Das erste Laufrad: Was beim Kauf und bei ersten Touren beachtet werden sollte

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Das erste eigene Laufrad ist ein Geschenk, das Kinderaugen strahlen lässt.
Warum es in den letzten Jahren so viele begeisterte Kinder in seinen Bann ziehen konnte, darüber haben wir vorgestern bereits einige Worte verloren.
Ebenso darüber, wann ein guter Zeitpunkt ist, mit ersten Fahrversuchen auf dem kleinen, flotten Gefährt zu beginnen.

Zwei ganz wesentliche Fragen wurde jedoch noch nicht beantwortet:
„Worauf sollte beim Kauf des Laufrads besonderes Augenmerk gelegt werden?“
Und ebenso wichtig:
„Was sollten auch kleine Laufradfahrer bereits an Regeln kennen und beherzigen, damit sie weder sich noch andere Verkehrsteilnehmer auf dem Gehweg oder in der Spielstraße in Gefahr bringen?“

Hier kommen die Antworten dazu:

Was ist beim Kauf eines Laufrads zu beachten?
1.) Die richtige Größe
Auch wenn es generell verlockend ist, vorausschauend zu handeln: Bitte kein zu großes Modell wählen, ein Laufrad also nicht „auf Vorrat“ kaufen, falls ein Kind schon sehr früh mit dem Laufradfahren beginnt.
(Ist dies erst später der Fall oder wählt man ein Modell, das später jeweils der jeweiligen Körpergröße des Kindes angepasst werden kann, reicht mitunter ein Laufrad für das gesamte „Laufrad-Alter“!)
Ein gutes Laufrad namhaften Fabrikats hat zwar seinen Preis, so dass es verständlich ist, wenn man diese Investition nur einmal tätigen möchte, aber: Mitunter kann man gute Schnäppchen machen, wenn man nach guten, gebrauchten Modellen bekannter Hersteller in Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt sucht.
Der oftmals geringe Preis, den man dort bezahlt, kann mit etwas Glück und bei guter Pflege des Laufrads einige Zeit später (fast) mit etwas Glück beim Weiterverkauf wieder erzielt werden!
So kostet es zwar ein wenig Zeit, aber gar nicht so viel Geld, sollte das Wachstum des Kindes bei weiter bestehender Freude am Laufrad irgendwann ein neues Modell in einer größeren Größe erforderlich machen.

Die richtige Größe des Laufrads ist recht leicht zu ermitteln: Messen Sie einfach einmal die Schrittlänge Ihres Kindes. Die Sattelhöhe muss sich immer kleiner einstellen lassen als diese, damit das Kind selbst mit durchgedrückten Beinen noch mit beiden Füßen auf dem Boden stehen könnte.
De facto muss der Sattel zum Fahren sogar noch niedriger eingestellt werden (können), damit das Kind eine bequeme, aufrechte Haltung (tatsächlich eher eine sitzende als eine stehende Position!) bei der Fahrt einnehmen kann, die ihm einen guten Rundum-Blick erlaubt und in der es mit den Händen problemlos den Lenker fassen und mühelos zu beiden Seiten einschlagen kann.
Entsprechende Einstellungsmöglichkeiten von Lenker und Sattel erlauben, dass die jeweiligen Höhen stets dem wachsenden Kind angepasst werden können und das Laufrad so eine Weile lang „mitwächst“.

Gerade am Anfang bereitet es vielen Kindern noch Probleme,das Gleichgewicht zu halten. Wichtig ist daher, dass beide Beine nahezu immer den Boden erreichen können, auch während des Auf- und Absteigens! Der Rahmen sollte daher einen leichten Aufstieg ermöglichen, weil er entsprechend tief geschnitten ist.

2.) Praktische Aspekte
Wer mehrere Kinder mit geringem Altersunterschied hat, kann theoretisch ein Laufrad für zwei Kinder kaufen. Damit die richtige Größe jeweils für beide angepasst werden kann, sollte dies schnell, einfach und ohne Werkzeug zu bewerkstelligen sein.

3.) Der Gesamteindruck
Ein wenig sollte auch das Bauchgefühl bei der Begutachtung infrage kommender Modelle in natura mitentscheiden. Ein filigran anmutendes Laufrad kann robuster sein als der erste Eindruck vermittelt, es kann aber ebenso sein, dass sich die erste Intuition bewahrheitet und es den Anforderungen eines eher großen, schweren Kindes, das zudem dazu neigt, sein Hab und Gut häufig wenig zimperlich zu behandeln und ohne Rücksicht auf Verluste über Stock und Stein zu düsen, auf Dauer nicht gewachsen ist.
Diesbezüglich kennen Sie Ihr Kind am besten. Lassen Sie sich im Fachhandel auch auf dieser Basis beraten, welches Modell zu Ihrem Kind passt!

4.) „Sonstiges“
Selbstredend sollte das Laufrad dem Kind rein optisch gefallen.
Soll es später von einem Mädchen an einen jüngeren Bruder weitergegeben werden, ist einer eher neutralen Farbe gegenüber einem satten Pink oder zarten Rosa der Vortritt zu gewähren.
Soll das Laufrad viele Jahre für mehrere Kinder genutzt werden, sollten bei Bedarf Ersatzteile erhältlich sein. Auch darüber kann der Fachhändler vor Ort Ihnen vor dem Kauf Auskunft geben.

Damit alles rund läuft: Was der Sicherheit des Kindes zuliebe zu beachten ist
– Auch wenn das Kind sich mit dem Laufrad ziemlich nahe am Boden bewegt und dazu anfangs vielleicht noch im „Schneckentempo“: Stürze können schwere Folgen haben! Während des Fahrens sollte daher unbedingt ein passender und gut sitzender Fahrradhelm getragen werden.

Fahren Sie nur dort, wo Ihr Kind gut gesehen wird. Als kleiner Verkehrsteilnehmer ist ein Kind auf dem Laufrad besonders gefährdet, von anderen übersehen zu werden. Vor allem in der Dämmerung und Dunkelheit sollte daher nur auf wirklich sicheren Strecken gefahren werden und das Kind durch geeignete Schutzausrüstung (helle Kleidung, Warnweste, sonstige reflektierende Elemente an Laufrad, Schuhen und Kleidung) weithin sichtbar sein.

Bringen Sie Ihrem Kind früh bei, dass es Rücksicht auf andere nehmen muss, auf dem Gehweg beispielsweise nicht rasant auf andere zusteuern darf, um dann erst im letzten Moment auszuweichen, oder Passanten nicht allzu dicht überholt.
Nennt Ihr Kind eine Klingel am Laufrad sein Eigen, sollte das Kind nicht den Eindruck gewinnen, damit alle gnadenlos aus dem Weg klingeln zu dürfen, um freie Bahn zu genießen.
Weitere wichtige Regel: Das Kind bleibt immer nah bei Mama oder Papa, trödelt weder weit hinterher noch fährt es weit vor.

Nehmen Sie vor allem unbekannte Strecken im Vorfeld unter die Lupe. Bordsteinkanten, Steine oder Äste auf dem Weg können zu Stürzen führen, Gefälle dazu, dass das Kind ungewollt Fahrt aufnimmt.

Wir wünschen allen Kindern allseits gute Fahrt und viel Freude mit ihrem Laufrad!

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