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Mein Kind hat Fieber – was tun?

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Die ersten Fieberattacken eines Kindes machen Eltern oft Angst. Dann ist es gut zu wissen, dass das Fieber im Grunde eine kluge Methode des Körpers ist, „Angriffe“ von außen abzuwehren – zum Beispiel durch Krankheitserreger. Solange Ihr Kind warme Hände und Füße hat, genug trinkt, nicht teilnahmslos wirkt oder andere schwerwiegende Krankheitszeichen zeigt, brauchen Sie sich keine großen Sorgen zu machen!

Fieber richtig einschätzen

Temperaturen ab 37,5 °C bis 37,9 °C gelten als erhöhte Temperatur. Erst ab 38 °C spricht man von Fieber, ab 39 °C von hohem Fieber. Die Gründe für eine Temperaturerhöhung sind vielfältig und reichen von Erkältungen über klassische Kinderkrankheiten bis zum neuen Zähnchen. Mit der Zeit lernen Sie als Eltern automatisch, das Fieber Ihres Kindes richtig einzuschätzen. Sie wissen dann, wann Sie zum Kinderarzt müssen und wann Bettruhe und Hausmittel ausreichen.

Fieber – wann zum Arzt?

Ganz einfach: Falls Sie unsicher oder beunruhigt sind, gehen Sie zum Arzt – gerade als frischgebackene Eltern. Außerdem ist in den folgenden Fällen der Arztbesuch wichtig:

  • Wenn Ihr Kind noch unter drei Monate alt ist.
  • Wenn Ihr Kind über 39 °C Fieber hat.
  • Wenn das Fieber schnell und hoch steigt.
  • Wenn eine hohe Temperatur durch fiebersenkende Mittel nicht zu verringern ist.
  • Wenn das Fieber schubweise auftritt.
  • Wenn das Fieber länger als einen Tag (bei Kindern unter zwei Jahren) oder länger als drei Tage (bei älteren Kindern) anhält.
  • Wenn Ihr Kind zusätzlich Kreislaufprobleme hat und/oder das Allgemeinbefinden sehr schlecht ist.
  • Wenn Ihr Kind einen Fieberkrampf hat.

Kuscheln oder kühlen?

Wenn das Fieber beginnt, ist die Haut des Kindes oft blass und kühl, manchmal hat es Schüttelfrost. Beides hilft dem Körper dabei, die Körpertemperatur zu erhöhen. Packen Sie Ihr Kind dann kuschlig warm ein.

Ist die Temperatur erreicht, die der Körper zur Krankheitsabwehr braucht, hört die „kühle Phase“ auf. Jetzt wird nach Leibeskräften geschwitzt, um Wärme abzugeben. Sie helfen Ihrem Kind nun am besten, wenn Sie es mit leichterer Kleidung und einer dünneren Decke versorgen. Zu warmes Einpacken würde die Temperatur nur weiter erhöhen. Aber vermeiden Sie Zugluft!

Viel trinken, nach Appetit essen

Durch das Schwitzen verlieren fiebernde Kinder viel Flüssigkeit. Geben Sie Ihrem Schatz daher viel zu trinken. Bieten Sie etwas Leichtes zu essen an, aber erzwingen Sie nichts. Der Körper fährt Körperfunktionen wie Essen, Verdauen, Spielvorbeugentrieb, Interesse an der Umgebung und Sinneswahrnehmungen automatisch herunter und setzt diese Kräfte lieber für die Bekämpfung der Krankheit ein. Das ist in Ordnung, solange die Symptome nicht zu schwer werden.

Erfrischungen und Fiebersenker

Wenn der kleine Patient stark geschwitzt hat, können Sie ihn mit einem kühlen Waschlappen abwaschen, sofern ihm das angenehm ist. Danach gibt es schöne frische Kleidung und ein liebevolles Zudecken mit einer trockenen Decke – das tut gut!

Bei Fieber über 39 °C sind Wadenwickel hilfreich. Feuchten Sie dazu zwei dünne Tücher (z.B. saubere Küchenhandtücher) an und wickeln Sie sie um die Waden Ihres Kindes. Die Temperatur der Wickel sollte nur wenige Grade unter dessen Körpertemperatur liegen. Die Tücher werden insgesamt 30 bis 60 Minuten belassen und zwischendurch gewechselt, wenn sie sich erwärmt haben. Am Ende sollte die Körpertemperatur um 1–1,5 °C gesunken sein – mehr würde den kindlichen Kreislauf belasten.

Mit einem Wadenwickel helfen Sie dem kleinen Körper, Wärme über die Haut abzuleiten. Denken Sie aber daran: Solange die Haut sich noch kühl anfühlt, soll Ihr Kind mollig warm gehalten werden! Wadenwickel gibt’s also erst, wenn die Haut ganz warm ist und das Kind schwitzt.

In bestimmten Fällen ist es sinnvoll, hohes Fieber mit einem Medikament zu senken. Dabei muss man aber nicht immer auf natürliche Mittel gegen krankheitsbedingte Unruhe oder Fieber verzichten. Einige Hersteller bieten zum Beispiel Zäpfchen mit Inhaltsstoffen aus dem Breitwegerich an, die die gesunde Abwehrreaktion des Körpers unterstützen sollen. Hier halten Sie sich am besten an die Empfehlungen Ihres Kinderarztes

Quellen

  1. Goebel, M. Glöckler: KinderSprechStunde. 14. Aufl. Urachhaus 2001
  2. Hoehl, P. Kullick (Hrsg.): Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. 4. Aufl. Thieme 2012
  3. Illing: Kinderkrankheiten verstehen und behandeln. Gräfe und Unzer 2018

www.kinderaerzte-im-netz.de

Bildquellen: © bigstock.com/ Grash; © pixabay.com/ Opal

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