Mit Kind ins Restaurant?

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So richtig schön essen gehen“ – das ist ein wunderbarer Luxus, den man sich im Alltag gerne gönnt.
Die Küche einmal kalt lassen, statt Gemüse zu schnippeln und in Töpfen zu rühren sich einfach mal an den gedeckten Tisch setzen, sich kulinarisch verwöhnen lassen und den Abwasch anschließend getrost anderen überlassen.

Was zu zweit oder in erwachsener Runde ein pures Vergnügen ist, gestaltet sich oft schwieriger, wenn Kinder mit von der Partie sind. Den Kleinsten fehlt es oft an Geduld, Größere können schlecht stillsitzen und die noch etwas Älteren nörgeln an der Speisekarte, wenn die (gehobene) Küche weder Burger noch Pizza anbietet.

Natürlich ist Kinderkriegen kein Grund, jahrelang auf das Essen außer Haus zu verzichten!
Werden die folgenden Tipps berücksichtigt, kann es als ganze Familie mit etwas „Übung“ und Routine sogar zu einer schönen, regelmäßigen Gewohnheit für alle Beteiligten – inklusive des Restaurantpersonals! – werden.

1 Wählen Sie das „richtige“ Restaurant
Kinder sind mitunter nicht nur „schwierige Esser“, die sehr kritisch in Bezug auf verschiedene Zutaten, Gerichte und Zubereitungsarten sind, sie sind zudem gerne wenig experimentierfreudig.
Niemand möchte sich dann den Abend verderben lassen, weil das Kind so rein gar nichts auf der Speisekarte findet, das ihm Freude bereitet.
Selbst wenn Sie es ausgefallen lieben: Verzichten Sie auf den Besuch in Restaurants mit ausschließlich sehr exotischer Küche, wenn Sie dort bereits Schwierigkeiten vorausahnen können.
Oder: Wählen Sie ein Restaurant, in dem es ein vielfältiges, reichhaltiges Buffet gibt, das mit Pommes frites, Kroketten und ähnlichem Bekannten – neben beispielsweise asiatischen Speisen – auch dem Geschmack wenig „risikofreudiger“ Kinder gerecht wird.

Stehen mehrere Restaurants zur Auswahl, beispielsweise am Urlaubsort, werfen Sie bereits draußen (oder noch bequemer von zu Hause aus im Internet) einen Blick auf die üblicherweise vorhandene Speisekarte.
So gibt es drinnen später keine unliebsamen Überraschungen, wenn „Kinder-Klassiker“ wie Spaghetti Bolognese oder Hähnchen-Nuggets fehlen.

Natürlich sollten nicht nur die angebotenen Speisen bei der Wahl des Restaurants eine Rolle spielen; mindestens ebenso wichtig sind Ambiente, Einrichtung und Publikum.
Schon beim ersten Betreten werden Sie sich ein Bild machen können:
Sind Kinder hier willkommen?
Würde es hier auffallen, wenn mal ein Glas umfällt, wenn eine Gabel auf dem Boden landet?
Ist es so leise, dass es einem direkt unangenehm wäre, wenn das eigene Kind vielleicht lautstark seinem Unmut über dieses oder jenes kundtun würde?
Oder ist das Restaurant wie gemacht für Familien mit Kindern, weil Tische und Ausstattung eher „pflegeleicht“ wirken, es ein wenig trubelig zuzugehen scheint und sogar eine Spielecke vorhanden ist?

2 Was bei der Reservierung erwähnt werden sollte
Falls Sie vorab einen Tisch reservieren möchten, sagen Sie gleich dazu, dass ein Kind oder mehrere zu den Restaurantbesuchern gehören. So ist der spätere Tisch vielleicht nicht allzu weit von der Spielecke entfernt und bereits mit Überraschungen wie einem kindgerechtem Platzset und Malsachen bestückt, wenn Sie eintreffen.
Fragen Sie auch gezielt nach einem Hochstuhl, falls das Alter es noch erfordert. Dieser sollte in jedem Restaurant vorhanden sein, jedoch sicherlich nicht in unbeschränkter Anzahl.

3 Wählen Sie eine angemessene Uhrzeit
Mit Kind soll es am Abend vermutlich nicht so spät werden? Auch wenn die sehr frühen Abendstunden früher nicht Ihre übliche Restaurantzeit waren, sehen Sie die weiteren Vorteile davon: Früh am Abend herrscht vermutlich noch kein Hochbetrieb, Wartezeiten sind kürzer, die Atmosphäre ruhiger, die Bedienung noch entspannt.

4 Verzichten Sie auf lange Menüfolgen
So schön ein Drei-Gänge(-und-mehr)-Menü ist: Mit Kind wird man kaum die Ruhe haben, es zu genießen.
Eine Kombination aus Hauptgang und Nachtisch ist dagegen ideal, denn bei beiden ist das Kind mit dabei, sprich: es wird etwas auf der Speisekarte finden, das ihm schmeckt.
Wenn es hingegen selbst noch warten muss, während andere bereits ihre Suppe löffeln oder ihre Vorspeise genießen, wird es mit Recht verständnislos reagieren, sofern es nicht auch etwas bekommt.
Dagegen spricht prinzipiell natürlich nichts, außer dass man riskiert, dass das Kind schon nach der Vorspeise satt ist …

5 Beschäftigung: Das A und O gegen Langeweile
Perfekt für Familien sind fast immer Restaurants, in denen der Bewegungsradius des Kindes nicht auf geschlossene Räume beschränkt ist oder in dem es gar nur die ganze Zeit an seinem Platz sitzen bleiben muss.
Bilderbuch und Fingerspiele halten zwar auch die Kleinsten eine Weile bei Laune, viel besser ist es hingegen, wenn es auch draußen „Auslauf“ hat und es idealerweise auch noch etwas zu sehen (Tiere sind immer toll…) oder zu tun gibt (gemeinsam den Spielplatz erobern).

6 Teilen Sie sich die Aufgaben
Nur einer kümmert sich allein ums Kind, während alle anderen am Tisch sich ganz und gar auf die Köstlichkeiten auf ihren Tellern konzentrieren dürfen? Es ist nicht schwer sich vorzustellen, wer diesen Abend am Ende als gelungen erachtet und wer weniger.
Stellen Sie als Person, die sich im Alltag überwiegend ums Kind kümmert, klar, dass an diesem Abend mal andere an der Reihe sind.
Papa, Großeltern, deutlich ältere Geschwister: Wenn sich alle reihum um den kleinsten Restaurantgast am Tisch kümmern, wird es auch für alle ein angenehmes Erlebnis, bei dem jeder Ruhe finden und auf seine Kosten kommen kann.

7 Erziehung: Ja – Übertriebene Strenge: Nein
Keine Frage: Je älter Kinder werden, desto mehr kann man von ihnen erwarten, dass sie sich „vernünftig“ benehmen. Dazu gehört das Essen mit Messer und Gabel ebenso wie das Abwarten mit Essen und Trinken, bis alle am Tisch mit Getränken und Speisen versorgt sind.
No-Gos“ wie Kippeln mit dem Stuhl, schlapp am Tisch und halb auf der Tischplatte „hängen“, „Herumdaddeln“ auf dem Smartphone, dem Kellner rücksichtslos vor die Füße laufen, den Teller bis zum Überquellen am Buffet vollpacken sollten Kindern ebenso bewusst sein. Aber bis dahin braucht es Zeit.
Anstatt dem Kind vor anderen Gästen oder vor der versammelten Tischgesellschaft in einer Tour Benimmregeln vorzutragen und es damit vor anderen bloß zu stellen, sollte die Erziehung diesbezüglich zu Hause so weit fortgeschritten sein, dass ein kleiner Blick oder ein unauffälliges Anstoßen genügen, wenn es tatsächlich massiv an Juniors Benehmen hapert.

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1 Kommentare

  1. Mal ganz ehrlich. Das die Kinder sich vernünftig benehmen sollen ist klar.
    Aber manche Erwachsenen fühlen sich derart gestört, dass man als vernünftig deckender Mensch sich einfach mal fragen muss „Ist bei denen in der Erziehung etwas falsch gelaufen?“ Gerade im Urlaub, im Hotel rückt man mit seinen Kindern an, die sich das ganze Jahr auf den Urlaub gefreut haben. Natürlich sind die Kinder dann etwas lauter und übermütiger. Die bringen ihre Freude so zum Ausdruck. Manche Gäste des Hotels schauen dann meine Kinder, wie eine Bedrohung ihres Friedens an.

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