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Tipps gegen das Einnässen – Ein praktischer Ratgeber für Eltern

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Ist das Kind über 5 Jahre alt und nässt noch regelmäßig ein, ist ein Beratungstermin beim Arzt gefragt. Was man selbst dazu beitragen kann, um den großen Leidensdruck des Kindes zu verringern, beschreibt dieser Artikel.

Was man selbst tun kann um seinem Kind zu helfen

Das Wichtige für langfristigen Erfolg ist viel Liebe, Geduld und Verständnis für sein Kind aufzubringen. Das Bettnässen löst bei vielen Kindern Scham und einen großen Leidensdruck aus. Schimpfen und Strafen erhöhen daher noch den Druck. Um dem Kind zu helfen, muss daher Druck herausgenommen werden, indem auf das Kind eingegangen wird. Das Kind selbst muss auch bereit sein, „trocken zu werden“. Es ist auch sinnvoll, das Kind für trockene Nächte zu loben oder sogar zu belohnen. Positive Motivation kann dem Kind ebenfalls helfen. Wichtig wäre auch, das Kind niemals mit anderen zu vergleichen und ihm zu erklären, dass es mit diesem Problem nicht alleine ist. Niemand hat Schuld, das sollte dem Kind auch so vermittelt werden. Nach 18 Uhr sollte das Kind nicht mehr zu viel trinken, vor allem keine koffeinhaltigen Getränke. Vor dem Zubettgehen ist es sinnvoll, mit dem Kind noch einmal zur Toilette zu gehen. Außerdem sollte das Kind immer die Möglichkeit zu einem Gespräch haben. Auch tägliche Einschlafrituale und regelmäßige Zeiten beim Schlafengehen können dem Kind helfen, zur Ruhe zu kommen. Zum Entspannen sollte sich ausreichend Zeit genommen werden, vielleicht auch mit einer Gutenachtgeschichte oder einer entspannenden Musik.

Wertvolle und vielfältige Erinnerungsfunktionen

Eine gute Möglichkeit, um den Gang auf die Toilette nicht zu vergessen, ist eine Kinderuhr mit Erinnerungsfunktion. Diese ist vielseitig einsetzbar und kann so programmiert werden, dass das Kind, beispielsweise durch leichte Vibrationen, rechtzeitig daran erinnert wird, zur Toilette zu gehen. Die Uhr kann auch für andere Zwecke gut eingesetzt werden, zum Beispiel, um an die Hausaufgaben erinnert zu werden oder um beim Lernen eine Pause einzulegen. Da die Uhr direkt am Körper getragen wird, kann die Erinnerungsfunktion nur schwer übersehen werden. Dies kann für das Kind eine Hilfe sein, um rechtzeitig auf die Toilette zu kommen.

Der Sonne und Wolken Kalender

Eine besondere Motivation ist der Sonne und Wolken Kalender. Gemeinsam mit dem Kind wird auf einem Kalender für einen trockene Nacht eine Sonne gemalt. Für eine nasse Nacht kommt eine Wolke auf das Papier. Anhand dieser Symbole kann man gemeinsam mit dem Kind die Fortschritte und Erfolge sehen. Dies hilft und motiviert das Kind zusätzlich. Für jede trockene Nacht sollte zusätzlich auch ein ernstgemeintes Lob folgen.

Die ärztliche Beratung und Behandlung

Wichtig wäre auch, die Ursache für das Einnässen herauszufinden. Abhängig von der Diagnose und der Ursache können verschiedenste Therapien begonnen werden. Dazu gehört neben Medikamenten beispielsweise auch Verhaltenstherapie. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist ein Biofeedback, um die Körperwahrnehmung zu steigern und die Blasenkontrolle zu verbessern. Eine nicht medikamentöse Behandlungsmethode ist die sogenannte Alarmtherapie. Der Sensor, der sich im Pyjama des Kindes befindet, ist hierbei mit einem Funkwecker verbunden. Bei den ersten Urintröpfchen alarmiert der Sensor, wodurch das Kind erwacht und zur Toilette gehen kann. Dies hilft auch, die Blasenkontraktion zu unterdrücken. Das Kind lernt, rechtzeitig vor dem Einnässen aufzuwachen.

Empfohlen wird diese Methode ab dem 6. Lebensjahr, ein Erfolg stellt sich normalerweise nach 8-12 Wochen ein. Auch die Verwendung einer Klingelmatte kann ausprobiert werden. Von Vorteil ist, wenn die Eltern dazu im gleichen Zimmer schlafen, denn oft schlafen die Kinder so fest, dass sie das Klingeln nicht hören. Die Therapie sollte mit einem Arzt besprochen werden und sollte ebenfalls einige Wochen zum Einsatz kommen. Eine medikamentöse, antidiuretische Therapie soll den Mangel an ADH ausgleichen. Vor dem Zubettgehen wird der synthetisch hergestellte Botenstoff eingenommen und erreicht bei den Kindern eine Erfolgsrate von 85 %. Im Normalfall sprechen die Kinder recht gut und schnell auf die Medikation an.

Fazit

Bettnässen ist ein Problem, das ungefähr jedes 10. Kind im Vorschulalter betrifft. Die Ursachen dahinter können vielfältig sein. Wichtig ist, dem Kind die Geborgenheit sowie die Sicherheit zu vermitteln, die es braucht, und ihm das Gefühl zu geben, dass es gemeinsam eine Lösung für das Problem gibt und es in den Griff zu bekommen ist. Mit den entsprechenden Verhaltensweisen kann bereits im häuslichen Umfeld viel dazu beigetragen werden, um das Kind zu unterstützen. Zusätzlich sollte das Thema auch mit einem Arzt abgeklärt werden.

Bildquelle: © bigstock.com/ jes2ufoto

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