Bewusst vorleben, gemeinsam erleben: Wie Eltern das Umweltbewusstsein ihrer Kinder fördern

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Hurra, der Frühling naht!
Das Leben verlagert sich zunehmend wieder vom Inneren der eigenen vier Wände in die frische Luft unter freiem Himmel.
Lautet die Familien-Devise für den Sonntagnachmittag dann „Raus in die Natur!“ hat wohl jeder so seine eigenen Vorstellungen dessen, wohin so ein Ausflug führen soll:
An einen See vielleicht? In den Wald? Oder in die Berge?
Ebenso davon, was einen dort erwartet:
Erholung? Abenteuer? Sportliche Betätigung? Naturbegegnungen?

Wie immer der Weg und das Ziel aussehen mögen: Manches möchte man unterwegs garantiert nicht vorfinden. Müllberge beispielsweise, typische Picknick-Reste aus Schokoriegel-Papierchen und Getränkedosen.

Wer so empfindet und selbst entsprechend umsichtig handelt, leistet als gutes Vorbild für seine Kinder bereits viel, um dem Nachwuchs die Augen in Hinblick auf Umweltbewusstsein zu öffnen.
Und mehr in dieser Richtung zu tun, ist auch nicht schwer!

Die kleinen Dinge des Alltags…
Als Eltern ein Vorbild in Sachen Umweltbewusstsein darstellen? Oft ganz einfach und mitunter völlig kostenlos gelingt es so:

Beispielsweise beim Einkauf, …
– Stoffbeutel oder Einkaufskorb mitnehmen anstatt im Supermarkt zur Plastiktüte zu greifen
– Gemüse idealerweise ohne jegliche Umverpackung kaufen
– Wenn Verpackung bei frischem Brot, Obst und Gemüse, dann lieber Papier als Plastik wählen
– Auf gängige Siegel achten, zum Beispiel auf den bekannten „Blauen Engel“ (beispielsweise auch beim Kauf von Schulheften)

… unterwegs …
– Der Umweg zum Mülleimer ist praktisch nie unzumutbar, egal ob auf dem Spielplatz oder in der Fußgängerzone. Gibt es wirklich gar keine Möglichkeit, Müll unterwegs zu entsorgen, wandert er in Tasche und Rucksack und wird zu Hause weggeworfen.
– Vorausschauend denken. Wer in der Natur unterwegs ist, wo nicht unbedingt an jeder Ecke ein Abfallbehälter zu finden ist, packt praktisch und vermeidet Müll unterwegs von vornherein: Lebensmittel werden schon zu Hause aus Folien und Verpackungen genommen und in Brotdosen umgepackt. Getränke werden nicht in Trinkpäckchen oder Einwegflaschen mitgenommen, sondern in Thermoskannen oder Mehrwegflaschen, die später im Supermarkt wieder in bares Geld getauscht werden können.

… und auch zu Hause
„Wiederverwerten statt neu kaufen“, sollte es so oft wie möglich das Ziel sein.
Zum Beispiel lassen sich Geschenke auch ohne speziell gekauftes Geschenkpapier hübsch verpacken.
Das Auto stehen lassen und aufs Fahrrad umsatteln oder zu Fuß gehen, wann immer dies möglich ist
– Auf die Einhaltung sinnvoller Alltagsregeln pochen. Wenn die Kinder stets – im Grunde selbstverständliche – Dinge wie „Wer das Zimmer als Letzter verlässt, macht das Licht aus“ oder „Es wird nur so viel Wasser erhitzt, wie für die eine Tasse Tee benötigt wird“ beherzigen, kommt dies nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Familien-Geldbeutel zugute.

Mehr zum Thema „Kinder und Umweltbewusstsein“ gibt es HIER bei uns im Blog.

Raus in die Natur!
„Die Natur“, die zu schützen ist.
„Unsere Umwelt“, die für uns alle so wertvoll ist.
Das sind so große Begriffe, die idealerweise an von Kindesbeinen an mit Leben, Bildern und Erfahrungen erfüllt werden, um den großen Wert dessen schätzen zu lernen, was sich dahinter verbirgt.
Die Devise sollte also lauten: Sooft es geht, raus in die Natur – und sich immer wieder aufs Neue von der Umwelt begeistern lassen.

– Mit offenen Augen durch die Welt gehen
Ohne den gemeinsamen Ausflug zu einer belehrenden Vortragsexkursion werden zu lassen oder ihm den Anstrich einer weiteren Schulstunde in der Freizeit zu verleihen, lässt sich der Blick von Kindern gezielt auf die Schönheit der Natur, aber auch auf Missstände lenken:
Was sieht man so alles „rumfliegen“, das dort nicht hin gehört?
Wie schön ist dagegen die unberührte Natur?
Was gibt es nicht alles zu entdecken in einem naturbelassenen Bachbett? Garantiert jede Menge mehr als in einem Gewässer, das durch eine schnurgerade Betonrinne fließt.
Was kann die Natur uns geben? Ruhe zum Beispiel. Welche Sinne werden noch angesprochen?

– Schlechtes Wetter zu keinem Hindernis werden lassen
Nie war es dank funktioneller Kleidung und bestem Schuhwerk so komfortabel wie heute, sich auch vermeintlich schlechtem Wetter auszusetzen.
Warmer Sommerregen, kräftiger Wind im Herbst, natürlich der Schnee im Winter und wechselhaftes Aprilwetter lassen die Vielfalt der Natur hautnah erleben, wo man drinnen auf dem Sofa tolle Erlebnisse (den Geruch feuchten Waldbodens, das Steigenlassen eines Drachens, das Bauen eines Schneemanns, den Regenbogen am Frühlingshimmel…) verpassen würde!

– Mit Naturmaterialien basteln oder dekorieren
Ein wenig Natur im Haus bedeutet Gemütlichkeit einerseits, vielseitiges Bastelmaterial andererseits. Kastanien, besonders schöne Blätter, Moos, Zapfen kosten nichts, sind immer echte Unikate, holen die faszinierende Vielfalt der Natur herein und bieten ungeahnte Möglichkeiten!

Linktipp: Einige schöne Bastelanregungen nicht nur für die nächste Kastaniensaison gibt es HIER auf den Internetseiten von familie.de .

– Gewappnet sein für alle Kinderfragen!
Gewecktes Interesse verflüchtigt erfahrungsgemäß schnell wieder, wenn auf Fragen keine Antworten folgen.
Natürlich erwartet niemand, dass Eltern jedem gefunden Blatt den passenden Baum zuordnen können und aus dem Effeff wissen, dass die Eibe im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen keine Zapfen bildet oder das Eichhörnchen bis zu fünf Meter weit springen kann.
Mit einem handlichen Baumführer im Rucksack, einem kleinen Handbuch über Vögel, den Wald und seine Bewohner sollte jedoch viel Licht ins Dunkel zu bringen sein. Und wer dank Smartphone auch unterwegs online ist, dürfte den Nachwuchs schnell auch mit einer Antwort auf jede noch so knifflige Kinderfrage beeindruckt haben.

– Waldgeschichten lebendig machen
Das Thema Wald interessiert und fasziniert Kinder. Kleine Leser samt ihrer Eltern können aus einer riesengroßen Auswahl altersgerechter Geschichten, Bilderbücher, Rätselbücher, Ausmalbücher, Sachbücher, Bastelbücher und mehr schöpfen, um sich später im Wald auf Spurensuche nach dem im Buch Gelesenen und Gesehenen zu machen.

Das schöne Gefühl erleben, etwas Gutes zu tun!
Gibt es eine Aktion seitens der Stadt, der Gemeinde, Vereinen oder anderen Veranstaltern, sich bewusst für die eigene, nahe Umwelt einzusetzen, motivieren Sie Ihr Kind zur Teilnahme oder machen Sie – wenn möglich – am besten doch gleich als ganze Familie mit.

Müll sammeln alleine, das macht nicht wirklich Freude!
In einer Gruppe mit Gleichgesinnten – Mitschülern, Vereinskameraden, Freunden – kann es jedoch trotz Winds und Wetters richtig Spaß machen und den schlummernden Ehrgeiz wecken, am Ende die größte „Ausbeute“ vorweisen zu können!
So vergeht die Zeit wie im Flug und der Blick auf all das, das schließlich innerhalb weniger Stunden aus Bachbetten, Böschungen und Grünflächen zusammen gekommen ist, mag einerseits über die Unachtsamkeit mancher Menschen staunen lassen, andererseits mit Stolz erfüllen, einen wertvollen Beitrag dazu geleistet zu haben, die direkte Umgebung schöner zu machen!

Zusätzliches „Motivations-Bonbon“: Mitunter winkt bei solchen Aktionen neben einem Dankeschön seitens der Veranstalter sogar eine mögliche Belohnung, wenn beispielsweise an alle Aktiven attraktive Preise verlost werden. Ein Blick ins Internet kann gewiss Aufschluss darüber geben, ob solche Aktionen in der nahen Umgebung vorgesehen sind.

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