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Der Start in einen neuen Lebensabschnitt. Wie viel „Event“ muss die Einschulung sein?

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Erinnern Sie sich noch an Ihre ? Diese dürfte schließlich schon einige Jahrzehnte zurückliegen. Und ist gegebenenfalls vermutlich eher als unspektakuläres Ereignis in Erinnerung geblieben.

Idealerweise schien die Sonne. Nur ein Elternteil ging morgens mit zur Schule? Nach dem „offiziellen“ Teil dort folgte womöglich ein gemütliches Kaffeetrinken mit den Großeltern am Nachmittag? Von dem einige, mittlerweile farbstichige Bilder im Fotoalbum zeugen dürften. Und diese zeigen sicherlich auch die Schultüte, die damals wie heute bei keiner Einschulung fehlen durfte.

Ja, das war bestimmt ein schöner und sehr besonderer Tag damals. Aber üblicherweise wohl weit entfernt von dem, das man heute als „Event“ bezeichnen würde.

Die Einschulung: Immer ein besonderer Tag, manchmal gar einmaliges Erlebnis…,

Seitdem haben sich die Zeiten geändert. Auch was die Gestaltung von Einschulungsfeierlichkeiten angeht. Einst „Einfach nur der erste Schultag von unzähligen“ ist die Einschulung für viele heute herausragendes Highlight in der Familienchronik. Die Gründe dafür? Sicherlich vielfältig.

Gibt es in der Familie überhaupt nur ein Kind? Dann ist die Einschulung nicht nur für den Nachwuchs, sondern auch für Eltern im wahrsten Sinne ein einmaliges Erlebnis. Dem man sicherlich mehr Bedeutung zukommen lässt als wenn man es in folgenden Jahren noch einige Male vor sich hätte. Abgesehen davon, dass einmalige Feste eben auch einmalige Ausgaben bedeuten. Und man bei zwei, drei, vier Kindern von Vornherein ganz anders langfristig kalkulieren muss.

Zum anderen ist ein weiterer Trend zu beobachten, egal ob bei der Einschulung oder beim Abiball. Immer weiter verbreitet scheint der unbändige Wunsch zu sein, den Moment festzuhalten. Nicht in einem halbherzigen Schnappschuss, der nur fürs Familienalbum taugt. Schließlich hat man im Vorfeld jede Menge Zeit, Geld und Mühe investiert, damit beim Drücken auf den Auflöser alles stimmt. Das Outfit des Kindes, die von Mama und Papa. Dazu die liebevoll gebastelte Schultüte im Arm.

… an dem längst nicht mehr nur der engste Familienkreis teilnimmt!

Vielmehr müssen es daher Hochglanzbilder sein, denen man keine Schwächen erlaubt, müssen sie immerhin Social Media-Ansprüchen genügen. Diese teilt man dann gerne, daran lässt man Freunde, Verwandte, Kollegen, gar Fremde gerne teilhaben. Warum? Um Freude zu teilen sicherlich. Aber doch immer auch ein wenig in der Hoffnung, dass man Lob, Anerkennung, Bestätigung und Bewunderung erntet?

Natürlich trifft diese Betrachtung nicht auf alle Familien zu. Viele sind absolut „bodenständig“ und schreiben Normalität und Bescheidenheit auch an nicht alltäglichen Tagen groß. Und fühlen sich vielleicht dann dennoch ein wenig im Zugzwang, den Einschulungstag zu einem ganz besonderen zu machen? Dann sollte man sich von diesem Druck entschieden frei machen! Um eine Einschulungsfeier zu erleben, an die sich später alle gerne erinnern. Stressfrei, authentisch und mit gutem Bauchgefühl!

Wie diese gelingt? Indem man sich im Vorfeld beispielsweise folgende Fragen stellt. Und sich diese natürlich ehrlich beantwortet.
1.) Wie würde das Kind diesen Tag wohl selbst planen?

Mag Sohn oder Tochter immer Action und viele Menschen um sich herum? Steht das Kind gerne im Mittelpunkt, liebt Überraschungen und abenteuerliche Tage, die ganz weit entfernt vom Alltag sind? Dann freut es sich sicherlich über viel Besuch, einen Überraschungsausflug (der nicht unbedingt teuer sein muss!), ein Essen im Restaurant.

Oder mag es der Nachwuchs auch an nicht alltäglichen Tagen eher ruhig, unspektakulär, unaufgeregt? Ist er am liebsten in seiner vertrauten Umgebung und braucht nach aufregenden Momenten viel Ruhe und Heimeligkeit? Dann ist eine kleine Feier im engsten Kreis sicherlich die bessere Wahl. Kuchenessen, Grillen, vielleicht nachmittags mit besten Freunden spielen. Und es nicht so spät werden lassen! Denn am nächsten Tag ist ja Schule.

2. Was ist zu viel des Guten?

Aber ein toller Überraschungsausflug wäre eigentlich ja doch ganz schön? Die Großeltern und Paten kann man nicht außen vor lassen? Und eigentlich gilt bei Familienfeiern doch immer das Motto: Je mehr Besuch, desto besser?

Selbst bei ansonsten eher stressresistenten und unternehmungslustigen Kindern sollte man Folgendes bedenken. Der Tag der Einschulung wird voller neuer Eindrücke sein! So viele fremde Gesichter, so viel Trubel. Vielleicht hat das Kind zudem in der Nacht vor der Einschulung schlecht geschlafen. Vermutlich ist es aufgekratzt. Dann liegen die Nerven schnell blank. Und man muss damit rechnen, dass es einiges überfordert, das es sonst gelassen hinnimmt. Noch mehr – wenn auch bekannte – Gesichter. Langweiliges Stillsitzen an der Kaffeetafel, Warten im Restaurant. Sogar ein geplanter Ausflug kann da mehr Stress als Freude besuchen.

Es gilt da eher zu überlegen, ob man wirklich alles auf den Einschulungstag selbst „packt“. Oder ob es nicht für alle schöner und entspannter ist, manches – Verwandtenbesuch, Ausflug – aufs nächste, deutlich ruhigere Wochenende zu verschieben.

3.) Was bereitet ein gutes Bauchgefühl beim Gedanken an die Einschulung – und was nicht?

Bei der Planung jeder Familienfeier sollte man selbstredend zuerst überlegen, was einem angemessen und sinnvoll im Rahmen des Möglichen erscheint. Allein was die Verköstigung der Familie und der Gäste und die „Location“ der Feier angeht, gibt es schließlich viele Optionen. Und diese bedeuten unterschiedlichsten Kostenaufwand. Abwägen ist dann angesagt: Einen Raum mieten? Das bedeutet Aufwand, Kosten und Fahrerei. Oder die Feier im eigenen Garten? Die entspannteste Option, die einen aber bis zum letzten Moment womöglich ängstlich auf den Wetterbericht gucken lässt.

Nicht darauf schielen sollte man hingegen, wie andere ihre Feierlichkeiten handhaben. Oder sich gar davon motiviert in Unkosten stürzen, die einem Bauchschmerzen bereiten. Denn natürlich wäre die Einschulung ein schöner Anlass, allen ein neues Outfit zu spendieren und einen Caterer zu bestellen. Wenn aber gerade erst der Sommerurlaub die Familienkasse strapazierte, sind solche Ausgaben vielleicht einfach nicht drin oder angemessen.

Und damit sollte man nicht hadern und davon sich die Laune nicht verderben lassen! Sondern realistisch sein und sich Folgendes bewusst machen. Mamas neues Kleid oder Papas neuer Anzug machen dem Kind die eigene Einschulung ebenso wenig schöner wie teuer gedruckte Einladungskarten. Der Nachwuchs hat später deutlich mehr von einem Zuschuss für sein Sparbuch als von einer Einschulungs-Glückwunschanzeige in der Zeitung. Eine Runde Lieblingsbrettspiel mit der Oma kann ihm deutlich mehr Freude machen als ewiges, frustrierendes Warten an Freizeitparkattraktionen. Ein selbstgebackener Marmorkuchen kann ihm gar besser schmecken als die bunt verzierte Sahnetorte vom Konditor. Und Spaghetti Bolognese daheim ist wohl immer deutlich entspannter als Dinieren mit einem Sechsjährigen auf weißen Tischdecken im edlen Restaurant.

Kurz und gut: Die schönsten Momente im Leben sind sicherlich unbezahlbar. Aber Augenblicke der Glücksseligkeit höchst individuell und nicht unbedingt mit Geld zu kaufen!

Bildquelle: © unsplash.com/Toa Heftiba

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