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Vorgelesen bekommen: (Fast) Das schönste auf der Welt!

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Viele Menschen würden morgens nur ungern auf die Lektüre ihrer Zeitung verzichten.
Ein Leben ohne SMS, E-Mail und Internet? Für viele ebenso undenkbar.
Und auch im Berufsleben ist die Fähigkeit, gut lesen und schreiben zu können, für die meisten wohl unverzichtbar.

Lesen und Schreiben – das kann hierzulande zum Glück jedes Kind in der Schule lernen.
Wie mit dieser neu gewonnenen Fähigkeit umgegangen wird, ist allerdings verschieden: Manche Kinder entwickeln schnell den Ehrgeiz, ihr erstes Buch ganz allein lesen zu können, manche werden dabei zu echten „Leseratten“, manche lesen hingegen nur selten freiwillig und kaum mehr als nötig.

Die Begeisterung für schöne Geschichten, spannende Abenteuer zwischen zwei Buchdeckeln, kann dabei schon viel früher geweckt werden und zu wachsen beginnen.
Lange, bevor die Buchstaben vom Kind erkannt werden oder gar einen Sinn ergeben.

„Vorlesen“ heißt das Zauberwort, das großen wie kleinen Kindern nicht nur gemütliche Momente und wohlige Kindheitserinnerungen beschert, sondern ganz nebenbei schon die Kleinsten zu echten Bücher-Fans machen kann.

Ob klassische Märchen, altersgerechte Alltagsgeschichten oder die Abenteuer von Ponys, Piraten oder Rittern – Vorlesen kann man nie genug!
Es gibt schließlich so viele tolle Kinderbücher und so viele Gründe, die für dieses heimelige Vergnügen sprechen:

So gemütlich!

Ob im sommerlichen Garten auf einer Decke, an einem Regentag auf dem Sofa oder abends am Bett: Vorlesen schafft Nähe.
Sich eng aneinander kuscheln und wohl fühlen – so lassen sich nicht nur spannende Momente in der Geschichte furchtlos gemeinsam durchstehen.
Es sind auch Gelegenheiten, bei denen man als Eltern einen Moment innehält und feststellt, wie klein die Kinder noch sind.
Der Tag wird vielleicht schneller kommen als gedacht, an dem sie sich zu groß dafür fühlen werden. Vorlesen wird dann nicht mehr gefragt sein.
Die Zeit bis dahin sollte man nutzen. Und genießen!

So inspirierend!

Manchmal muss eine Geschichte am Kapitel-Ende bis zum nächsten Abend unterbrochen werden, weil es heißt „Schlafenszeit!“.
Manchmal lässt aber auch eine abgeschlossene Geschichte Fragen offen.
In beiden Fällen ist die eigene Fantasie am Zug: „Wie ist es wohl den Helden der Geschichte danach ergangen?“ Oder „Wie mag es im nächsten Kapitel weiter gehen?“
Wenn Eltern und Kinder der Erörterung solcher Fragen genügend Zeit einräumen, können sich tolle, fantasievolle Gespräche entwickeln, die ganz nebenbei auf wunderbare und spielerische Weise die Sprachkompetenz des Kindes trainieren.

So lehrreich!

Oft sind es die eher kleinen Details des Lebens, die man aus Geschichten lernen kann.
Manchmal eröffnen sie aber auch den Einblick in bis dato völlig unbekannte Lebensräume.
Sie entführen in magische Unterwasserwelten, auf ferne Kontinente, ins Weltall oder weit zurück in die Zeit, als Dinosaurier noch die Erde bevölkerten.
Und das Schöne dabei: Statt „trockener“ Erklärungen liefern Kinderbücher – manchmal auch Sachbücher – echte Abenteuer, bei denen dank farbiger Abbildungen zudem meist viel zu sehen und staunen gibt.
Zudem gibt es immer mal Ausdrücke, Redewendungen oder Fremdwörter, bei denen die Frage „Was heißt denn das genau?“ nicht lange auf sich warten lassen wird.
Ob sich jemand im Buch aus dem Staub macht, für ein Rendezvous herrichtet oder Krokodilstränen weint: Aus Kinderbüchern lässt sich vieles „mitnehmen“, das vielleicht nicht unbedingt zum alltäglichen Sprachgebrauch gehört und so den eigenen Horizont ganz nebenbei erweitert.

So entspannend!

Wer kennt es nicht? Traurige Nachrichten in der Zeitung, Stress-Situationen im Straßenverkehr, die kleinen Nöte des Alltags, alles unter einen Hut zu bekommen.
Ein Kinderbuch kann dann genau das Richtige sein!
Balsam für die Seele, das Erleben eines Stücks heiler Welt, eine kleine Auszeit vom Alltagstrubel, um mal einige Zeit innezuhalten, Kraft zu tanken und Prioritäten neu zu verteilen.
Auch, wenn die Zeit drängt und noch tausend Dinge zu erledigen sind: Wenn das eigene Kind gebannt lauscht und jede Minute des Vorlesens so sehr genießt, muss doch alles andere mal warten können, oder?

So beruhigend!

Das Telefon stand den ganzen Tag nicht still? Alle waren irgendwie schlechter Laune, weil das Wetter aufs Gemüt drückte? Und der lautstarke Zoff unter Geschwistern schien vorprogrammiert?
Auch wenn es an einem Tag mal hoch herging und die Stimmung aufgeheizt ist: Sobald einer mit dem Vorlesen einer Geschichte beginnt, kehren häufig Ruhe und Entspannung ein.
Nicht nur bei den Zuhörern, auch beim Vorleser kann das laute Lesen mit einem wohltuenden Zur-Ruhe-kommen einher gehen.

So wertvoll!

Wie fühlen sich die Personen in der Geschichte wohl? Was hätten wir an ihrer Stelle getan?“
Geschichten eröffnen die Möglichkeit, sich in andere hinein zu fühlen, Situationen fernab der Realität durchzuspielen. Sie erlauben, verschiedene Lösungswege gedanklich zu beschreiten und auf ihre Vor- und Nachteile hin abzuklopfen.
Vielleicht finden sich Kinder sogar in der einen oder anderen Geschichten wieder? Sie fühlen sich beispielsweise ermutigt dadurch, dass dem Kind dort auch mulmig ist bei dem Gedanken, im Kindergarten zu übernachten?
Oder bekommen einmal eindrücklich vor Augen geführt, wie es sich anfühlt, beim Spielen geärgert zu werden – auch, wenn das Gegenüber es vielleicht gar nicht so böse meinte wie es klang.

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Bildquelle: © bigstock.com/ LightField Studios

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