sind es gewohnt, dass möglichst alles perfekt zu funktionieren hat.
Die Nachrichten kommen auf die Sekunde genau im Fernsehen oder Radio. Bus und Bahn sollen gefälligst ebenso pünktlich sein! Und wenn der Zündschlüssel im Autoschloss gedreht wird, soll der Motor prompt anspringen.
Weil alles im Alltag häufig so reibungslos gelingt, macht sich gern Nervosität breit, sobald es Ausnahmen dazu gibt.
Ein Blick in die Natur lehrt Gelassenheit. Das Wetter macht ohnehin, was es will.
Nicht aus jeder Blüte am Baum wird schließlich ein Apfel. Im ungünstigen Fall verhagelt ein Unwetter im wahrsten Sinne des Wortes die reiche Ernte oder lässt genau den Zweig abknicken, an dem die schönsten Pflaumen hingen. Wühlmäuse knabbern gar zarte Wurzeln an, Vögel „ernten“ die noch unreifen Kirschen oder Insekten finden ebenfalls Gefallen an den süßen Früchten.
Am Ende bleibt meist zum Glück doch noch genug zu Pflücken übrig.
Und der sehr individuell gewachsene Apfel schmeckt auch wunderbar, wenn er nicht so perfekt daher kommt wie der aus dem Supermarkt.

– Jeder Baum ist ein vielseitiges Wunder
Gibt es einen Baum oder mehrere im Garten, werden diese von Kindern regelrecht ins Herz geschlossen. Auch wenn er gerade keine Früchte trägt, ist so ein Baum schließlich doch eine Art Freund für alle Lebenslagen.
Er dient an sonnigen Tagen als Schattenspender. Man kann auf ihn hinauf klettern, von hohen Ästen Ausschau in die Ferne halten, sich in der dichten Krone verstecken und sich dort gar ein gemütliches Plätzchen einrichten.
Als tief verwurzelte Konstante des eigenen Grundstücks dient er gleich in mehrerer Hinsicht als „Zeitmesser“, weil sein Schatten mit der Sonne wandert, weil er – frisch gepflanzt – über die Jahre mit dem Kind zusammen aufwächst und weil er verlässlich anzeigt, wann der Herbst naht und der Frühling Einzug hält.
Und zu guter Letzt: Er bietet Unterschlupf und Heimat für unzählige Tiere.

– Man schätzt den Wert dessen, was man selbst gehegt und gepflegt hat, in besonderem Maße
Ein Apfel, der kurzerhand als einer von vielen im Supermarkt in den Einkaufswagen gepackt wird, hat eben nicht denselben ideellen Wert wie einer, der beim Wachsen beobachtet und schließlich eigenhändig vom Baum gepflückt wurde.
Kirschen und Johannisbeeren vom Markt werden gekauft und verspeist, wenn einem der Sinn danach steht. Bei Selbstgeerntetem erwächst hingegen häufig der Wunsch, den Früchten einen besonderen Verwendungszweck zukommen zu lassen:
Sie könnten zu Chutney, Likör oder Sirup werden, als Geschenk für Oma oder Mamas beste Freundin!
Sie könnten eingefroren und zu einem besonderen Anlass oder einfach an einem eisigen Wintertag, an dem man einen Hauch von Sommer verspüren möchte, wieder hervorgeholt werden!
Sie könnten eine leckere Sommertorte zieren!
Sie könnten als selbstgekochte Konfitüre viele Mahlzeiten genussvoll bereichern!
Oder einfach mit dem besten Freund an einem heißen Sommertag bei einem Picknick im Garten geteilt werden!

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2 Kommentare

  1. Auch wenn ich erst seit relativ Kurzem den Blog lese, muss ich ein großes Lob aussprechen. Ich bin sehr froh auf abc-kinder.de gestoßen zu sein. Der Blog ist für mich unterhaltsam, abwechslungsreich und auch hilfreich. 🙂
    Es gibt nichts Besseres als selbst geerntete Früchte. Mal ehrlich, man schätzt eine Schale gepflückter Brombeeren doch viel mehr als eine gekaufte. Meine Kleine darf auch jedes Mal beim Ernten helfen und sie macht das auch mit viel Begeisterung 🙂

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