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Und plötzlich sind die Kinder groß…. Was Eltern dann tun können und keinesfalls tun sollten

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Jahrelang sind die Kinder einfach da. Nach der Geburt dreht sich alles um das wunderbare kleine Wesen in seiner Wiege. Später weckt man den Nachwuchs am Morgen, macht ihm täglich sein Frühstück. Man sorgt zuverlässig dafür, dass er pünktlich in die Krabbelgruppe, in den Kindergarten, in die Schule kommt. Fährt ihn zu Freunden, Hobbys, Partys. Und natürlich verbringt man Urlaube als Familie zusammen. Selbstverständlich. Jahrelang.

Doch eines Tages kommt der Moment, von dem man im Grunde immer wusste, dass er kommen würde. Dem man mit einem Gemisch unterschiedlichster Gefühl entgegenblickte. Oder von dem man sich gar nicht vorstellen konnte oder sich ausmalen wollte, wie er sein würde. Der Moment, in dem der Nachwuchs anfängt, sein Hab und Gut in Kisten und Kartons zu packen. In Zuge dessen Erinnerungsstücke der Kindheit hinter sich lässt, aussortiert, sich von vielem trennt. Und wenn er dann schließlich die Tür hinter sich zumacht, um die erste Nacht im Studentenwohnheim, mit seiner künftigen WG als neuer „Familie“ oder in der eigenen Wohnung zu verbringen.

Gefühle beim Abschied? So unterschiedlich wie die Menschen selbst!

Natürlich wird dieser Moment individuell sehr unterschiedlich empfunden werden, unabhängig von ganz vielen persönlichen Faktoren.
Beispielsweise:
War der Abschied lang geplant oder hat er alle überrumpelt?
Wird der Nachwuchs weiterhin jedes Wochenende in seinem ehemaligen Kinderzimmer logieren oder zieht es ihn weit fort, gar ans andere Ende der Welt? Und der Abschied bedeutet damit gleichsam: keine gemeinsame Geburtstagsfeier, kein gemeinsames Weihnachtsfest mehr auf lange Zeit?

War es das einzige Kind, das geht, oder sorgen jüngere Geschwister weiterhin für viel Leben in der Bude?
Und natürlich spielt auch der Zeitpunkt eine Rolle, zu dem der Nachwuchs sich auf ins Leben macht. Ist er quasi mit Erhalt seines letzten Schulzeugnisses auf und davon? Oder hat er nach der Schule noch viele Jahre „Hotel Mama“ genossen? Gar während oder nach Ausbildung oder Studium noch?

Eltern: Zurückgelassen wie Vögel vor dem leeren Nest…?

Ein wenig schmerzen wird es wohl jeden, wenn das Haus plötzlich stiller, leerer ist. Es ist eben immer blöd, derjenige zu sein, der zurück bleibt, während andere das Abenteuer ruft. Das hübsche, modern klingende Wort für das, was Eltern dann durchmachen, gibt es „natürlich“ auch: „Empty-Nest-Syndrom“.

Ob Vögel wirklich das empfinden, was dieses Phänomen ausmacht – Traurigkeit, Einsamkeit – wenn sie auf ihr leeres Nest schauen? Man weiß es vermutlich nicht. Tatsache ist jedoch: Fast alles hat immer zwei Facetten. Abschiede bedeuten oft schließlich auch neue Anfänge. Das Ende von etwas oftmals der Beginn von etwas anderem.

Und daher sollte man nicht voller Pathos ins leere Nest schauen, wenn das Kinderzimmer sich als Chaos nach dem Auszug präsentiert. Sich nicht vorher schon ausmalen, wie ruhig, trist, bedrückend es mit einem Kind weniger im Haus sein wird. Sondern lieber abwarten, sich überraschen lassen, womit sich der gewonnene Platz füllen wird.

Aus Elternsicht einige „Dos and Don‘ts“, was diese Zeit (hoffentlich) zu einer positiven für alle Beteiligten macht.

  • Do Nummer 1: Den Luxus neuer Freiheiten genießen

Und dieser Luxus bedeutet üblicherweise: Endlich mehr Zeit für sich haben. Abende frei und kurzerhand verplanen können für Hobbys und andere Unternehmungen. Spontanes Ausgehen, ohne sich verpflichtet zu fühlen, sich beim Nachwuchs abzumelden und sich festzulegen, wann man ungefähr wieder daheim sein wird.

Zudem kann man günstiger und flexibler reisen ohne Rücksicht auf Ferienzeiten. Man hat daheim vielleicht ein Zimmer mehr zur Verfügung. Und diese gewonnenen Quadratmeter ermöglichen gar, einen kleinen Traum zu erfüllen vom eigenen Näh- oder Arbeitszimmer oder vom begehbaren Kleiderschrank.

  • Do Nummer 2: Sich auf die schönen Moment freuen!

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude und der Nachwuchs ist ja nicht „weg“. Je seltener man ihn aufgrund größerer Entfernung künftig sieht, desto größer wird vielmehr das Hallo beim nächsten Zusammentreffen sein. Es ist eben fortan nicht mehr Alltag, gemeinsam am Tisch zu sitzen, sondern etwas Besonders. Und besondere Momente sind doch immer wunderbar.

  • Do Nummer 3: Das gute Gefühl bewusst erleben, weniger Verantwortung auf seinen Schultern zu tragen

Natürlich ist man weiterhin immer für seine Kinder da, hat ein offenes Ohr, ist in Notlagen zur Stelle. Gleichsam darf man sich von einer Last befreit wissen. Man muss sich eben nicht mehr um alles kümmern, sich nicht mehr tagtäglich für alles verantwortlich fühlen.

  • Do Nummer 4: Die fantastischen Möglichkeiten nutzen, immer und überall in Kontakt bleiben zu können

Es ist wunderbar, wenn man eine gemeinsame neue Ebene findet, um einander weiterhin an kleinen Alltagsgeschehnissen teilhaben lassen. Messenger haben die Latte dabei tief gelegt. Es bedarf nicht mehr stets eines guten, eines wichtigen Grunds, um sich zu melden. Mal ein witziger Schnappschuss hier, mal eine kurze Sprachnachricht da oder einfach nur ein Emoji. Dieses lassen ohne viele Worte wissen, dass man aneinander denkt. Und dass es dem anderen gut geht.

Und wie lauten die Don‘ts?

  • Don‘t Nummer 1: Weiterhin gleichsam intensiv am Leben der Kinder teilhaben wollen

Die eigenen Kinder mögen zwar immer die eigenen Kinder sein. Wenn sie dem Kindheitsalter längst entwachsen sind, möchten sie aber garantiert nicht mehr als Kinder behandelt und gesehen werden. Sie sind – wenn auch noch junge – Erwachsene! Und als solche lässt man sich nicht ständig gerne ausfragen, wie es einem gerade zumute ist. Was man den Tag über erlebt hat. Ob man sich denn wohlfühlt an der Uni und schon neue Freunde gefunden hat.

  • Don‘t Nummer 2: Im Kummer baden

Kaum ist der Nachwuchs aus dem Hause, meldet er sich gar nicht mehr? Kein Grund für Trübsal! Man ist seinen Kindern fortan garantiert nicht egal, nur weil sie nicht ständig von sich hören lassen. Jahrelang hörte man nach der Schule schließlich auf die Frage „Wie war‘s?“ auch nur die wenig aussagekräftige Antwort: „Gut“. Da darf man nun nicht erwarten, dass Kinder nun andauernd lange Berichte liefern, wie es so läuft.

Aber sie denken garantiert oft an einen und an die schöne gemeinsame Zeit. Sie erzählen bestimmt neuen Freunden von der eigenen Familie. Und machen sich in ihrem neuen spannenden Alltag vermutlich einfach keine Gedanken darüber, dass Eltern sich über ein kleines „Hallo“ freuen würden.

  • Don‘t Nummer 3: Anderen Eltern Angst machen

Mal ehrlich: Ein wenig Erleichterung schwingt neben allem etwaigen Kummer doch auch mit, wenn der Nachwuchs seinen Auszug verkündet? Und ist letztlich der Anblick des leeren Kinderzimmers tatsächlich nicht nur halb so schlimm wie anfangs befürchtet? Aber gibt man das anderen Eltern gegenüber gerne zu? Oder erzählt man nicht lieber – wenigstens manchmal – von den Leiden einer liebenden Mutter in dem besagten leeren Nest?

Kurz und gut: Können Sie das Leben „danach“ erwartungsgemäß oder unverhofft so richtig genießen? Dann machen Sie anderen Eltern Mut, denen die räumliche Trennung von ihrem Kind noch bevor steht.

Bildquelle: © gratisography.com/ Ryan McGuire

 

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