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Kinderschuhe kaufen – Was ist wichtig?

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Brauchen Kinder größere Schuhe?

In den meisten Fällen ist die Antwort darauf: Ja! Das Forschungsteam Kinderfüße-Kinderschuhe der Universität Wien hat festgestellt, dass rund 66 Prozent der Kinder zu kleine Schuhe tragen. Das hängt damit zusammen, dass bei Kindern die Empfindlichkeit des Nervensystems in den Füßen noch nicht ganz entwickelt ist. Oft merken sie es einfach nicht, wenn oder wo der Schuh drückt. Das geht nicht nur Kleinkindern so. Bis zu 10 Jahre lang haben Kinder Probleme damit zu beurteilen, ob ein Schuh passt.

Als Elternteil sollte man deshalb ein Auge darauf haben, wie sich die Füße des Kinds entwickeln. Wer nach dem ersten Schuhkauf mit 17 mm Spielraum im Schuh regelmäßig die Füße des Kindes misst, kann einschätzen, ob der Wuchs im normalen Rahmen stattfindet. Mit 1,5 mm im Monat liegt das Kind im Durchschnitt. Damit braucht es circa 4 Monate, bis das nächste Paar Schuhe fällig ist. Ab 3 bis 6 Jahren kann sich das Wachstum auf einen Millimeter reduzieren und damit auch der Abstand, in dem neue Schuhe nötig sind.

Wer sich nicht sicher ist, ob Schuhe noch passen, kann auf den Zustand der Füße achten. Hornhaut an unüblichen Stellen, Druckstellen oder Rötungen sind Zeichen für zu enge Schuhe.

Worauf sollte man beim Kinderschuhkauf achten

Es gibt eine große Auswahl an Kinderschuhen. Wer sichergehen möchte, dass sein Kind gesunde Füße behält, kann sich an die folgenden Tipps halten:

Leichte und flexible Schuhe

Notwendig sind erste Schuhe erst, wenn Kinder die ersten Laufversuche im Freien wagen. Lauflernschuhe sollen die Kinder nicht behindern. Deswegen müssen sie leicht und biegsam sein. Ein guter Halt ist nur im Bereich der Ferse und Knöchel nötig. Schuhe bis Größe 27 sollten als Unterstützung über den Knöchel reichen. Dadurch wird das Kind beim Laufen stabilisiert, während seine Bänder und Motorik sich weiterentwickeln.

Im Vorderfußbereich sollte der Schuh hingegen schön weit und flexibel sein. So werden die Zehen nicht aus ihrer natürlichen Lage verdrängt. Gute Kinderschuhe brauchen kein Fußbett. Die Sohle muss dafür biegsam und rutschsicher sein. Insgesamt sollte das Material wasserabweisend, aber atmungsaktiv sein.

Die richtige Größe

Bevor Kinder nicht draußen unterwegs sind, brauchen sie auch keine festen Schuhe. Daher beginnt man in der Regel erst ab 12 Monaten, einem Kind Schuhe zu kaufen. Im Durchschnitt liegt die Fußlänge eines Kindes dann bei 11 cm und es braucht Schuhgröße 19, da die Schuhe 10 bis 15 mm länger sein sollten als der Fuß.

Grobe Faustregeln:

pro 3 cm Körpergröße = plus 5 mm Fußlänge

jährliches Fußwachstum = 2 bis 3 Schuhgrößen

Vorsicht! Nicht alle Schuhhersteller halten sich an die gleichen Dimensionen. Wenn einem Kind der Schuh der einen Marke passt, kann bei dem nächsten schon Platz fehlen. Am besten ermittelt man die Größe des passenden Kinderschuhs, indem man eine Schablone von dem Fußabdruck des Kindes macht. Dieser fügt man nach Umrandung des Kinderfußes mit einem Stift an der längsten Stelle (zum Beispiel der großen Zehe) noch rund 12 mm hinzu. Wenn die Schablone nun in den Schuh passt, hat er die richtige Größe.

Bei Kleinkindern Möglichkeiten zum Engschnallen

Wer bereits Erfahrungen mit Kleinkindern und Socken gemacht hat, weiß, dass diese gerne einmal auf eigene Faust ausgezogen werden. Genauso kann es mit Schuhen sein, wenn sie nicht richtig sitzen. Bei Babys sind deshalb Schuhe mit Klettverschluss oder Schnüren besser als Slipper zum Reinschlüpfen. Sie können beim Laufen verloren gehen.

Luftdurchlässiges und atmungsaktives Material

Auch ein Kinderfuß braucht ein gutes Klima. Damit der Fuß bei Schweiß nicht feucht bleibt, ist es am besten sich nach atmungsaktiven Funktionsmaterialien umzuschauen. Schuhe der Marke Adidas zum Beispiel kommen aufgrund des Herstellers aus dem Sportschuhsegment, das Wert darauf legt, Schuhe zu entwickeln, die Luft an die Füße und Flüssigkeiten nach außen dringen lassen.

Bei Beschwerden den Arzt aufsuchen

Die ersten Gehfehler korrigieren sich bei Kindern meist mit der Bildung der nötigen Muskulatur. Wenn langwierige Beschwerden anhalten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Fußfehlstellungen können oft bereits durch orthopädische Einlagen gelindert oder korrigiert werden. Zeichen dafür, dass das Kind Gehbeschwerden hat, sind:

  • Schmerzen
  • stark verspätetes Gehen-lernen
  • häufiges Hinken oder Stolpern, auch über die eigenen Füße
  • auch nach einem halben Jahr des Gehbeginns Einwärts-Gehen
  • dauerhaftes Laufen auf den Zehenspitzen oder Schrägstellung der Ferse

Fazit

Wenn die Probleme mit den falschen Schuhen zusammenhängen, sind die ersten Symptome meist Druckstellen und Blasen. Aber auch die Zehen und Gelenke können ihre Stellung verändern und damit langfristig zu Problemen führen. Wer als Erwachsener Probleme mit den Füßen hat, hat sie oft schon in der Kindheit angestoßen. Deshalb ist es wichtig, als Elternteil darauf zu achten, dass das Kind gesunde Füße entwickelt und behält. Die richtige Schuhgröße ist dabei ein großer Faktor.

Bildquelle: © unsplash.com/Zan, © pixabay.com/Alexas Fotos

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