Zwischen Aufbruchstimmung und Abschiedsschmerz: Ein Umzug mit Kindern will gut vorbereitet sein

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Eine neue Arbeitsstelle gefunden in einer anderen Stadt?
Ein bringt da naturgemäß immer viele Veränderungen mit sich.

Aufbruchstimmung einerseits!
Alles erfrischend anders in einer neuen Wohnung oder einem anderen Haus!
Neue Menschen lernt man kennen, mit denen man Neues erleben kann.
In bis dato Unbekannten findet man neue Freunde.
Man bekommt die Chance, eine andere Umgebung für sich zu entdecken, die man vorher vielleicht nur vom Hörensagen kannte.

Ein Umzug bedeutet natürlich aber auch immer Abschied zu nehmen von Bekanntem und Vertrauten, von Nachbarn und anderen Mitmenschen, die den Lebensweg tagtäglich begleitet haben.
Wir bleiben in Kontakt“, wünscht man sich und nimmt man sich vor.
Doch allzu oft gehen mit der räumlichen Entfernung auch gemeinsame Wege auseinander.

Das ist vielleicht schmerzhaft und stimmt einen wehmütig, doch für immer mehr Menschen gehören diese „Nebenwirkungen“ eines immer größeren Maßes an Flexibilität zum Leben.

Erwachsene wissen damit umzugehen.
Und die Kinder?
Auf einen Umzug wird man ihnen zuliebe kaum verzichten können, wenn es die Umstände nun mal erfordern.
Aber: Mit ein wenig guter Planung und Vorbereitung kann man den Ortswechsel möglichst sanft gestalten!
Unsere 5 Tipps zum Thema „Was es vor dem Umzug mit Kindern zu überlegen und erledigen gilt“

1. Den Zeitpunkt günstig wählen
Natürlich hat man es nur bis zu einem gewissen Grad in der Hand, einen Umzugstermin frei zu wählen.
Innerhalb der möglichen Grenzen sollte über den Zeitpunkt jedoch mit Bedacht entschieden werden:

Montags umziehen – am Dienstag gleich in die neue Schule?
Eher ungünstig!
Besser: Freitags umziehen. So können sich alle zumindest ein Wochenende lang ein wenig einleben und dann in der neuen Woche einen Neustart wagen.

Zu Ferienbeginn umziehen?
Da bleibt viel Zeit zum Einleben. In einer neuen Stadt, in der man noch niemanden kennt, aber auch viel für Wehmut, Heimweh, Frust und Langeweile!
Ziehen Sie in den Sommerferien um, dann mit Schulkindern besser eher Richtung Ferienende. So bleibt einerseits noch Zeit mit den „alten“ Freunden, bei denen die Kinder eventuell sogar bestens versorgt sind, während man selbst in der letzten heißen Phase der Umzugsvorbereitungen steckt.
Und danach dauert es dann auch nicht mehr lange, bis am neuen Wohnort die Schule beginnt und Langeweile keine Chance mehr hat.

2. Bereiten Sie Ihr Kind altersgerecht auf den Umzug vor
Sie wissen am besten, welche Zeiträume Ihr Kind bereits einschätzen kann.
Steht der Termins des Umzugs fest, veranschaulichen Sie für jüngere Kinder die Dauer bis dahin durch Vergleiche mit bereits erlebten Zeitspannen.

Größere haben sicherlich Freude an einem eigens gestalteten „Kalender“, der durch Abschneiden eines Feldes für jeden vergangenen Tag ein wenig schrumpft (für andere Zwecke hier gerne als „Vorfreudekalender“ bezeichnet).
Vermerken Sie darin auch auch alle besonderen Ereignisse, die noch vor dem Ortswechsel anstehen. So rückt der Umzug allmählich näher und Ihr Kind hat es im Blick, bevor es plötzlich und aus heiterem Himmel mit dem vorfahrenden Möbelwagen konfrontiert wird!

3. Lassen Sie Ihre Kinder nie im Unklaren, aber verwirren Sie nicht mit Eventualitäten
Erfährt Ihr Kind, dass es künftig die Schule oder den Kindergarten wechseln muss, ist dies eine schmerzliche Mitteilung.
Schaffen Sie ihm die Aussicht auf etwas Neues, Schönes! Woanders ist zwar woanders, aber dort ist es nicht unbedingt schlechter als bisher!
Auch im neuen Kindergarten oder in der neuen Schulklasse wird das Kind Freunde finden, nette Lehrerinnen und Erzieherinnen haben, schöne Räumlichkeiten und attraktive Spielmöglichkeiten vorfinden!

Je konkreter Sie Ihr Kind auf dieses „Neue“ vorbereiten können, desto besser! Zeigen Sie Ihrem Kind jedoch nur Bilder im Internet von der neuen Schule oder dem neuen Kindergarten, wenn alles „in trockenen Tüchern“ ist und Sie die Anmeldung für den „Neustart“ Schwarz auf Weiß haben!
Das Anschauen von Internetseiten aller möglichen Einrichtungen würde Ihr Kind hingegen nur verwirren und zu Enttäuschungen und Diskussionen führen, wenn verschiedene Optionen zur Wahl stehen und es die persönliche Nummer Eins dann doch nicht wird.

Auch bei der Wohnungssuche oder Auswahl des neuen Hauses muss das Kind nicht alle Möglichkeiten live erleben.
Zu groß die Enttäuschung, wenn es dann doch nicht die Wohnung mit dem großen Kinderzimmer oder das Haus mit dem alten Kletterbaum im Garten oder gleich neben dem Fußballplatz wird!

Sobald Sie jedoch eine Wahl getroffen haben: Machen Sie Ihr Kind so weit es geht mit allem vertraut. Schauen Sie sich wenn möglich noch einmal zusammen die Wohnung an oder wenigstens das Haus von außen von allen Seiten.

Sofern es die räumliche Entfernung erlaubt:
Erkunden Sie vorab Spielplätze, bald alltägliche Wege zur Schule oder zum Kindergarten, werfen Sie morgens mal einen Blick aufs künftige Kindergartengelände, wenn die Kinder dort draußen spielen, probieren Sie das Eiscafé in der Nähe aus und die Brötchen in der nahegelegenen Bäckerei!
Vielleicht ist auch ein Kennenlernen mit der zukünftigen Schulklasse oder ein Schnuppertag im neuen Kindergarten möglich?

4. Die neue Wohnumgebung gemeinsam planen
Planen Sie gemeinsam das neue Kinderzimmer:
Welche Farben soll es haben?
Sind vielleicht sogar neue Möbel im Budget?
Ein Hochbett?
Ein fester Schlafplatz für Übernachtungsbesuch „alter“ und künftiger Freunde?
Kann in der neuen Wohnung sogar der Traum eines Haustiers erfüllt werden?
Alles, das möglich ist und tröstet, ist gut!

Lassen Sie Ihr Kind so weit wie möglich auch an anderen Entscheidungen teilhaben, sei es die Einrichtung des Wohnzimmers oder die Gestaltung des Gartens.
Das schafft eine Beziehung zum neuen Heim und macht Kinder einfach stolz, wenn sie später ersten Besuchern zeigen können, was im und auf ihre Initiative zurück geht!

5. Setzen Sie einen feierlichen Schlusspunkt!
Abschied schmerzt! Versüßen Sie ihn Ihrem Kind und sich selbst und lassen Sie alle daran teilhaben, die Ihnen etwas bedeuten.
Vielleicht kann Ihr Kind im Kindergarten allen ein Eis spendieren oder Kuchen mitbringen?
Sie selbst geben einen offiziellen Ausstand auf der Arbeit und zu Hause eine Abschiedsparty für Freunde, Nachbarn und liebe Wegbegleiter am alten Wohnort?
So vergessen Sie niemanden in Ihre Umzugspläne einzuweihen und haben später nicht das Gefühl, dem Abschiednehmen nicht genügend Gelegenheit eingeräumt zu haben.

Der Tag des Umzugs steht vor der Tür? Wie Sie diesen mit „Kind und Kegel“ meistern – und welches Thema danach nicht nur die Kleinen beschäftigt, damit geht es schon morgen an dieser Stelle weiter!

 

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