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Wandern = uncool? So werden Touren mit Kindern nicht zum Zankapfel

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Was sagen die meisten Kinder und Jugendlichen wohl, wenn man sie nach ihren Vorstellungen in puncto Traumurlaub fragt? Action und Abenteuer mit Gleichaltrigen stehen da sicher ganz weit oben. Feriencamps mit Rund-um-die-Uhr-Programm aus Sport und Spiel beispielsweise sind zu Recht angesagt, denn sie lassen garantiert keine Langeweile aufkommen.

Alternativ kommt für viele sicherlich das entspannte Doppelpack „Strand und Chillen“ in Frage. Sommer, blauer Himmel und ein ebensolches Meer. Faulenzen, nichts tun, Entspannen – und dazu ein Pool samt Luftmatratze in der Nähe? So lässt es sich in den doch leben.

Aber was, wenn Eltern euphorisch mit dem Vorschlag „Wir könnten doch im Sommer mal wandern gehen!“ kommen? Dann gibt es sicherlich Kids, die das richtig gut finden. Weil sie es lieben, sich bei Wind und Wetter auszupowern, und abends todmüde ins Bett zu fallen.

Anderen hingegen dürfte dies wenig begeisterte Mienen auf die Gesichter zaubern. Wandern? Oha! Das klingt nach Anstrengung und Blasen an den Füßen. Nach Muskelkater und Schweißflecken unter dem schwerem Rucksack. Nach endlose Touren, während Regentropfen auf die tiefgezogene Kapuze der Funktionsjacke nieseln. Und vor allem danach, nach den Ferien wenig zu erzählen zu haben. Berge, Kühe – und mit etwas Glück in der entsprechenden Region ein Murmeltier gesehen!? Da werden Freunde, die aus dem All-Inklusive- am Mittelmeer kommen, wohl nur müde lächeln.

Vorneweg sei gesagt: Wir haben hier natürlich gerade gewaltig übertrieben! Denn die Erfahrung zeigt: Wandern kann selbstredend für Kinder eine abwechslungsreiche, spannende Sache sein! Und zwar eine, bei der Action und Abenteuer keineswegs zu kurz kommen müssen. Die Natur kann überdies natürlich auch den Nachwuchs bei hügeligem oder bergigem Panorama mit herrlichen Ausblicken beeindrucken. Und mit traumhaften Perspektiven überraschen, bei denen niemand einen Meerblick vermissen dürfte.

Doch wie gelingt es Eltern, dass Kinder es praktisch kaum erwarten können, endlich in die Wanderschuhe steigen zu dürfen? Wir haben dafür folgende 5 Tipps für Sie!

1.) Erkundigen Sie sich vorab genau über Urlaubsziel und Umgebung

Wanderurlaub bietet verschiedene Optionen: Eine Unterkunft mieten und dort den gesamten Urlaub verbringen? Oder lieber von Hütte zu Hütte ziehen?

Vorausgesetzt, Sie wollen an einem Ort bleiben, ist es wichtig, dass die Gegend Abwechslung bietet. Auch im Wanderurlaub muss man schließlich nicht jeden Tag stundenlang wandern. Kinder werden es lieben, auch mal in einem See zu baden oder in ein tolles Freibad zu gehen. Ihre Kletterkünste in einem Hochseilgarten oder Klettersteig unter Beweis zu stellen oder mal einen Wildpark zu besuchen. Einfach zu bummeln, in einem interessanten Städtchen Eis zu essen oder im Sommer auf einem Gletscher im Schnee zu stehen.

Erfreulicherweise bietet das Internet die Möglichkeit, beliebte Urlaubsziele bezüglich der eigenen Wünsche und Vorstellungen vorab unter die Lupe zu nehmen. Oder aber gezielt danach zu suchen, ob und wo sich Wunsch-Urlaubsprogrammpunkte in die Tat umsetzen lassen. Suchen Sie dabei speziell nach interessanten, bezahlbaren und altersgerechten Angeboten für Familien mit Kindern. Und überraschen Sie Ihren anfangs vielleicht noch skeptischen Nachwuchs damit, was der Urlaubsort tatsächlich zu bieten hat!

2.) Investieren Sie in eine gute Ausrüstung, die Vorfreude weckt

Wandern macht nur Spaß, wenn das Equipment stimmt. Unverzichtbare Basics: Gute Schuhe, guter Rucksack, gute Jacke. Lassen Sie Ihr Kind im Wanderladen in Ruhe auswählen, was ihm gefällt. Auch auf die Gefahr hin, dass die auserwählten Schuhe etwas teurer sind als geplant.

Diese passen und sitzen dazu einwandfrei? Ihr Kind fühlt sich damit an den Füßen schon im Laden wie ein echter Abenteurer? Es bestreitet voller Begeisterung damit den kleinen Testparcours im Geschäft? Perfekt, denn dann wird seine Lust groß sein, die neuerworbenen Stücke auch unter freiem Himmel zu testen. Und vielleicht lässt sich ja dafür ja bei einem anderen Teil der Ausrüstung ein unerwartetes Schnäppchen machen.

3.) Lassen Sie es am Urlaubsziel langsam angehen

Haben Sie Folgendes auch schon einmal erlebt? Im Urlaub angekommen ist man erst einmal nur müde. Und statt Abenteuer zu erleben möchte man nur eines: Schlafen, schlafen, schlafen! Vielleicht liegt es an der guten Bergluft, vielleicht an der ruhigen Umgebung. Vielleicht aber auch daran, dass man nach Arbeit und Schule endlich einmal zur Ruhe kommt.

Warum auch immer dies so ist. Müdigkeit ist nicht das Einzige, das dafür spricht, es langsam angehen zu lassen. Nutzen Sie den Anreisetag daher lieber zum Erkunden der unmittelbaren Umgebung. Und starten Sie erst dann mit den Wanderungen, wenn sich alle wirklich fit dafür fühlen. Fangen Sie dabei klein an, damit sich die Erschöpfung nach der nicht alltäglichen Bewegung an frischer Luft im Rahmen hält. Und steigern Sie dann allmählich Länge und Anspruch der Touren.

Wer sich hingegen gleich am ersten Tag komplett auspowert, sich womöglich Blasen läuft, am nächsten Tag ordentlichen Muskelkater hat? Dem dürfte die Wanderlust vorerst gründlich verhagelt sein.

4.) Überlassen Sie beim Wandern mal dem Nachwuchs das Kommando

Die Erfahrung lehrt: Sobald irgendwo eine technische Spielerei zum Einsatz kommt, wird manches plötzlich für Kinder interessant. Und diese Tatsache kann man sich beim Wandern ideal zunutze machen! Denn dank GPS und Navis für Wanderer bedarf es heutzutage fast keiner Wanderkarte mehr. Sie ist zwar anschaulich und hilfreich, wenn es darum geht, vorab grob eine Route abzustecken. Unterwegs wird wohl jedes Kind aber großen Spaß daran haben, das technische Hilfsmittel zu übernehmen. Und damit den anderen zielsicher den Weg zu weisen.

5.) Betrachten Sie den Weg als Ziel!

Ohne Kinder wandert es sich anders. Da hat man sicherlich ehrgeizigere Ziele, legt zielstrebiger Kilometer zurück. Und kann auch mal die Zähne zusammenbeißen, wenn der Gipfel trotz aller Anstrengung scheinbar nicht näher kommen will.

Mit Kindern jedoch ist umdenken angesagt! Kleine Kinder dürfen auch mal trödeln beim Wandern. Sie wollen und sollen am Spielplatz Pause machen. Die Größeren hingegen möchten in Ruhe Selfies machen oder vielleicht die Landschaft durchs Fernglas nach Rehen absuchen.

Daher: Planen Sie nicht zu akribisch, sondern lassen Sie sich auf überraschende Planänderungen ein. Setzen Sie mehr Zeit für die Tagesroute an, als Sie dann wahrscheinlich brauchen werden. Nehmen Sie sich Zeit für ausgiebige Picknicks, fürs Ausruhen im Sonnenschein, fürs kurze Nichtstun unterwegs. Genießen Sie die bewusst ein Stückchen Landschaft, anstatt unbedingt noch viel mehr sehen zu wollen. Und erfreuen Sie sich am Entdeckerdrang und an der Begeisterung Ihrer Kinder.

Wandern heißt ja schließlich nicht, permanent und pausenlos im Eilschritt durch die Landschaft zu marschieren. Vielmehr: Genießen, die Seele baumeln lassen, erholen! Und wenn das im Wanderurlaub klappt, hat man doch alles richtig gemacht!

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