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Wenn das geliebte Haustier stirbt…

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Alles hat einmal ein Ende. Selbst die allerschönste gemeinsame Zeit. Manchmal ist dieses Ende absehbar, manchmal kommt es wie aus heiterem Himmel. Doch ob plötzlich oder mit Ankündigung: Immer ist der Abschied von einem langjährigen, geliebten Begleiter ein trauriger.

Das weiß jeder, der einmal ein Haustier hatte, das – nach einem hoffentlich langen und erfüllten Leben – gestorben ist. Wobei lang natürlich immer relativ ist. Weiß man schließlich, dass beispielsweise ein Zwerghamster ein wahrer Methusalem ist, wenn er seinen zweiten Geburtstag erleben darf.

Bei Hund oder Katze sieht das anders aus. Wenn sie von Krankheit und Tod im Straßenverkehr verschont bleiben, können sie wahrlich langjährige Begleiter der Familie sein. Sie wachsen mit den Kindern auf, waren in deren Erinnerung immer da. Und wenn dies plötzlich anders ist? Dann herrschen Trauer und bedrückende Stille.

Wie geht man damit um? Wie reagiert man als Eltern da richtig? Vorneweg: Ein Patentrezept können wir für diesen Fall nicht liefern, weil es dies einfach nicht gibt. Nur Denkanstöße bieten, wie man mit der Trauer der Kinder und der eigenen umgehen kann.

Wenn die Trauer Kinder sprachlos macht

Stirbt das Haustier, hat das Kind sicherlich eine altersgerechte Vorstellung davon, wie es Abschied nehmen möchte. Vielleicht mag oder kann es nur nicht darüber sprechen. Womöglich fühlt es sich gar allein, weil Mama oder Papa nicht wirklich mit ihm über den Lieblingsfisch trauern können?

Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn das der Fall ist. Aber fragen Sie Ihr Kind, was es möchte. Suggerieren Sie ihm nicht, das Tier schnell – aus den Augen, aus dem Sinn – aus der Wohnung haben zu wollen.

Vielleicht mag das Kind einen Gedenkstein bemalen oder ein kleines Holzkreuz basteln? Vielleicht eine Kerze anzünden oder – wenn möglich – das Tier selbst begraben? Wichtig ist, dass das Kind mit sich im Reinen Abschied nehmen und sich dabei ernst genommen und verstanden fühlen kann. Selbst wenn es „nur“ um die kleine Schnecke im Aquarium oder den winzigen Urzeitkrebs weint.

Ist es hingegen der geliebte Familienhund, der gegangen ist? Dann fließen oft auch bei den Großen Tränen. Und dafür muss man sich vor den eigenen Kindern weder schämen noch sich zusammenreißen. Gemeinsam zu weinen wirkt vielmehr befreiend und entlastend. Und ist eine gute Basis, um anschließend gemeinsam zu lächeln. Beim Gedanken an und Anekdoten über die schöne erlebte Zeit mit Hund oder Katze.

Mit Kindern ehrlich umgehen

Das Kaninchen liegt morgens tot im Gehege? Dann haben Kinder ein Recht, dies zu erfahren. Auch wenn man eventuell daran denkt, Ausreden zu finden, warum das Haustier plötzlich weg ist. Und es still und heimlich wegschafft.

Man macht es damit dem Kind jedoch einerseits nicht leichter. Einige Tage oder Wochen später wird der Verlust nicht weniger schmerzhaft sein. Und bis dahin bedeuten Hoffen, Bangen und Ungewissheit zusätzliche Belastungen. Zum anderen wird das Kind doppelt enttäuscht sein, wenn es dahinter kommt, dass die eigenen Eltern es angelogen haben. Auch wenn sie es nur gut meinten. Und zu guter Letzt sollte das Kind selbst entscheiden dürfen, wie es sich verabschieden möchte.

Manche möchten den leblosen Körper sehen. Sie möchten fühlen, dass das Tier unwiederbringlich gegangen ist, und es noch einmal streicheln. Andere hingegen möchten es so in Erinnerung behalten, wie es ihm das letzte Mal begegnet ist. Lebendig, mit großen, offenen Augen, in Bewegung, warm und verschmust.

Bitte keine Vorwürfe!

Hunde, die man an der Leine führt, bewegen sich relativ sicher im Straßenverkehr. Nicht so freilaufende Katzen, denen Autos allzu oft ein vorzeitiges, jähes Ende bereiten. Aber dann damit hadern, dass man den Tod der geliebten Katze hätte folgerichtig verhindern können? Indem man sie konsequent im Haus gehalten hätte, vielleicht oft allein, mit wenig Abwechslung? Das sollte man nicht!

Denn die Katze ist ein abenteuerlustiger Freigänger, ein Jäger, oft auf der Lauer und ständig auf Beutezug. Sie hat Freude beim Fangen von Mäusen und Schmetterlingen, beim Klettern auf Bäume. Sie trifft draußen andere Katzen, misst ihre Kräfte und kehrt anschließend gerne zufrieden nach Hause zurück.

All das hat man ihr ermöglicht, sie hat echte Abenteuer erleben dürfen? Dann hat man alles richtig gemacht! Und Schuldgefühle und Hadern sind fehl am Platz, wenn sie dadurch ihre maximale Lebenserwartung nicht erreicht hat.

Das alte Tier durch ein neues „ersetzen“?

Oft liest man, dass man dem Kind nach dem Verlust des Haustiers nicht gleich ein neues Tier schenken soll. Oder sich kurz nach dem Tod des Familienhundes besser noch keinen Nachfolger ins Haus holt. Wir finden jedoch, dass man diese Möglichkeit nicht kategorisch ausschließen sollte.

Denn natürlich kann man kein Haustier durch ein anderes ersetzen. Aber man kann um ein Tier trauern und sich gleichzeitig an den tapsigen Schritten eines anderen erfreuen. Man kann dem gegangenen Tier gedenken, während ein neuer Welpe selig in dessen Körbchen schlummert. Das lenkt von der Trauer ab und tröstet vor allem Kinder.

Schlimm ist ja schließlich nicht allein die Tatsache, dass das alte Tier nicht mehr da ist. Es sind auch die Folgen davon. Die Stille im Haus. Das fehlende Miauen in der Früh, die ausbleibende stürmische Begrüßung beim Nachhausekommen, der dauerhaft leere Futternapf.

Daher: Möchte man bewusst Abstand gewinnen? Nach einer Phase des Abschieds, in der das Haustier vielleicht viel Kraft kostete, erst einmal zur Ruhe kommen? Dann ist das in Ordnung. Verwerflich und falsch ist es aber genauso wenig, sich sehr bald – beispielsweise im Tierheim – nach einem neuen Familienmitglied umzusehen. Vielleicht ist dort jemand, der sehnlichst auf ein neues, schönes Plätzchen wartet.

Dem gegangenen Haustier seinen Platz einräumen

Die wenigsten möchten wohl verdrängen, dass einst ein Hund oder eine Katze zur Familie gehörte. Vielmehr möchte man sein Haustier in Erinnerung behalten. Und die Möglichkeiten dazu sind heute so vielfältig wie wohl nie zuvor.

Wichtig ist jedoch, dass man sich innerhalb der Familie abspricht und eine Lösung findet, mit der sich alle wohl fühlen. Ist es schön, wenn Bilder an der Wand hängen? Oder belastet es die Kinder, dass diese ständig an den Verlust erinnern? Möchte man das Tier gar einäschern lassen und die Asche mit nach Hause nehmen? Für den einen mag dies tröstlich sein, für den anderen befremdlich. Ebenso, den Hund künftig auf einem Tierfriedhof zu besuchen.

Verständlich ist der Wunsch nach einer Grabstätte jedoch. Und viele möchten ihr Tier ganz nah bei sich im eigenen Garten wissen. Dabei gilt es jedoch zunächst zu überprüfen, ob die geltenden Bestimmungen dies erlauben! Fragen Sie im Zweifelsfall beim entsprechenden Amt nach.

Bildquelle: © bigstock.com/Bilanola

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