„Ob das mal alles gut gehen wird…?“ – Es wird! Worüber Eltern sich vor der Einschulung ihres Kindes vielleicht Gedanken machen (Teil II)

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„Wird mein Kind in seiner Schulklasse Freunde finden?“
„Ist der Schulweg im Stadtverkehr nicht viel zu gefährlich für einen Sechsjährigen?“
„Ist mein Kind überhaupt schon reif für die Schule?“
„Könnte es ein Problem sein, dass mein Kind bislang nur seinen Namen schreiben kann und gerade mal so die Zahlen aufs Papier bekommt?“

Das sind Fragen, die manch eine Mama und manch einen Papa beschäftigen werden, bevor das erste Kind in die Schule kommt. (Und über die wie HIER schon etwas geschrieben haben)

Vorneweg: Es wird sicher alles gut gehen!
Vieles, das anfangs unklar erscheint, wird nach kurzer Zeit selbstverständlich werden.
Manche Sorge wird sich als unbegründet in Luft auflösen.

Und dennoch gibt es vielleicht hin und wieder diese kleinen, trüben Gedanken, die bei aller Freude über den Start ins Grundschulleben immer mal wieder als dunkle Wölkchen über dem Horizont erscheinen?

Dann ist das ganz normal und selbstverständlich, denn große Veränderungen im Leben bedeuten schließlich auch immer ein wenig Unsicherheit.
Machen Sie sich (und Ihr Kind) jedoch nicht im Vorfeld verrückt oder zerbrechen Sie sich gar den Kopf über etwaige Probleme Ihres Kindes, die es selbst überhaupt nicht sieht und vielleicht niemals sehen wird:

5 „Werden Freundschaften zerbrechen?“
Kinderfreundschaften „leben“ üblicherweise davon, dass die Kinder sich täglich sehen können, ohne viel dafür zu tun.
Sprich: Es gibt keine langen Wege zurück zu legen, es muss sich nicht großartig verabredet werden.
Statt dessen trifft man sich nachmittäglich „einfach so“ auf dem Spielplatz um die Ecke, auf der Spielstraße beim Inlinern oder klingelt spontan ein paar Häuser weiter.
Und/oder man begegnet sich praktisch tagtäglich morgens in Kita oder Schule.

Ist dies nicht mehr gegeben, heißt es (leider) oft: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Was Eltern das Herz bluten lässt, weil zwei Kinder doch von klein auf unzertrennlich schienen, ist für die Kinder oft gar kein Beinbruch.
An sehr frühe Freunde aus dem kann die Erinnerung nach einigen Jahren gar völlig verblasst sein.
Andere Freundschaften gehen nicht mit großem Schmerz und Klagen auseinander, sondern verlaufen schlichtweg im Sand.
Jeder findet andere Freunde an seiner neuen Schule, die nun täglich in der neuen Schulklasse einfach da sind, mit denen man Gemeinsamkeiten teilt, die am Ort wohnen.
Und alte Freunde, die andere Wege gegangen sind, werden da selten vermisst.

Geht dies für die Kinder selbst in Ordnung, sollten Eltern damit nicht hadern, sondern den Dingen ihren Lauf lassen und dies akzeptieren, anstatt viel Energie in den Erhalt einer Freundschaft zu stecken, an denen den Mamas vielleicht viel mehr liegt als den Kindern selbst.

6 „Kommt mein Kind in dieser großen Schule alleine zurecht?“
Ein bisschen mulmig ist Eltern vielleicht, wenn das Kind am ersten Tag in Gemeinschaft seiner neuen Mitschüler und der Klassenlehrerin den Weg ins künftige Klassenzimmer antritt.
Ein wenig ja auch zu Recht, wenn das Schulgebäude auch für Eltern Neuland ist. So viele Flure, Treppen, Fachräume gibt es dort.
Lehrerzimmer, Schülerbücherei, Räume für gemeinsame Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und Angebote der Offenen Ganztagsschule machen das Ganze nicht übersichtlicher.
Gibt es mehr als eine Klasse pro Jahrgang, wird das Kind vermutlich von viel mehr Kindern umgeben sein als in seiner Kita. Und die meisten von ihnen sind bereits größer und „alte Hasen“ der Grundschule, während es selbst viele neue Gesichter erst kennenlernen muss und mit den Gepflogenheiten des Schülerlebens noch alles andere als vertraut ist.

Dennoch wird keinerlei Grund zur Sorge bestehen! „Allein“ ist ein Kind in der Schule nie. Lehrer kennen schließlich typische Anfangsschwierigkeiten.
Dazu gehört beispielsweise, dass kleinen Kindern in dem recht großen Gebäude anfangs die Orientierung schwer fallen kann.
Kein Kind wird dabei allein gelassen werden!
Morgens genügt es beispielsweise, wenn es weiß, wo seine Klasse sich aufstellt. Von da aus geht es gemeinsam weiter.
Auch andere Orte – Toiletten, Mensa, OGS-Räume etc. – werden den Kindern in den ersten Tagen gezeigt werden und niemand wird erwarten, dass ein Kind sich gleich zurechtfindet. Und immer wenn es Neues zu erkunden gibt, werden die Kinder in der ersten Zeit im wahrsten Sinne an die Hand genommen werden.

7 „Die anderen Kinder in seinem/ihrem Alter sind alle älter/größer/selbstbewusster!“
Egal ob größer oder kleiner, zarter oder kräftiger, schüchtern oder vor Selbstbewusstsein strotzend: Jedes Kind wird in der Klasse seinen Platz finden und dabei wird es sicherlich kein Problem sein, wenn andere einen Kopf größer oder ein Jahr älter sind.
Gab es bei Ihnen früher nicht auch eine bunte Mischung aus ruhigen und vorlauten, großen und kleinen, schüchternen Kindern und den typischen Klassenclowns?
Und hat damals nicht auch jeder sprichwörtliche Topf seinen Deckel – sprich:  Freunde – gefunden, während auch die in Eintracht in einer Klasse zusammen lebten, die während der Schulzeit nie wirklich viel miteinander zu tun hatten?

Was den Unterricht betrifft: Sie müssen sich bestimmt keine Sorgen machen, dass Ihr Kind dort nicht zeigen kann, was es kann, da es irgendwie in der Masse „untergehen“ und seine Fähigkeiten verkannt werden könnten.
Unterricht besteht ja nicht nur daraus, dass Kinder aufzeigen und richtige Antworten geben.
Und vielleicht ist Ihr Kind auch gar nicht so schüchtern, wie Sie immer gedacht haben? Seine Klasse wird bald seine vertraute Umgebung mit vertrauten Gesichtern sein und wenn es sich in seinem Wissen sicher fühlt, wird es ihm vielleicht gar nicht schwer fallen, dies in großer Runde kundzutun.

Besteht für Sie als Eltern die Möglichkeit, im Unterricht zu hospitieren oder die Klasse bei relativ normalem Unterrichtsgeschehen an einem Tag der Offenen Tür zu erleben, sollten Sie diese nutzen und sich eventuell überraschen lassen, wie wenig schüchtern und zurückhaltend Ihr Kind vielleicht in Wirklichkeit noch ist.

8 „Mein Kind würde viel lieber den ganzen Tag toben! Wie soll es da ruhig dem Unterricht folgen?“
Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind ein altersgerechter Wildfang ist, dazu vielleicht noch relativ früh eingeschult wurde.
Unterricht ist heute anders als früher und räumt den Kindern sicherlich mehr Bewegungsfreiheit ein als die meisten Eltern sich diesbezüglich noch an ihre eigene Schulzeit erinnern können.
Freiarbeit, selbstständiges Lernen und Gruppenarbeit erlauben es, mal den Platz zu wechseln oder in der Klasse umherzugehen, anstatt immer eine Unterrichtsstunde lang auf einem Stuhl verharren zu müssen.
Gesprächskreise in großer Runde unterbrechen das Sitzen am Platz, Sport und Kunstunterricht bilden ohnehin die Ausnahme zu Fächern, in denen tendenziell eher Stillsitzen angesagt ist.
Auch Bewegungsspiele können Teil des Unterrichts sein und zu den reinen Unterrichtsminuten kommen selbst an einem kurzen Unterrichtsvormittag von vier Schulstunden vom Unterrichtsbeginn bis zum Tagesende gut und gerne rund eine halbe Stunde Bewegungsfreiheit in kleinen und großen Pause(n) hinzu.
Vielleicht fällt Ihrem Kind das Stillsitzen in der Schule auch gar nicht schwer, selbst wenn es nachmittags einen unermüdlichen Bewegungsdrang hat?
Warten Sie gelassen den ersten Elternsprechtag ab. Scheint es für Ihr Kind tatsächlich ein Problem darzustellen, dem Unterricht ruhig und konzentriert zu folgen, das weiterer Nachforschung nach Ursachen bedarf, wird die Lehrerin Ihres Kindes Sie mit Sicherheit darauf ansprechen.

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