img

Weniger Kunststoff ist mehr: So lässt sich im Familienalltag der Plastikberg reduzieren (Teil 1)

/
/
/
459 Aufrufe

Ob man Nachrichten schaut oder morgens die Zeitung aufschlägt. Manche Themen sind omnipräsent, akut und bedrückend. Auf manches dabei hat man leider keinen Einfluss, steht Ereignissen hilflos gegenüber. Doch bei anderen Themen kann man seinen Beitrag leisten! Und darum kann oder sollte zumindest niemand mehr guten Gewissens die Augen verschließen vor manchen Problemen unserer Zeit.

Eines davon unübersehbar: Plastikmüll. Und dabei geht es nicht nur um die Bilder von Plastiktüten im Meer und vermüllten Stränden und Städten irgendwo weltweit. Nicht minder erschreckend ist doch, was bei uns im Alltag so an Kunststoffbergen im Abfall zusammenkommt. Selbst wenn man diese wöchentlich dann sauber sortiert in Gelben Tonnen und Säcken zur Abholung bereit stellt.

Es sind Verpackungsberge, denen man bis zu einem gewissen Grad hilflos gegenüber zu stehen scheint. Denn mutet es doch unmöglich an, hier und heute ein Leben gänzlich ohne Kunststoffe zu führen. Beziehungsweise würde dies im Alltag enormen Aufwand bedeuten, mitunter höhere Kosten bedeuten.

Aber: Jeder Beitrag zählt! Man muss für eine gesündere Lebensweise schließlich auch nicht alle Süßigkeiten schlagartig verbannen. Oder fortan wirklich jeden Tag Sport machen. Und ebenso ist jede vermiedene Plastikverpackung ein kleiner, aber wertvoller Schritt!

Vieles zum Reduzieren des Kunststoffbergs im eigenen lässt sich dabei durchaus einfach, ohne Kosten und Mühen umsetzen. Und eifrige Unterstützer dabei findet man bestimmt! Denn besonders Kinder lassen sich erfahrungsgemäß dafür begeistern, bewusster zu leben, aktiv etwas für die Umwelt zu tun.

1.) Konsum tagtäglich und generell überdenken

Jedes Teil, das man im Laden oder im Internet kauft, hat eine lange Geschichte hinter sich. Und so natürlich jedes Stück, das einst als Geschenk ins eigene Zuhause kam. Praktisch jedes Produkt kostet Rohstoffe. Es erforderte viele Produktionsschritte, Transport, Umverpackung. Plus Versandverpackung und wieder Transport, wenn man es online kaufte.

Und wie viele dieser Teile liegen nun ungenutzt in Schubladen und Schränken? Vom geschenkten Kugelschreiber bis zum Winterpullover, der ein Schnäppchen war, aber furchtbar kratzt.

Konsum mag Spaß machen und das soll er gelegentlich natürlich auch. Aber überlegen Sie der Umwelt zuliebe künftig am besten bei jedem Stück: Brauche ich das wirklich? Kann ich es guten Gewissens kaufen? Und macht es mir garantiert und idealerweise lange Freude?

Und wenn nicht? Dann ist dies ein doppelter Grund zur Freude! Denn es ist ein gutes Gefühl zu spüren, mit wie wenig man tatsächlich glücklich sein kann. Und zudem kann man mit dieser Haltung auf Dauer viel Geld sparen.

2.) Wo sind speziell Kunststoffe unnötig und verzichtbar?

Kinder lieben bunte Trinkhalme aus Plastik, aber wirklich brauchen tut sie kein Mensch. Ebenso wie die Handyhülle aus Plastik, für die es umweltfreundlichere Alternativen gibt. Geschenkband, Geschenkfolie und Dekoartikel fallen auch in diese Kategorie. Auch wenn man kurzzeitig Freude daran hat oder es einfach schön aussieht. Früher oder später landet eben aber praktisch doch alles im Müll.

Dabei gibt es günstige und nicht minder schöner Alternativen! Jahreszeitliche Deko beispielsweise kann man mit Kindern aus Papier gestalten. Oder aus dem basteln, das man in der Natur findet. Klassische Beispiele: Kastanien als Herbstdeko, Tannenzapfen zur Weihnachtszeit. Geschenke kann man umweltfreundlich verpacken in gebrauchte Kalenderblätter beispielsweise.

Schaut man in Schränke und Schubladen, findet man sicher unzählige Beispiele, bei denen Kunststoff verzichtbar gewesen wäre. Und die einen für die Zukunft zum Nachdenken anregen.

3.) Beim Kauf auf Qualität und Langlebigkeit achten

Wie oft kauft man Gegenstände, weil sie verlockend günstig sind? Obwohl man ihnen praktisch ansieht, dass sie nicht lange Freude machen können oder werden. Spielzeuge, die nach wenigen Malen im Gebrauch zum Wegwerfartikel werden? Schlüsselanhänger mit Taschenlampe, bei denen ein Batteriewechsel unmöglich ist? Leuchten oder Lichterketten für den Garten, deren Verarbeitung so günstig wirkt, dass sie kaum mehr als einen Sommer „überleben“ werden?

Besser ist in solchen und anderen Fällen, auf Qualität zu setzen. Wenn man denn die Produkte überhaupt tatsächlich braucht. Und so Artikel zu erwerben, die lange Zeit Freude machen können. Das spart Zeit und Nerven und auf Dauer vermutlich auch Geld. Und schont die Umwelt.

4.) Verpackungen sinnvoll wiederverwenden

Geld und Abfall spart man selbstredend auch, indem man wiederverwertet, was ohnehin ins Haus gekommen ist. Und vor jedem Neukauf überlegt, ob sich nicht eine gute Alternative bereits im Haushalt befindet. Vorratsdosen aus Kunststoff beispielsweise werden überflüssig, wenn man schöne, unterschiedlich große Gläser mit Schraubdeckel sammelt. In denen lassen sich allerlei Lebensmittel und Reste gut aufbewahren.

Schuhe lassen sich im Keller in Schuhkartons verstauen. Auch wenn einheitliche, transparente Kunststoffboxen hübscher aussehen mögen. Wer kleine Gemüsepflanzen ziehen möchte, braucht dafür keine kleinen Plastiktöpfe. Die Pflänzchen gedeihen prima auch in leeren Eierkartons oder ausgewaschenen Joghurtbechern.

Und wenn mal Einweg-Plastikflaschen ins Haus gekommen sind? Dann muss man diese nicht gleich wegwerfen! Man kann sie mehrfach verwenden, indem man sie zum Sport mit Getränken wieder auffüllt. Oder als Gießkanne verwendet. Ebenso lassen sich geschenkte Seifenblasenfläschchen auffüllen mit selbstgemachter Seifenblasenlösung. Und tausend andere Dinge wertvoll wiederverwenden.

5.) Möglichst unverpackte oder sinnvoll verpackte Produkte beim Einkauf wählen

Nicht jeder hat die Möglichkeit, Gemüse im eigenen Garten anzubauen. Aber Kräuter vielleicht, die man dann nicht mehr regelmäßig in Kunststofftöpfen kaufen muss? Statt Seife im Plastikspender zu kaufen, kann man das gute alte Stück Seife in der Pappschachtel wählen.

Nur zwei Beispiele, die zeigen sollen: Generell lässt sich wohl am meisten Plastikmüll daheim vermeiden, wenn man bewusst einkauft. Einerseits im Bereich Lebensmittel. Und man muss nicht gleich in einen – vielleicht nicht in unmittelbarer Nähe gelegenen – Unverpackt-Laden gehen, um die Plastikmenge im Einkaufswagen deutlich zu reduzieren. Vielmehr kann man…

… sich für alternative Verpackungen entscheiden …

Im Bereich Getränke kann man viel Kunststoff sparen, in dem man auf Glasflaschen setzt. Ebenso bei Joghurt oder Mayonnaise, die es im Glas zu kaufen gibt. Bei frischem Obst und Gemüse greift man zu dem, das nicht in Folie eingeschweißt ist oder im Netz verpackt ist. Salate kauft man lieber frisch und bereitet sie daheim selbst zu, anstatt die verzehrfertige Mischung aus der Plastikschale zu nehmen.

Und generell kann es viel Müll sparen, frisch zu kochen, statt zu Tiefkühl- und Fertigkost zu greifen. Vieles muss man schließlich gar nicht fertig kaufen, sondern kann es sehr leicht auch selbst machen. Salatsaucen beispielsweise, Kuchen ohne Backmischung, Kartoffelpüree oder Spätzle frisch statt aus der Tüte.

Beispiele dieser Art lassen sich wiederum sicher unzählige finden, wenn man mit offenen Augen durch den Supermarkt schlendert. Oder gleich über den Wochenmarkt.

… oder zumindest das kleinste Übel wählen

Ein anderes Beispiel: Kosmetik. Wenn möglich, sollte man Nagellackfläschchen, Augenbrauenstift, Wimperntuschepackungen kaufen, die man unverpackt in den Einkaufskorb legen kann. Stattdessen findet man im Handel solche Produkte häufig noch in Umverpackung samt Einleger drin und Folie drumherum.

Schon Kinder kann man übrigens dafür sensibilisieren, was gute und schlechte Verpackungen sind. Überflüssig für den „Hausgebrauch“ ist beispielsweise, wenn in der großen Fruchtgummitüte noch einmal viele kleine Portionstütchen sind. Oder wenn die Taschentücher für zu Hause in Zehnerpacks in Folie daherkommen. Daheim sind Kosmetiktücher in der Pappschachtel schließlich praktischer und schmälern den Plastikberg.

Übermorgen folgt Teil 2 zum Thema mit 5 weiteren Ideen!

Bildquelle: © unsplash.com/ Superkitina

(Visited 48 times, 1 visits today)

Verwandte Artikel

  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Linkedin
  • Pinterest

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

It is main inner container footer text