Welch eine grüne Pracht! Wie der Rasen frei von Moos wird und bleibt

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Ein gepflegter Rasen ist das viel bewunderte Sahnesstück vieler Gärten und überdies eine echte Herzensangelegenheit vieler Hobby-Gärtner.
Zu Recht: Ein gut in Schuss gehaltener Rasen lässt den aufgeräumt und gepflegt erscheinen, beschert optische Ruhe beim Blick aus der Terrassentür – und außerdem lässt es sich auf ihm an sonnigen Tagen herrlich weich liegen!

Ein Rasen, der jedem Besucher ein „Wow!“ entlockt, ist jedoch kein Geschenk der Natur oder reine Glückssache, sondern das Produkt nicht unbedingt vieler (abhängig natürlich von der Größe Rasenfläche), sondern vor allem sehr regelmäßiger Pflege.
Wo gesunder Rasen wächst, ist für „Störenfriede“ wie Moos und Unkraut eben einfach kein Platz und diesen wird wenig Chancen eingeräumt, sich dauerhaft erfolgreich anzusiedeln.

Was ein schöner, gepflegter Rasen braucht, neben einem guten Boden als Basis:

– Wasser
Wenn in diesem Frühjahr der Gartenschlauch viele Wochen lang auch getrost aufgerollt bleiben konnte, weil der Regen sehr zuverlässig das Sprengen des Rasens erledigt hat: Nachdem die Sonne kräftig aufs Grün hinabgelacht hat, sollte geprüft werden, ob der Boden Bewässerung benötigt.

– Sonne
Gut: Dazu, dass sie Sonne scheint, lässt sich selbst wenig beitragen.
Aber: Wenn sie scheint, sollte der Rasen davon auch profitieren können!
Herabgefallene Blätter, Schatten-werfende Büsche und Bäume und über Beet-Ränder hinausgewachsene Stauden können das gesunde Rasenwachstum behindern, wenn sie über viele Stunden am Tag das zarte Grün im Dunkeln liegen lassen.

– Nährstoffe
Auf die Bedürfnisse des Rasens abgestimmter Dünger sollte in empfohlenen Abständen und Mengen auf dem Rasen verteilt werden. Dabei muss sehr gleichmäßig vorgegangen werden, sonst drohen „Verbrennungen“ des Rasens durch Überdosierung – sprich: Stellen, an denen der Rasen eingeht oder wenigstens eine Zeit lang unansehnlich braun wird.
Gedüngt werden sollte idealerweise vor anhaltendem Regen. Ansonsten sollte der Rasen nach dem Düngen unbedingt ausreichend gewässert werden, damit der Dünger nicht an den Grashalmen haften bleibt, damit er sich gut verteilt und in den Boden gelangt, wo er bald die gewünschte Wirkung entfalten kann.

– einen regelmäßigen Schnitt zum richtigen Zeitpunkt
In der Zeit des stärksten Wachstums ist es durchaus ratsam, den Rasen alle 3-4 Tage zu mähen. Ist er zu lang, sieht der Garten nicht nur schnell „verwuchert“ aus; zudem werden die Halme im unteren Bereich wegen Lichtmangels gelb und der Rasen kann sich regelrecht „verknoten“ und auf Dauer eine verfilzte Schicht am Boden bilden, wenn er durch Betreten platt getreten wird.
Gemäht werden sollte
– nur, wenn der Rasen nach einem Regen schon wieder ausreichend abgetrocknet ist.
– nicht bei großer Hitze.
– so, dass kein Schnittgut auf den Rasen fällt oder nur minimale Spitzen, die als Mulch dienen können.
– natürlich nur zu erlaubten Zeit (siehe HIER zum Bundes-Immissionsschutzgesetz).

– „Erste Hilfe“-Maßnahmen bei Moosbefall
Vorhandenes Moos sollte gründlich entfernt werden, bevor es an die Beseitigung der begünstigenden Faktoren geht!
Ein hochwertiger Vertikutierer (kann vielleicht ausgeliehen werden bei einem freundlichen Nachbarn, beim Baumarkt oder Baumaschinenverleih) macht die Arbeit auch auf großen Flächen relativ leicht.
Auf kleinen Flächen lässt sich diese Arbeit auch mittels Muskelkraft und Harke erledigen, es drohen allerdings Muskelkater und Blasen an den Händen, denn die Zinken tief genug durch den Boden zu ziehen (bei starkem Moosbefall am besten zweimal: einmal in Längs- und einmal in Querrichtung) und anschließend alles zusammen zu rechen erfordert echten Einsatz.

Und ganz wichtig:
– ein wachsames, geübtes Auge, um die Ursachen für das Moos im Rasen erkennen zu können.
Hier die typischen Gründe für das Moos und wie man ihnen begegnen kann:

1.) Leidet der Rasen unter Lichtmangel?
2.) Ist der Boden (stellenweise) sehr verdichtet (Wurzeln, Steine im Boden, typischer Laufweg?)
3.) Ist der Boden übersäuert?
4.) Bietet der Rasen zu viele „Angriffspunkte“ für andere Gewächse?

1.) Dem Rasen Licht verschaffen
Auch wenn spezielle Schattenrasen-Mischungen hübsches Grün an dunklen Ecken versprechen: An einem wirklich schattig gelegenen Fleck wird nie so schön grünen wie an einem auf der Sonnenseite!
Bevor die dunkle Ecke, an der der Rasen traurig vor sich hin vegetiert, zum dauerhaft trostlosen Schandfleck im Garten wird, überlegen Sie, ob diese sich durch Rückschnitt von Schattenspendern erhellen lässt oder einfach anders nutzen und gestalten.
Vielleicht ist es optisch viel ansprechender, auf einen anderen, naturnahen Bodenbelag (Kies, Mulch, Pinienrinde) als auf Rasen zu setzen oder die Ecke bewusst mit entsprechenden Gartenmöbeln etc. als schattigen Rückzugsort an heißen Tagen einzurichten.

2.) Den Boden lockern
Den Boden aufzulockern und zu belüften, kann für den „Hausgebrauch“ mit einfachen Gerätschaften geschehen. Wer die Mühe nicht scheut, nimmt sich den Rasen Quadratmeter für Quadratmeter mit der Grabegabel vor und sticht damit tiefe Löcher hinein. Idealerweise wird diese Maßnahme durch das Verteilen von Sand auf Rasen und in die Löcher ergänzt, wobei sich auch alleine durch das Verteilen von Sand schon ein guter Effekt erzielen lässt.
Man sollte sich allerdings bewusst sein, wie viel Schlepperei es bedeutet, will man den Sand säckeweise herbeischaffen!
Für eine Rasenfläche von 100 Quadratmeter bei einer Schichtdicke von 1 Zentimeter müssen 1.000 Liter Sand her, die gut und gerne etwa 1,3 Tonnen wiegen, also rund 50 Säcken Spielsand á 25 Kilogramm Inhalt entsprechen. (Bei solchen Mengen und Massen ist sicherlich der Baustofflieferant vor Ort idealer Ansprechpartner!)
Der zusätzliche Pluspunkt, wenn man diese Maßnahme nicht scheut: Sand auf dem Rasen sieht schön aus und erzeugt kurzzeitig gar ein wenig Dünen-Flair im eigenen Garten.

Gibt es Laufwege, die immer wieder verdichten werden oder aufrgrund der dauernden Belastung kahl bleiben, ist es ratsam, an dieser Stelle über einen naturnahen, befestigten Weg nachzudenken.

3.) Bei Bedarf: Kalk ausbringen
Oft liest man in Zusammenhang mit Moosbefall den pauschalen Tipp „Kalken!“. Ob eine Übersäuerung des Bodens tatsächlich gegeben ist und daher eine Kalk-Gabe sinnvoll, sollte jedoch zunächst durch eine Messung des pH-Werts festgestellt werden.
Wird gekalkt, dann idealerweise an einem bedeckten Tag im Frühjahr oder Herbst.

4.) Neuem Moos keine Chance geben
Wo Löcher im Rasen sind hat Unkraut gute Chancen, ein fruchtbares Plätzchen zu finden.
Säen Sie regelmäßig nach, wenn der Rasen licht zu werden scheint, besonders gezielt an kahlen Stellen und nach dem Vertikutieren. Markieren Sie die nachgesäten Stellen idealerweise so, dass sie nicht betreten werden, bis sie wieder dicht mit kleinen Rasenpflänzchen begrünt sind, und sorgen Sie bis dahin für reichlich Wasser-Nachschub, denn frisch gesäter Rasen darf nie ganz austrocknen.
Da im Familiengarten der Rasen generell strapaziert wird durch Planschbecken, Fußball-Matches und viele Fußtritte unter Schaukeln und rund um andere Spielgeräte, setzen Sie auf Grassamen, die besondere Belastbarkeit versprechen („Spielrasen“) beziehungsweise für schattige Ecken auf solche, die mit weniger Licht gut zurecht kommen („Schattenrasen“).
An Stellen, an denen der Rasen partout nicht gedeihen will, lohnt sich genaueres Nachforschen. Stechen Sie mit der kleinen Gartenharke mal in den Boden: Vielleicht liegt ein großer Stein dort dicht unter der Grasnarbe verborgen, eine Wurzel oder ähnliches, das dem Rasen wenig Chancen gibt, kräftige Wurzeln auszubilden.

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