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Frühjahrsputz: Was kann weg, was darf bleiben? Teil 3

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Ohne viele Worte geht es heute nahtlos dort weiter, wo wir vorgestern aufgehört haben!
Immer noch geht es um das Sichten und womöglich „Ausmisten“ vieler Dinge, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ins Haus kamen – und geblieben sind.

Hat man den guten Vorsatz gefasst, sich umfassend vom überflüssigen Ballast zu trennen, fällt bei manchem der Abschied leicht, bei anderem nicht.
Einige typische „Problemfälle“ wurden im Laufe dieser Woche bereits näher beleuchtet, heute geht es weiter mit einem Endspurt:
Weg damit oder nicht? Was passiert mit…

… Nützlichem?
Es gibt diese Dinge, die man „immer mal brauchen kann“, die im Grunde auch nichts oder nicht viel kosten oder als Geschenke ins Haus kommen: Stoffbeutel, leere Marmeladengläser, Plastiktüten oder besonders schöne Flaschen beispielsweise.
Räumen Sie solchen in einem frisch aufgeräumten und gewischten Schrank oder Regal ein Fach ein und überlegen Sie (am besten ohne die Zahl der tatsächlich vorhandenen Exemplare zu kennen!):
Wie viele benötigen Sie tatsächlich von jedem?
Vielleicht 5, vielleicht 10?
Zählen Sie dann den Bestand und reduzieren Sie ihn auf die zuvor festgelegte Zahl. Die schönsten, am besten erhaltenen dürfen bleiben, der Rest darf weg!

… Teurem?
Es gibt teure Einzelstücke wie Schmuckstücke, die man natürlich nicht in die Mülltonne wirft.
Und es gibt in Regalen Sammlungen aus an sich gar nicht so wertvollen Einzelstücken, die sich im Laufe der Zeit aber zu hohem materiellen Wert summieren:
Die Zeitschriften, die jahrelang Monat für Monat per Abo ins Haus kamen.
CDs, die sich von der frühen Jugend bis heute sammelten.
Und: Bücher!
Wer ein volles Bücherregal sein Eigen nennt, wird auf schwindelerregende Summen kommen, wenn er anfängt, die einstigen Kaufpreise (viele gar noch in D-Mark?) seiner gedruckten Schätzchen aufzuaddieren.

Dies ist jedoch dem Abschiednehmen nicht förderlich und im Grunde kein Argument dafür, an nicht mehr Gebrauchtem festzuhalten!
viking_Fotolia_89401727_johnwilhelm_300x200Sehen Sie nicht das Geld, das Sie einst für dieses oder jenes einmal ausgegeben haben. Es wird schon einen guten Grund dafür gegeben haben:
Entweder war die CD ein „Glückskauf“, dann war das Geld gut angelegt, sie hat Freude gemacht und es ist in Ordnung, dass irgendwann die Zeit gekommen ist, sich auch wieder von ihr zu verabschieden, weil sie zu zerkratzt ist oder man sich an ihr sattgehört hat.
Oder sie war ein klassischer Fehlkauf. Dann hat man hoffentlich daraus gelernt und sollte das Teil schleunigst aus dem Haus schaffen, bevor man sich jedes Mal bei ihrem Anblick über das Geld ärgert, das man auch besser hätte investieren können. (Ob dies wirklich der Fall gewesen wäre, sei – das noch zum Trost – dahin gestellt!)

… Wichtigem?
Auch, wenn es lästig ist und viel Platz in Aktenordnern, Schränken und Regalen einnimmt:
Manches sollte auf jeden Fall behalten werden!
Dazu gehört/gehören:

– In erster Linie alle wichtigen Dokumente, beispielsweise auch alles Schriftliche, das für die Rente oder die Steuer relevant sein kann, sowie andere Unterlagen, Verträge, Rechnungen, Kontoauszüge, Zeugnisse, Urkunden, etc. .
Im Zweifelsfall ist es besser, sich einmal zu viel über Aufbewahrungsfristen und die Wichtigkeit einzelner Dokumente zu informieren, als womöglich Unwiederbringliches vorschnell entsorgt zu haben!

Spezielle Kartonagen von Artikeln wie von neuen Fernsehern, die vielleicht noch einmal verpackt werden müssen, sei es für einen Umzug oder weil sie womöglich zwecks Reparatur/Umtausch verschickt werden müssen.
(Diese sollten jedoch im Auge behalten und nach einiger Zeit tatsächlich entsorgt werden, sofern abzusehen ist, dass sie künftig nicht mehr gebraucht werden!)

Rechnungen/Gebrauchsanleitungen von Dingen, die noch im Gebrauch sind oder die man eventuell einmal weiter verkaufen möchte.

– Natürlich alles, woran das Herz hängt!

Erinnerungsstücke, die man später einmal seinen Kindern zeigen möchte, auch wenn man selbst bereits auf diese Habseligkeiten verzichten könnte.

Dinge, bei denen man sich unsicher ist, ob man es später bereuen könnte, sie vorschnell weggegeben zu haben.
Auch hier hilft ein bereits erwähntes, einfaches Mittel: Ab damit in eine Kiste, mit Datum beschriften und einen Termin (in einem Jahr oder zwei oder …) vermerken, zu dem man das nächste Mal hineinschaut.
Bis dahin dürfte man Gewissheit erlangt haben, ob die enthaltenen Gegenstände bleiben dürfen oder ob man sie in der Zwischenzeit so wenig vermisst hat, dass sie getrost losgelassen werden können.

Dinge, die man wirklich noch einmal brauchen kann, auch wenn das in den letzten Jahren nicht der Fall war:
Das Zelt und die Schlafsäcke vielleicht, obwohl man kein Camping-Fan ist?
Eventuell brauchen es die Kinder einmal und man müsste dann womöglich alles neu kaufen.
Das Bowle-Set, das so sperrig im Keller herumsteht?
Die Party kann kommen, zu der so fruchtiger Genuss als Alternative zu Wein und Bier plötzlich ideal erscheint!
Das einst teure Fitnessgerät, das derweil nur noch die Funktion eines Kleiderständers erfüllt?
Vielleicht packt einen schneller als gedacht wieder der Ehrgeiz, etwas für Figur und Wohlbefinden zu tun?

Zu guter Letzt: Trennen Sie sich nicht mit schlechtem Gewissen!
Es wäre so schön, wieder mehr Platz zu haben, aber das Loslassen von Dingen fällt so unendlich schwer?
Dann ist es in Ordnung, wenn man sich (noch) nicht trennen kann, auch wenn Ausmisten gewissermaßen im Trend liegt und viele einem erzählen, wie wohl sie sich danach gefühlt haben. Niemand muss etwas wegwerfen um des Wegwerfens willen, das ihm später fehlen würde!
Ist man womöglich sentimentaler als andere und bewahrt sogar Erbstücke auf, deren ursprünglichen Besitzer man gar nicht gekannt hat, ist das doch liebenswert. Und: Was das Herz wärmt, kann nicht verkehrt sein.

Ebenso ist es völlig legitim, es langsam angehen zu lassen. Ausmisten muss nicht im Hauruck-Verfahren erledigt werden.
Manchmal mag es eine Weile brauchen, auf den Geschmack des Loslassens zu kommen – und was über viele, viele Jahre gesammelt wurde, kann und muss nicht innerhalb weniger Stunden oder Tage komplett nach „Behalten“ und „Weg damit!“ sortiert sein.
Fühlt man sich unwohl, weil ein gefühltes Zuviel von allem einen belastet, ist jedes Teil, von dem man sich entledigt, ein guter Anfang und ein respektabler Fortschritt.

Am wichtigsten ist vielleicht jedoch: Machen Sie sich kein schlechtes Gewissen, wenn Sie noch „gute“ Dinge weggeben!
Ja, es ist schade ums Geld!
Aber: Wer erst einmal bewusst weggibt und sich dabei stets schonungslos vor Augen führt, dass blindes Horten und Sammeln, Schnäppchenjagd und gelegentliche Frustkäufe auf Dauer nicht nur das Konto unnötig strapazieren, sondern danach auch viel Ballast bedeuten können, der wird künftig bei jedem Neukauf genauer hingucken und dadurch womöglich viel Geld sparen.
Wird dieses wirklich benötigt und ist jenes tatsächlich sein Geld wert?
Kann manches nicht ebenso gut geliehen oder gemietet werden?
Ein solches Umdenken ist auch im Sinne der Nachhaltigkeit doch Gold wert.

Bildquelle: Ilona Ilyés/Pixabay; ©johnwilhelm/fotolia
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