„Die gute alte Zeit…“ – Warum ausgediente Kalender zu schade für die Mülltonne sind

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Wie spannend ist es doch, nach – mehr oder weniger – langer Zeit mal wieder in ganz persönlichen Erinnerungen zu schwelgen!
Und nicht nur in solchen an besondere Ereignisse.
Denn nicht minder spannend zu sehen ist es nach einigen Jahren, wie der eigene, ganz unspektakuläre Alltag „früher“ so aussah, vor 3, 5 oder 10 Jahren.
Als die Kinder noch sooo viel kleiner waren, als entsprechend noch ganz andere Themen, Termine, Hobbys und Aktivitäten den Tagesablauf bestimmten.

Aus den Augen, aus dem Sinn…!?
Um sich später an einen ganz „normalen“ Tag erinnern zu können, an dem eben nicht Weihnachten war, kein Geburtstag, der darum nicht in Bildern im Fotoalbum verewigt ist, braucht es Jahre danach vielleicht einen kleinen „Schubs“ durch irgendetwas, in dem auch völlig alltägliche Ereignisse verewigt sind.
Doch wie lässt sich das realisieren?
Ohne allzu großen Aufwand, ohne jeden Abend ein Tagebuch zu füllen oder wenigstens ein kleines Büchlein im Nachttisch konsequent mit Notizen zu füllen?

Am einfachsten sicherlich, wenn es noch einen kleinen Kalender als täglichen Begleiter gibt, in dem wirklich stets alles notiert wird, das im Alltag nicht vergessen werden darf: Zahnarzttermine und Elternsprechtage, Urlaube und Ausflüge, Trainingszeiten der Kinder im Sportverein und die Nachmittage, an denen der Flötenunterricht stattfindet.
Gibt es so eine zuverlässige Gedächtnisstütze, sollte die vom letzten Jahre jetzt im Aufräumwahn angesichts des frischen Jahres vielleicht einmal nicht entsorgt werden, sondern einen festen Platz bekommen, an dem sie alt werden kann.
(Der große Küchenkalender, der an Silvester ausgedient hat, eignet sich als Erinnerungsstück sicherlich auch, nimmt aber ungleich mehr Stauraum ein.)
Perfekt auch: Ringbucheinlagen eines Terminplaners.
Nimmt man die Seiten bereits vergangener Tage als kompakten Stapel beispielsweise immer dann heraus, wenn das neue Kalendarium eingeheftet wird (und „webt“ anschließend einen dicken Faden durch die Löcher der heraus gehefteten Blätter, der schließlich verknotet wird), lassen sie sich im Laufe der Jahre chronologisch aufstapeln und immer mal wieder durchblättern.

„Ach ja, damals…“
Dabei wird man sicherlich oft in Erstaunen versetzt: Beinahe vergessene große Feste – die Hochzeit in der Verwandtschaft – und kleine Feiern – das Geburtstagsfrühstück bei der guten Freundin – kommen einem auf einmal wieder in den Sinn zusammen mit manchmal erstaunlichen Erinnerungen an kleine Details.
Spannend zu erleben ist dabei häufig, wie sehr einen die eigene Erinnerung zu trügen vermag: DIESES ist tatsächlich noch gar nicht so lange her, wie man vermutet hätte, JENES hingegen schon eine halbe Ewigkeit, obwohl es erst vor gar nicht langer Zeit gewesen zu sein scheint.

Anrührend ist es auf jeden Fall, wenn man ganz persönliche Erlebnisse plötzlich wieder Revue passieren lassen kann: Die Termine der Vorsorgeuntersuchung der letzten Schwangerschaft beispielsweise. HIER hat man das erste mal das kleine Herzchen schlagen sehen, DORT schleppte man sich ein letztes Mal mit dickem Bauch in die Artpraxis, nicht ahnend, dass man den Nachwuchs bereits wenige Stunden später in den Armen halten würde.
Lebhafte Erinnerungen werden unmittelbar wach an den herrlichen Sonnenschein, den Nieselregen oder die Eiseskälte an diesem Tag.

Beim Blättern wird man auch auf manches stoßen, das einem vielleicht ein wenig Wehmut beschert: Die Erinnerung an den ersten Kindergeburtstag jenes Kindes, das einem nun bereits längst über den Kopf gewachsen lässt. An das Schultütenbasteln im Kindergarten, die Laternenumzüge in der Grundschulzeit und die erste Weihnachtsfeier auf der weiterführenden Schule.
So schnell vorbei gegangen sich doch die Jahre! Und schön sind sie (hoffentlich!) gewesen!
Und genauso schön ist das gute Gefühl, dass die Erinnerung bleibt und man seinen Kindern Jahre später noch einmal von vielem erzählen kann, an das sie sich sicherlich auch nicht mehr erinnern können.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn Sie das nächste Mal der Eifer packt, das Arbeitszimmer auf Vordermann zu bringen und sich von Erledigtem zu trennen: Einen alten Kalender sollte man vielleicht mehrmals in die Hand nehmen, bevor er auf Nimmerwiedersehen im Altpapier verschwindet.
Zusammen mit Fotoalben, Fotobüchern und anderen Erinnerungsstücken kann er doch trotz noch so kleiner Einträge und knapper Stichworte sooo viel erzählen!

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